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Sachsenligist FC Grimma bekommt die Schlüssel fürs neue Stadion in Grimma

Vertrag Sachsenligist FC Grimma bekommt die Schlüssel fürs neue Stadion in Grimma

Der Nutzungsvertrag zwischen der Stadt und dem FC Grimma für die künftigen Fußballplätze an der Lausicker Straße kann unterzeichnet werden. Mehrheitlich gab der Stadtrat jetzt grünes Licht. Im Vorfeld wurden mehrere Veränderungen eingearbeitet, so dass den Stadträten der siebente Entwurf zur Abstimmung vorlag. Der Verein muss etwa ein Zehntel der Betriebskosten tragen.

FC-Grimma-Chef Egon Pape.

Quelle: Thomas Kube

Grimma. Der Nutzungsvertrag zwischen der Stadt und dem FC Grimma für die künftigen Fußballplätze an der Lausicker Straße kann unterzeichnet werden. Nach ausgiebigen Diskussionen in den Gremien – und zwar hinter verschlossenen Türen – stimmte der Stadtrat dem Papier jetzt mehrheitlich zu. Dass den Abgeordneten der siebente Entwurf zur Abstimmung vorlag, verdeutlich, wie hart um Inhalte und Formulierungen gerungen wurde. Die Stadt überlässt dem Fußballverein die Plätze, die noch zu bauen sind, nebst Funktionsgebäude ohne Nutzungsentgelt. Der FC, dessen erste Mannschaft in der Sachsenliga um Punkte kämpft, hat aber eine jährliche Betriebskostenpauschale von 10 000 Euro zu zahlen. Das ist etwa ein Zehntel der tatsächlich anfallenden Betriebskosten.

Ein politisches Statement lieferte im Stadtrat nur die dreiköpfige Fraktion der Linken. „Für uns ist der Vertrag nicht zustimmungsfähig“, konstatierte Fraktionschef Jörg Diecke angesichts der Schere zwischen dem FC-Zuschuss und den im Jahr 2016 kalkulierten Betriebskosten an der Lausicker Straße von knapp 105 000 Euro. „Wir haben im Januar wegen der Haushaltkonsolidierung die Sportförderung für die Vereine gekürzt“, so Diecke weiter. „Ist die Konsolidierung jetzt vorbei, dass wir so einen Vertrag abschließen können?“ Neben den Pflegekosten fürs Stadion der Freundschaft von jährlich 60 000 Euro kämen nun noch 90 000 Euro drauf. Das sei eine Ungleichbehandlung der Vereine. Dieckes Fraktion und drei weitere Stadträte, darunter die SPD, votierten denn auch mit Nein. Die vierköpfige CDU-Fraktion enthielt sich der Stimme. Sie hatte nach der Diskussion im Verwaltungsausschuss dem Rathaus noch einmal dringende Fragen zur Beantwortung vorgelegt. Und auf ihren Antrag hin wurde zur Sitzung ein Passus im Vertrag geändert. Danach ist der Fußballverein nunmehr verpflichtet, für die neue Sportstätte eine Haftpflichtversicherung mit ausreichender Deckung abzuschließen. Laut Vereinschef Egon Pape sei das ohnehin „gelebte Praxis“.

Im April kommenden Jahres soll der Baustart für den Rasen- und Kunstrasenplatz plus Funktionsgebäude am Ex-Kasernenstandort sein. Der FC Grimma möchte zudem auf eigene Kosten ein Kunstrasen-Kleinspielfeld für seinen Nachwuchs und einen Kiosk errichten, was jeweils nicht Gegenstand des auf zehn Jahre ausgelegten Vertrages ist. Pape sagte vor dem Stadtrat, dem Verein werde es „sehr, sehr schwer fallen“, die jährlich 10 000 Euro aufzubringen. Er dürfe aber auch Veranstaltungen im neuen Stadion durchführen und habe so Einnahmen durchs Catering. Der Verein habe kalkuliert, „es ist keine Milchmädchenrechnung“, so Pape. Zudem werde der Verein „alles tun, um die Betriebskosten so gering wie möglich zu halten, weil wir letztlich davon profitieren“. Im Vertrag ist geregelt, dass ab drittem Nutzungsjahr der FC-Zuschuss im Verhältnis an die realen Betriebskosten anzupassen ist.

Aline Hanschmann (Allianz Stadt+Land) hinterfragte die Unterhaltung und Reinigung des künftigen Sportareals. „Müsste das der Bauhof zusätzlich machen, würde ich große Probleme sehen“, gab sie zu bedenken. Der Bauhof sei nicht beteiligt, antworte Jana Kutscher, Leiterin des Amtes für Schulen, Soziales und Kultur. Für die Reinigung sorge der Verein, begleitet von einem Mitarbeiter der Verwaltung. Laut Vertrag reinigt die Stadt das Objekt und entsorgt den Müll, der Verein ist für die Grobreinigung und das Müllaufsammeln verantwortlich. „Wir stellen geförderte Personen, aber eine Fachperson der Stadt muss den Ton angeben“, erklärte Vereinschef Pape. Das Stadion der Freundschaft wird laut Kutscher künftig von den fünf Leuten der Stadt, die sich um Sportanlagen kümmern, mit abgedeckt.

Von Frank Prenzel

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