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Grimma S-Bahn nach Grimma? Verbandschef will keine leeren Versprechen abgeben
Region Grimma S-Bahn nach Grimma? Verbandschef will keine leeren Versprechen abgeben
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00:22 25.09.2017
Grimmas Stadtrat tagte diesmal in der Aula des Gymnasium-Hauses Seume. Quelle: Frank Prenzel
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Grimma

Wann Grimma an die S-Bahn angebunden wird, steht weiter in den Sternen. Der Geschäftsführer des Zweckverbandes für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL), Oliver Mietzsch, wollte sich jedenfalls nicht konkret festlegen, als er am Donnerstag mit dem Geschäftsführer der Transdev Regio Ost GmbH, Dirk Bartels, dem Stadtrat Rede und Antwort stand. Die Transdev bedient seit Juni 2016 die Strecke Leipzig-Grimma-Döbeln.

Immerhin wagte Mietzsch eine Aussage: „Unser großes Bestreben ist, bis 2025 die Voraussetzungen erfüllt zu haben, dass Grimma ans mitteldeutsche S-Bahnnetz angeschlossen werden kann.“ In jenem Jahr ende der jetzige Vertrag zum S-Bahnnetz mit den sechs durch den City-Tunnel fahrenden Linien und auch der mit Transdev. Voraussetzung für Mietzsch ist, dass bis dahin die Strecke im Muldental elektrifiziert ist, denn Dieselzüge dürfen nicht in den Tunnel. Doch hinter der Elektrifizierung steht ein riesiges Fragezeichen. Der ZVNL habe sie frühzeitig angemeldet, so Mietzsch, andere Strecken seien dem Land aber wichtiger. Und alternative Antriebe – sprich Batterie oder Wasserstoff – seien bisher im realen Einsatz nicht getestet worden, trat Mietzsch weiter auf die Bremse. In Deutschland dauere es vom ersten Zeichenstrich bis zur Genehmigung durch das Eisenbahnbundesamt mindestens vier Jahre, ehe ein neuer Zug fahren darf. „Es nützt niemanden, etwas zu versprechen, was man nicht halten kann.“

Die Muldental-Kommunen an der Strecke werden sich damit nicht zufrieden geben. „Dass man von Grimma nach Leipzig nicht mit der S-Bahn kommt, ist nicht zu akzeptieren“, klagte Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos). Die „Technik von vorgestern“ setze eine Elektrifizierung voraus, es gebe jedoch technologisch viele Entwicklungen. Mit der Bahn sei man zwar schneller, aber den Leuten sei die Verknüpfung zur S-Bahn wichtig.

Grimma schiebt Verkauf von Rittergut auf

Die Entscheidung ist vertagt. Bürgermeister Matthias Berger nahm zu Beginn der Stadtratssitzung den Beschluss zum Verkauf des Türmchenhauses vom Rittergut Hohnstädt von der Tagesordnung. Wie berichtet, gibt es einen Kaufinteressenten für das desolate Gebäude, das derzeit der Reit- und Fahrverein Grimma nutzt. Der Verein fürchtet um seine Zukunft, sollte das interessierte Paar den Zuschlag erhalten, und kann sich einen gemeinsamen Weg mit dem potenziellen Investor nicht vorstellen. Laut Pachtvertrag hat der Verein die Pflicht zur Sanierung der von ihm genutzten Gebäude. Bei einem Vor-Ort-Termin in dieser Woche einigte man sich im Beisein von Stadträten auf einen achtwöchigen Aufschub, damit der Verein ein Konzept vorlegen kann. Der Kaufinteressent wird sein Angebot bis zum Jahresende aufrecht erhalten.

„Warum sind wir denn mit mal Pilotprojekt für eine hybride S-Bahnstrecke“, fragte der Brandiser Bürgermeister Arno Jesse (SPD), federführend in einer Arbeitsgruppe zu diesem Thema. Diesen alternativen Triebwagen gebe es noch nicht auf der Schiene, aber er werde inzwischen geplant und gebaut. Jesse hofft, dass die Technologie hier 2022/23 zum Einsatz kommen könnte. Kommunen und ZVNL sollten bei aller Kompliziertheit nicht von vornherein auf der Bremse stehen. Grimmas Entwicklung sei abhängig vom Anschluss, sagte Stadtrat Steffen Grimm (CDU). „Wir haben die Bitte, ihn zu forcieren, und zu sagen, bis 2020 kommt die S-Bahn.“

ZVNL-Chef Mietzsch, der auch den Ausbau von Bahnhof und Vorplatz zum Verknüpfungspunkt beschwor, führte das bereits verbesserte Angebot durch dichtere Bahntakte vor Augen. Anfang der 1990er Jahre habe es elf bis zwölf tägliche Fahrten zwischen Leipzig und Grimma gegeben, derzeit seien es 29. Transev-Chef Bartels, dessen Firma zum Jahreswechsel stark in Muldentaler Kritik stand, sagte, dass es dieses Jahr bei den Regelfahrten 1,2 Prozent Zugausfälle gab. Nur ein Drittel davon sei dem Unternehmen geschuldet. Baustellen und eine teils veraltete Infrastruktur seien ebenfalls Gründe. In enger Abstimmung mit dem ZVNL werde Transev sein Personal und die Fahrzeuge ertüchtigen, um die Zuverlässigkeit stetig zu verbessern.

Von Frank Prenzel

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