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Grimma Rundweg um Bad Lausick: Tourismus-Expertin entwirft Strecke über 50 Kilometer
Region Grimma Rundweg um Bad Lausick: Tourismus-Expertin entwirft Strecke über 50 Kilometer
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00:29 25.02.2018
Andrea (60) und Wilfried Wesener (61) engagieren sich für ein Wanderwegenetz rund um Bad Lausick. Den Kurpark (hier am Schmetterling) können sie sich dabei als Start- und Endpunkt von Wanderungen in der Gegend der Kurstadt vorstellen. Foto: Andreas Döring BOG MTL Quelle: Andreas Dšring
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Bad Lausick

Wandern verbindet Menschen. Wanderwege verbinden Orte. Beides könnte in Bad Lausick zu einer weithin ausstrahlenden Symbiose finden. Ein Rundweg, der die Ortsteile und die Kernstadt einschließe, sei für Einheimische ebenso reizvoll wie für Ausflügler, Wellness- und Wanderurlauber – davon ist Andrea Wesener überzeugt: „Etwas schaffen, dass Gäste veranlasst, in unsere Stadt zu kommen und ein paar Tage zu bleiben, darauf kommt es an.“ Im Rahmen ihrer Qualifikation zur IHK-geprüften Tourismus-Fachfrau absolvierte die 60-Jährige ein halbjähriges Praktikum bei der Kur GmbH und legte im Ergebnis ihr Konzept eines solchen, rund 50 Kilometer langen Weges vor. Jetzt wirbt sie in Stadtrat und Verwaltung, bei den Vereinen in den Ortsteilen und in den Ortschaftsräten für diese Idee.

Bad Lausick gerät ins Hintertreffen

„Wandern wird immer attraktiver. Es boomt, aber es zeigt sich, dass die Bedingungen in der Region durchaus unterschiedlich sind“, so ihr Befund. Während das Kohrener Land, das Muldental und das Neuseenland über eine gut ausgebaute Infrastruktur an Wegen und Beschilderungen verfüge, laufe Bad Lausick Gefahr, ins Hintertreffen zu geraten. „Wir könnten viel stärker als bisher Tagesgäste und Wochenend-Touristen hierher holen, die unsere schöne Landschaft zu Fuß erkunden“, ist sie überzeugt. Verkehrstechnisch sei Bad Lausick sehr gut angebunden, in der Stadt selbst gebe es gute Bedingungen – Stichwort Gastronomie, Kur- und Freizeitbad „Riff“ sowie „Riff“-Resort, das sich im Bau befindet. Von einem Rundweg als Klammer und Verbindungen Richtung Kernstadt würden nicht zuletzt auch die Bewohner der Ortsteile profitieren, „die sich oft nicht genügend eingebunden fühlen“.

Viel Vorarbeit nötig

Solch ein Weg habe Potenzial, bestätigt Bürgermeister Michael Hultsch (parteilos). „Ich freue mich auf die Umsetzung und hoffe, dass Bad Lausick damit noch attraktiver wird für die Einwohner und dass uns zunehmend auch Touristen besuchen.“ Er sei sich bewusst, dass noch einiges an Vorarbeit nötig sei. Er setze deshalb auf die Unterstützung durch den sehr aktiven Wanderverein und auf die Vereine in den Ortsteilen. „Seitens Stadt oder der Kur-Gesellschaft ist eine finanzielle Unterstützung für Material denkbar. Erst einmal muss das Konzept fertig sein“, sagt er. Denkbar sei eine Aufwandsentschädigung für einen ehrenamtlichen Wegewart, der sich um die Pflege eines solchen Weges kümmere.

Mit ihrem Mann Wilfried, der die Gruppe der Bad Lausicker Wanderer leitet, hat die Initiatorin einen maßgeblichen Unterstützer unter dem eigenen Dach. „Nicht nur Wegweiser müssten aufgestellt werden. Es gibt auch kaum Informationstafeln zu den Sehenswürdigkeiten“, sagt der. Zur Parthenquelle fänden ältere Leipziger gerade noch; darüber hinaus aber gebe es ein großes Terra inkognito. „Dabei ist das Interesse sehr groß, wandernd die Heimat kennenzulernen. Wir müssen unsere Teilnehmerzahlen inzwischen begrenzen.“ Die Wandergruppe sei bereit, den Rundweg zu pflegen. Finanziell aufkommen könne man dafür freilich nicht.

Stadtrat positioniert sich zum Konzept

„Wir stehen der Idee der Familie Wesener, über die bereits bestehenden Terrainkurwege hinaus Wanderwege im gesamten Gebiet der Stadt Bad Lausick und ihrer Ortsteile auszuweisen, sehr aufgeschlossen gegenüber“, sagt Udo Goerke, der CDU-Fraktionschef im Stadtrat. Der Wanderverein sei aufgrund seiner Erfahrungen und seiner Fachkompetenz dafür geradezu prädestiniert. „Bei der Umsetzung sind wir gern behilflich. Wir möchten Frau Wesener zu einer unserer nächsten Fraktionssitzungen einladen.“

Die Karte skizziert den Rundweg um Bad Lausick, den Tourismus-Expertin Andrea Wesener konzipiert hat. Quelle: privat

Die Idee sei sympathisch und im Sinne der Ortsteile, urteilt Andreas Dathe, Ortsvorsteher von Steinbach und Glasten. Entscheidend sei, wie sich der Stadtrat positioniere. „Wir Ortschaftsräte können nur verbal und moralisch Unterstützung leisten. Damit stehen wir grundsätzlich hinter dem Projekt, ohne zu verschweigen, dass lange geforderte Radwegeverbindungen von den Ortsteilen zur Stadt für uns Vorrang haben.“

Wenn am 14. Mai deutschlandweit der Tag des Wanderns begangen wird, will sich die Bad Lausicker Wandergruppe erstmals einbringen. Sie lädt alle Interessenten ein, gemeinsam einen Teil des angedachten Weges abzugehen. Treffpunkt ist 13 Uhr am Bahnhof. Bei einem gemütlichen Ausklang im Etzoldshainer „Kastanienhof“ soll über das Rundweg-Projekt – nicht nur mit den Teilnehmern dieser Tour – diskutiert werden, Beginn 17 Uhr.

Von Ekkehard Schulreich

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