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Grimma Sachsen ehrt Gründerin von Turmuhrenmuseum
Region Grimma Sachsen ehrt Gründerin von Turmuhrenmuseum
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05:12 13.10.2018
Ehrung für ein Lebenswerk: Helga Schnabel mit der Urkunde von Kunstministerin Eva-Maria-Stange im Naunhofer Turmuhrenmuseum. Quelle: Thomas Kube
Naunhof

Für ihr Lebenswerk zeichnete kürzlich Sachsens Kunstministerin Eva-Maria Stange die Naunhoferin Helga Schnabel aus. Ihrem ehrenamtlichen Engagement ist es zu verdanken, dass Naunhof über ein funktionierendes Turmuhrenmuseum verfügt, das in seiner Art als einmalig im Freistaat gilt und weit über die Stadtgrenzen hinaus Interessierte anzieht.

„Museumsarbeit wird erst erfahrbar durch die persönliche Begegnung mit Menschen, die für ,ihr’ Haus brennen und bei Führungen oder anderen museumspädagogischen Formaten ihre Begeisterung auf andere übertragen“, sagte Stange beim Festakt in Hoyerswerda zu den 26 Ehrenamtlern, die sich Verdienste um die Förderung des sächsischen Museumswesens erworben haben. Dass sie für „ihr“ Kleinod an der Ungibauerstraße brennt, wird Helga Schnabel niemand abstreiten, der sie kennt.

Turmuhren vor Verschwinden gerettet

„Viele Turmuhren der Region verschwanden nach der Wende“, erinnert die 79-Jährige. „Ich sagte damals, diese können wir auch selbst ausstellen.“ Mit Gleichgesinnten gründete sie am 18. Januar 1993 einen Verein, der sich den Erhalt der alten Handwerkskunst zur Aufgabe machte, und wurde deren Vorsitzende. Die Ur-Naunhoferin war nun stadtweit auch als Uhr-Naunhoferin bekannt.

Neue Chance für marodes Fachwerkgebäude

Seinerzeit sollte das marode Fachwerkgebäude der ehemaligen Mädchenschule abgerissen werden. Schnabel bemühte sich, dass sich ihr Verein einmieten kann. Mit Unterstützung des damaligen Bürgermeisters Uwe Herrmann entstand aus der Immobilie das Turmuhrenmuseum Naunhof, zu dessen Eröffnung am 1. Juli 1995 sogar Ministerpräsident Kurt Biedenkopf einflog. „Wir hatten den Innenausbau gestemmt und die Stadt das Gebäude außen herum saniert“, erinnert Schnabel.

Gründerin Schnabel erweckte Haus zum Leben

Mit zahlreichen Ideen erweckte sie das Haus zum Leben. Es wurde ein Café eingerichtet, in dem als Spezialität Kartoffelkuchen angeboten wird – schließlich liegt das Museum an der Straße, die den Namen des Pfarrers Ungibauer trägt, der während einer Hungersnot die Erdäpfel nach Naunhof brachte. Sie entwickelte Veranstaltungen, zum Beispiel die Zeitsprüche mit Feuerzangenbowle, die Museumsnacht mit Livemusik und den Trödelmarkt mit Straßenfest.

Blumenuhr im Pfarrgarten

Ihr kam die Idee zu einer Blumenuhr im Pfarrgarten, die sich in Zusammenarbeit mit der Kirchgemeinde umsetzen ließ. Und sie entwickelte ein Konzept für jährlich fünf bis sechs Sonderausstellungen mit unterschiedlichen Themen. So wurde die Einrichtung zu einem „Besuchermagnet für Naunhof und die Region“, wie Katja Margarethe Mieth von der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen in ihrer Laudatio zur Auszeichnung hervorhob.

Über die Jahre hinweg halfen, gefördert von der Arbeitsagentur, mehr als 20 Menschen mit, das Museum auszubauen sowie seinen Betrieb und die Öffnungszeiten abzusichern. „Zeitweise beherbergten wir die Touristinformation, die auch an Wochenenden und Feiertagen offen war“, sagt Helga Schnabel, die betont: „Ohne die Zuschüsse von Kulturraum und Kommune wie auch die ehrenamtliche Mitarbeit unserer Vereinsmitglieder hätte das Museum nicht überleben können.“

Nachwuchssorgen im Verein

Peter Schnabel, der 2015 als Nachfolger im Vereinsvorsitz gewählt worden war, will, wie er sagt, „das weiterführen, was meine Frau aufgebaut hat.“ Sorgen bereitet ihm aber, dass alle 13 Vereinsmitglieder in die Jahre gekommen sind. „Wir brauchen dringend Nachwuchs“, erklärt er. „Es geht noch nicht einmal unbedingt um 30-Jährige, sondern helfen würde uns schon, wenn frischgebackene Rentner bei uns mitmachen würden.“

Von Frank Pfeifer

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