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Sächsisches Burgenland will 2018 die Berliner umgarnen

Tourismus Sächsisches Burgenland will 2018 die Berliner umgarnen

Ein Gästeplus von 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr hat das Sächsische Burgenland im Jahr 2016 zu verzeichnen. Insgesamt wurden rund 390 000 Übernachtungen registriert. Mehr Schlafgäste konnten unter anderem Grimma und Colditz begrüßen. Im nächsten Jahr sollen besonders die Berliner als Besucher umgarnt werden.

Urlaub an der Mulde: Höfgen lockt Touristen an.

Quelle: Archiv

Landkreis Leipzig. Messeauftritte, die Ansprache von Busunternehmen, ein Kinospot und vieles mehr: Die Aktivitäten, die für ein Gäste-Plus zwischen Thallwitz und Colditz sorgen sollen, sind breit gefächert. Sandra Brandt, Geschäftsführerin des Tourismusvereins (TV) Sächsisches Burgenland, präsentierte auf der jüngsten Mitgliederversammlung im Röcknitzer Herrenhaus die Vorjahresbilanz. Demnach sei 2016 ein nicht ganz einfaches Jahr gewesen. „Die Zahl der Übernachtungen in den Mitgliedskommunen wies mit 0,4 Prozent nur einen leichten Anstieg auf.“ Insgesamt wurden im Jahr 2016 rund 390 700 Übernachtungen im Sächsischen Burgenland registriert. Die Zahl der Ankünfte sei sogar mit minus 2,5 Prozent gegenüber dem Jahr 2015 rückläufig gewesen. „Auch die Umwandlung von Hotels in Flüchtlingsunterkünfte hat sich ausgewirkt“, erläuterte Brandt. Diese würden in der Statistik fehlen.

„Der Verlauf des ersten Halbjahres 2017 stimmt hingegen wieder zuversichtlich“, konnte die Leiterin der Abteilung Region bei der Leipzig Tourismus und Marketing (LTM) GmbH verkünden. Zwischen Januar und Juni 2017 wurden im Burgenland demnach über 190 000 Übernachtungen gezählt. „Im selben Zeitraum des Vorjahres waren es lediglich 174 000, was ein sattes Plus von neun Prozent ausmacht.“

Zu den Gewinnern zählen unter anderem Grimma, Colditz und Bennewitz. Die genannten Orte weisen im Vergleich von 2016 zu 2015 ein Plus bei den Schlafgästen aus. „Generell geht der Trend immer mehr zu Kurzreisen; die Besucher kommen Freitag an und bleiben maximal bis Sonntag.“ Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Besucher sei deshalb nicht falsch zu verstehen, warnte Brandt. „Die liegt bei 5,7 Tagen – ein Wert, der durch die zahlreichen Patienten in den Reha-Kliniken unter anderem in Bennewitz und Bad Lausick zustande kommt. Diese halten sich mehrere Wochen in den Einrichtungen auf und beeinflussen so die Statistik.“

Die hat im Übrigen durchaus ihre Tücken. So tauchen bei einzelnen Mitgliedskommunen gar keine Übernachtungszahlen auf. Was daran liegt, dass die amtliche Statistik nur Daten liefert, wenn es in der Kommune Beherbergungsstätten mit mindestens zehn Betten gibt. Außerdem müssen mindestens drei Übernachtungsbetriebe ansässig sein. „Sonst sind Rückschlüsse auf die Belegung einzelner Hotels oder Pensionen möglich“, erläuterte Brandt. So sind zum Beispiel in der amtlichen Aufzählung des Statistischen Landesamtes für die Gemeinde Thallwitz keine Übernachtungen erfasst. „Obwohl es“, wie Bürgermeister Thomas Pöge betonte, „zahlreiche Pensionen bei uns gibt, die fast immer ausgebucht sind.“ Auch Rochlitz würde in der Tabelle nicht auftauchen, weil er hier keine größeren Hotels gebe, hieß es.

Einen Ausblick gab Sandra Brandt auf die Marketingaktivitäten für das kommende Jahr, die noch durch die Mitgliederversammlungen der Tourismusvereine Leipziger Neuseenland und Sächsisches Heideland sowie den Tourismusverband Sächsisches Burgen- und Heideland bestätigt werden müssen. „Im kommenden Jahr wollen wir verstärkt den Fokus auf Berlin richten“, so die Tourismus-Expertin. Mit Plakaten, Kinowerbung und Radiospots soll den Hauptstädtern Lust auf die reiche Kulturlandschaft entlang der Mulde gemacht werden. Ein weiterer Schwerpunkt wird Nordrhein-Westfalen, hier sollen in Bussen und Bahnen sogenannte Swingcards verteilt werden. „Außerdem möchten wir im dortigen Einzelhandel mit Lesetüten für unsere Region werben.“ Die papiernen Botschafter werden speziell in Buchläden oder Museumsshops verteilt.

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Der Mulderadweg bei Grimma

Der Mulderadweg bei Grimma.

Quelle: Volkmar Heinz

nhaltlich will der Tourismusverein sein Profil weiter schärfen. Schwerpunkt bleibt der Mulderadweg, der als verbindendes Band der Mitgliedskommunen gilt. Ziel sei, die Arbeit der Koordinierungsstelle fortzuführen, um die insgesamt 400 Kilometer lange touristische Lebensader weiter zu entwickeln, sagte Sandra Brandt. Matthias Berger, Grimmaer OBM und Vereinschef, erklärte, es müssten unbedingt noch mehr touristische Dienstleister gewonnen werden, die mitmachen. Erfreulich sei, dass sich zum Beispiel die Mittelsächsische Kultur GmbH mit dem Museum Schloss Rochsburg dem Verein angeschlossen hat. Weitere fördernde Mitglieder sind zum Beispiel die Heureka Marktgastronomie GmbH & Co.KG (Schloss Trebsen), die Hotel Kloster Nimbschen GmbH, der Förderverein Rittergut Trebsen sowie die Rittergut Kössern GbR. Einen Zuwachs bei den Mitgliedskommunen kann der Verein ebenso verzeichnen. „Colditz und Rochlitz sind jetzt mit im Boot“, freute sich die Geschäftsführerin. Gänzlich neu stößt ab 2018 die Gemeinde Machern dazu, die sich laut Bürgermeisterin Doreen Lieder mit ihren zwei Schlössern und Püchau als ältestem Dorf Sachsens im Burgenland besser aufgehoben fühlt. Die Kommune tritt deshalb zum Jahresende aus dem Verein Leipziger Neuseenland aus.

Von Simone Prenzel

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Bundesland: Sachsen

Landkreis: Leipzig

Fläche: 218,32 km²

Einwohner: 28.480 Einwohner (31.12.15)

Bevölkerungsdichte: 130 Einwohner je km²

Postleitzahl: 04668

Ortsvorwahlen: 03437,034382, 034384, 034386

Stadtverwaltung: Markt 16/17, 04668 Grimma

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