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Grimma Rückzugsort für Forscher
Region Grimma Rückzugsort für Forscher
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05:00 29.05.2010
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des sächsischen Staatsministers für Finanzen Georg Unland der Öffentlichkeit vorgestellt

 

 

Wer in der Wikipedia-Enzyklopädie unter dem englischen Wörtchen „retreat" nachschlägt, wird neben der einfachen Übersetzung „Rückzug" auch die weiter führende Erläuterung einer geplanten spirituellen Ruhepause bzw. eines Rückzuges von der gewohnten Umgebung finden. Eines solchen Rückzuges bedürfen insbesondere Wissenschaftler, um Abstand von ihren Forschungsobjekten und den damit verbundenen körperlichen wie geistigen Beanspruchungen zu gewinnen. In Großbothen steht ihnen seit Kurzem ein entsprechendes Rückzugsgebiet zur Verfügung. Ende 2008 erhielt die gemeinnützige Gerda und Klaus Tschira Stiftung von der Staatsregierung den Zuschlag für das Gelände samt Immobilien der ehemaligen Ostwald-Gedächtnisstätte und investierte seitdem viel Geld, um das Areal zu einer Tagungsstätte umzugestalten. Neben dem Haus Werk, das Tagungsräume für bis zu 100 Personen bietet, steht nun auch das Haus Glückauf für Seminare sowie Retreats zur Verfügung und beinhaltet neben einem kleinen Hörsaal zwölf Gästezimmer, eine kleine Bibliothek, eine Küche sowie einen Speiseraum.

Einer der ersten, der die neuen Räumlichkeiten nutzen konnte, war Kai Simons, seines Zeichen Präsident der ELSO, einer europäischen Vereinigung von Molekularbiologen, der gestern einen Vortrag über das Thema „Retreats – das Salz in der Suppe des Wissenschaftsbetriebes" hielt. „Abgesehen davon, dass Großbothen ideal im Städtedreieck Leipzig-Chemnitz-Dresden gelegen ist, ist das Ambiente des Areals wunderbar, ganz zu schweigen von der gelungenen Kombination von Bar und Gästezimmern und dem vorzüglichen Essen", schwärmte der Wissenschaftler. Wie groß der Stellenwert des Wilhelm Ostwald Parkes ist bzw. noch werden könnte, zeige allein die Tatsache, dass es bislang mit dem der Max-Planck-Gesellschaft gehörenden und am Tegernsee gelegenen Schloss Ringsberg lediglich ein Zentrum in Deutschland gebe, das speziell auf die Bedürfnisse eines solchen Retreats ausgelegt sei.

Grund genug, die Miene des sächsischen Finanzministers wieder aufhellen zu lassen. „Ich gestehe ganz offen, dass ich ob der schwierigen Haushaltsdiskussionen im Landtag bis zum Erreichen des Wilhelm Ostwald Parkes schlechte Laune hatte, die jedoch in Anbetracht des hier in wenigen Monaten Geleisteten schnell verflogen ist", so Georg Unland. Der Freistaat hatte der Tschira Stiftung im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung den Zuschlag für die ehemalige Gedenkstätte erteilt, weil zum einen das Preisangebot laut Unland „verdammt gut" gewesen sei und zum anderen das Konzept überzeugt habe. „Junge Menschen für die Naturwissenschaft zu begeistern, wie es sich die Stiftung auf die Fahne geschrieben hat, wird eine Schlüsselaufgabe der nächsten Jahre sein", so der Finanzminister.

Roger Dietze

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