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Sanierung der Naunhofer Schlossmühle steht kurz vorm Abschluss

Sauna in der Küche Sanierung der Naunhofer Schlossmühle steht kurz vorm Abschluss

Die Krönung ist bekanntlich dem Ende vorbehalten. In der Schlossmühle, dem ältesten Gebäude der Stadt Naunhof, das in diesem Jahr auf eine 500-jährige Geschichte zurückblicken kann, soll sie alsbald in Form einer Sauna in der einstigen Gewölbeküche im Erdgeschoss daherkommen. Besitzer Martin Enderlein setzt mit seiner Sanierung Akzente.

Martin Enderlein im Eingangsportal zum Erdgeschoss des Mühlengebäudes.

Quelle: Roger Dietze

Naunhof. Die Krönung ist bekanntlich dem Ende vorbehalten. In der Schlossmühle, dem ältesten Gebäude der Stadt Naunhof, das in diesem Jahr auf eine 500-jährige Geschichte zurückblicken kann, soll sie alsbald in Form einer Sauna in der einstigen Gewölbeküche im Erdgeschoss daherkommen. In diesem Teil des altehrwürdigen Gebäudeensembles ist dessen Besitzer Martin Enderlein seit einigen Wochen mit Unterstützung eines Steinmetzes dabei, ihn für Wohnzwecke herzurichten, während er in den Obergeschossen bereits vor reichlich einem Jahr Einzug gehalten hat.

Zu diesem Zeitpunkt lagen fünf Jahre mit intensiven Sanierungsarbeiten hinter dem Naunhofer Tierarzt, der, bevor er das eigentliche Schlossgebäude in Angriff nahm, das Torgebäude sowie den großen Stall des Fünfseitenhofes hergerichtet hatte. „Der Einzug war ein sensationelles Gefühl. Auch nach über einem Jahr genießen wir noch jeden Tag im neuen Heim in vollen Zügen“, sagt Enderlein.

Gläserne Südfassade

Gläserne Südfassade: Im lichtdurchfluteten Dachboden haben Aniko Heydrich und Martin Enderlein keine Probleme, selbst tristeste Wintertage auszusitzen.

Quelle: Roger Dietze (Archiv)

Worte, die nachvollziehen kann, wer das bislang vollendete Sanierungswerk in Augenschein nimmt. Jeder Winkel des Hauses scheint Geschichte zu atmen, was nicht zuletzt mit dem Anspruch des Eigentümers zusammenhängt, so viel der historischen Bausubstanz wie nur möglich zu erhalten und die Sanierung mit Naturmaterialien zu realisieren.

So legten im als Wohnzimmer dienenden raumgreifenden Dachboden nicht etwa Zimmerleute großflächig Hand an, um die alten Balken durch neue zu ersetzen, sondern vielmehr hat der Bauherr jeden Balken in mühevoller Handarbeit bearbeitet und hergerichtet. „Nur vier Sparren mussten erneuert werden. Hätte der Dachstuhl komplett ausgetauscht werden müssen, wäre das Gebäude nicht sanierbar gewesen“, so Enderlein.

Auch beim Ausbau des Erdgeschosses verfolgt der Naunhofer eine behutsame, wenngleich zeitintensive Sanierungsstrategie. So tauchte während der Arbeiten im künftigen Flurbereich unter dem Estrich ein Porphyrfußboden auf, den er aufarbeiten ließ und der seine besondere Note durch ein in ihn eingearbeitetes halbes Mühlenrad erhält.

Auch die aus Porphyr gefertigten Fensterstürze und -bretter wurden, wo dies möglich war, aufgearbeitet beziehungsweise an Stellen, an denen der Stein bereits zu verwittert war, durch neuen Porphyr ersetzt. Auch im Untergeschoss sind alle Wände, analog zu den in den beiden Obergeschossen, mit Lehm geputzt.

Weil der Einzugsdruck von seinen Schultern und denen seiner Lebenspartnerin gewichen ist, kann sich der Schlossmühlen-Besitzer im Untergeschoss umso mehr den Details widmen. „Mit dem Einzug fiel eine Last ab, so dass wir danach einen Gang herunterschalten konnten“, sagt Enderlein, der dennoch ein festes Fertigstellungsziel vor Augen hat. „In einem Jahr soll die Sanierung des Mühlengebäudes inklusive des Putzes abgeschlossen sein“, erklärt der 45-Jährige. Die Sanierung muss er komplett mit Eigenmitteln und Krediten stemmen. Denn trotz intensiver Bemühungen gelangte er nicht an Fördermittel, weil die Schlossmühle auf dem Gebiet einer Stadt und nicht auf dem einer ländlichen Gemeinde steht.

Von Roger Dietze

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