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Grimma Rundendrehen zum 50. Geburtstag: Schönbacher Straßenlauf ist längst Selbstläufer
Region Grimma Rundendrehen zum 50. Geburtstag: Schönbacher Straßenlauf ist längst Selbstläufer
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00:30 12.03.2018
Start Quelle: verein
Colditz/Schönbach

Wer in Schönbach „Krümel“ sagt, meint nicht etwa das keksverfressene Monster aus der Sesamstraße, sondern das schnittige Maskottchen vom Straßenlauf. Für gewöhnlich ist es Sebastian Kricke, der den überlebensgroßen Tausendfüßler mimt und streckenweise mit den Kleinsten um die Wette schwitzt. Sein Motto: 1000 Füße tragen dich weiter. Dabei tippeln bei den kultigen Läufen seit jeher mehr als nur 1000 Füße. Vor einigen Jahren waren es fast 800 Starter, dazu 500 Fans – macht 2600 Füße.

Wer weiß, vielleicht sind es zur 50. Auflage am 29. April sogar 1000 Läufer. Rennleiter André Kricke würde sich über möglichst viele Anmeldungen bis spätestens zehn Minuten vorm Start freuen. Der Schönbacher Straßenlauf – Selbstläufer und Ortsgeschichte zugleich: Gründungsvater Gottfried Quaas ermittelte einst die Streckenlänge, indem er den Reifen seines Fahrrads mit einem Kreidestrich präparierte, den Drahtesel kilometerlang neben sich her schob, jede einzelne Umdrehung zählte und fleißig multiplizierte. Anfangs träumte der inzwischen verstorbene, aber unvergessene Aktivist der ersten Stunde noch von einem reinen Radrennen. Tatsächlich gingen 1967 neben Läufern auch Rennfahrer an den Start. Doch es stellte sich heraus, dass die Straßen des preisgekrönt-schönen Dorfes zu eng für wetteifernde Radrenner sind.

Distanzen für jedes Alter

Ob 300, 1000, 2000 oder 3000 Meter, ob acht oder 16 Kilometer – bei insgesamt 26 Starts ist für alle Altersklassen die richtige Laufdistanz dabei, versprechen die Organisatoren Adalbert Berger, Thomas Schreck, Jürgen Andrä, Ina Krebs, Katrin Juhrich und Britt Gappa: „Teilnehmer von zwei bis 82 Jahren bekommen Urkunden, die jeweils drei Erstplatzierten zusätzlich Medaillen und Sachpreise, in der Staffel gibt’s fürs Siegerteam einen Pokal.“ Der erste Start ist 8.35 Uhr geplant, die letzte Siegerehrung 12.30 Uhr.

Viele Helfer und Sponsoren

50 Sponsoren, 70 Helfer und 15 Ehrengäste sind bereits zur Jubiläums-Festsitzung am 21. April in den „Roten Hirsch“ geladen. Mit Fotos und Filmen wird dokumentiert, wie das Volkssportevent laufen lernte. Zu DDR-Zeiten hieß der anlässlich des Republik-Geburtstages angesetzte sportliche Höhepunkt noch „Rudi-Arndt-Gedenklauf“, benannt nach dem gleichnamigen Widerstandskämpfer. Dem Colditzer Porzellanwerk war der Lauf damals sogar einen Traditionsteller mit entsprechendem Aufdruck wert. Von 1990 bis 1992 hieß die Veranstaltung Schönbacher Herbstlauf, seit 1993 firmiert sie unter Schönbacher Straßenlauf. Namen, die mit dem Lauf verbunden sind: Christine Mehmel-Ziegner (erste Goldmedaillengewinnerin), Konrad Gey, Michael Krafczyk (Kampfrichter Waldlauf), Gunter Neustadt sowie die verstorbenen Josef Seifert und Hartmut Riegert. Gemeindeschwester Asla „Agnes“ Kunze hatte in ihrem Trabi all jene aufgelesen, die unterwegs schlapp machten. Erste Hilfe leisten inzwischen Jacqueline Knispel und ihre Mannschaft. Sven Neustadt ist noch immer mit der Kamera dabei. Joachim Burchert moderiert und ist seit Jahren würdiger Nachfolger von Jens Becher, der inzwischen auf Mallorca lebt und arbeitet.

Rahmenprogramm mit Musik

Zum 30. Straßenlauf heizte noch Ulknudel Achim Mentzel ein – beim Familiennachmittag zum 50-jährigen Jubiläum werden örtliche Turner, Rock’n’Roller, Feuerwehrleute und die „Eis Boys“ erwartet. Der Schönbacher Straßenlauf lebt, auch über den 50. Geburtstag hinaus: Das ist nachrückenden jungen Leuten wie Susan Krebs, Stefan Juhrich oder Dirk Neustadt zu verdanken. Bislang waren sie als Helfer aktiv und verstärken jetzt das Organisationsteam.

Von Haig Latchinian

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