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Saks Invest lässt Sermuther Mieter in der Kälte sitzen

Missmanagement Saks Invest lässt Sermuther Mieter in der Kälte sitzen

Sinkende Temperaturen im Freien, keine Heizung in den Wohnungen. Die Senioren der Sermuther Parkstraße 1 und 2 müssen derzeit allerhand wegstecken. Ihren Vermieter erreichen sie nicht mehr. Es handelt sich um die Saks Invest GmbH, die in den vergangenen Jahren schon für viele negative Schlagzeilen gesorgt hat.

Reinhard Fischer muss sich warm anziehen. Seit zwei Wochen funktioniert die Heizung in seinem Aufgang nicht mehr.

Quelle: Thomas Kube

Colditz/Sermuth.

In einem Aufgang des Sermuther Hauses ist schon vor zwei Wochen die Heizung ausgefallen, so dass die Räume kalt blieben und kein Warmwasser aus den Hähnen kam. Im anderen Aufgang, in dem sechs von acht Wohnungen belegt sind, wurde jetzt der Öltank leer, damit standen die gleichen Probleme an. Eigentlich hätten es die Bewohner einfach, ihren Vermieter auf die Missstände anzusprechen, denn als offiziellen Firmensitz gibt Saks Invest nach wie vor die Parkstraße 2 in Sermuth an. Doch dort, so die Enkelin einer Bewohnerin, habe es immer nur einen Briefkasten gegeben. Und dieser sei inzwischen abgebaut worden.

Alle Versuche der Senioren und ihrer Anwälte, die Saks Invest in jüngster Vergangenheit zu kontaktieren, seien gescheitert. Auch die LVZ erreichte unter der offiziellen Telefonnummer – übrigens eine mit Leipziger Vorwahl – nur einen Anrufbeantworter. Laut Handelsregister wechselte am 4. Juli dieses Jahres die Geschäftsführung. Tjeerd Hendrik Johan Geerts löste Cees Schutte ab, als dessen Adresse wird die spanische Kleinstadt Benissa in der Provinz Alicante angeführt.

Die Leipziger Anwaltskanzlei Dextra vertritt Saks Invest nicht mehr, weshalb dort keine Auskunft zu erhalten ist. Die Firma selbst bleibt stumm. So wird spekuliert, welche Gründe zur Misere führten. Bei früheren Problemen hatte ein Mitarbeiter der Saks Invest erklärt, das Unternehmen befinde sich in einer Abwicklungsphase und Umstrukturierung. Das Gerücht von einer Insolvenz macht die Runde, obwohl sich dafür keine Belege finden lassen. Einige Bewohner zahlen nur noch die Nebenkosten an Saks Invest, die Miete geht an die Görlitzer Rechtsanwältin Theresia Donath. Diese beruft sich gegenüber der LVZ auf die Verschwiegenheitspflicht und sagt nichts.

Die Bewohner halfen sich vorerst selber. „Meine Oma muss jetzt ihr Wasser mit einem Wasserkocher heiß machen, und in der Stube steht ein Heizer“, sagt die Enkelin der Bewohnerin, die ihren Namen nicht öffentlich nennen möchte. Die Hoffnungen der Colditzerin ruhen auf Bürgermeister Matthias Schmiedel (parteilos), der sich der Sache annahm, obwohl er dazu nicht verpflichtet ist. Zu Saks Invest fand freilich auch er keinen Kontakt.

„Ich habe meine Unterstützung zugesagt und einen Anwalt eingeschaltet“, erklärt er. Freitag würden die Bewohner von dem Juristen ein Schreiben erhalten, wonach sie keine Miete mehr zahlen sollen. Stattdessen werde für das Geld zum einen Heizöl bestellt. Zum anderen soll die defekte Heizanlage repariert werden. Laut Schmiedel wird das am Freitag notdürftig geschehen. Der Klempner wolle Ersatzteile bestellen, um die richtige Reparatur in der kommenden Woche vornehmen zu können. „Ziel ist es, dass die Leute wieder ordentlich in dem Haus wohnen können“, sagt der Bürgermeister.

Er bedauert, dass mit der Parkstraße 1 und 2 noch eine Immobilie in den Händen von Saks Invest verblieben ist. Alle anderen Colditzer Immobilien des Großvermieters – sie gehörten früher zur AWG – seien inzwischen an einen anderen Investor verkauft worden. „Seitdem haben wir dort von keinen Schwierigkeiten mehr gehört“, erklärt Matthias Schmiedel.

Über Jahre hinweg gab es massive Probleme mit Saks Invest in Colditz und Grimma. Weil das Unternehmen die Nebenkostenzahlungen der Mieter nicht an den Versorgungsverband Grimma-Geithain weiterleitete, drohte dieser wiederholt damit, das Wasser in den Häusern abzudrehen, oder drehte es sogar ab, bis die Zahlungen eintrafen. Zwar versprach Saks Invest immer wieder Besserung, doch diese trat nie ein. Der damalige Chef Cees Schutte verwendete sogar einmal den Begriff „Missmanagement“ für das eigene Unternehmen.

Von Frank Pfeifer

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