Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Grimma Sanierung der Naunhofer Schlossmühle steht kurz vorm Abschluss
Region Grimma Sanierung der Naunhofer Schlossmühle steht kurz vorm Abschluss
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:10 25.11.2015
Martin Enderlein im Eingangsportal zum Erdgeschoss des Mühlengebäudes. Quelle: Roger Dietze
Anzeige
Naunhof

Die Krönung ist bekanntlich dem Ende vorbehalten. In der Schlossmühle, dem ältesten Gebäude der Stadt Naunhof, das in diesem Jahr auf eine 500-jährige Geschichte zurückblicken kann, soll sie alsbald in Form einer Sauna in der einstigen Gewölbeküche im Erdgeschoss daherkommen. In diesem Teil des altehrwürdigen Gebäudeensembles ist dessen Besitzer Martin Enderlein seit einigen Wochen mit Unterstützung eines Steinmetzes dabei, ihn für Wohnzwecke herzurichten, während er in den Obergeschossen bereits vor reichlich einem Jahr Einzug gehalten hat.

Zu diesem Zeitpunkt lagen fünf Jahre mit intensiven Sanierungsarbeiten hinter dem Naunhofer Tierarzt, der, bevor er das eigentliche Schlossgebäude in Angriff nahm, das Torgebäude sowie den großen Stall des Fünfseitenhofes hergerichtet hatte. „Der Einzug war ein sensationelles Gefühl. Auch nach über einem Jahr genießen wir noch jeden Tag im neuen Heim in vollen Zügen“, sagt Enderlein.

Gläserne Südfassade: Im lichtdurchfluteten Dachboden haben Aniko Heydrich und Martin Enderlein keine Probleme, selbst tristeste Wintertage auszusitzen. Quelle: Roger Dietze (Archiv)

Worte, die nachvollziehen kann, wer das bislang vollendete Sanierungswerk in Augenschein nimmt. Jeder Winkel des Hauses scheint Geschichte zu atmen, was nicht zuletzt mit dem Anspruch des Eigentümers zusammenhängt, so viel der historischen Bausubstanz wie nur möglich zu erhalten und die Sanierung mit Naturmaterialien zu realisieren.

So legten im als Wohnzimmer dienenden raumgreifenden Dachboden nicht etwa Zimmerleute großflächig Hand an, um die alten Balken durch neue zu ersetzen, sondern vielmehr hat der Bauherr jeden Balken in mühevoller Handarbeit bearbeitet und hergerichtet. „Nur vier Sparren mussten erneuert werden. Hätte der Dachstuhl komplett ausgetauscht werden müssen, wäre das Gebäude nicht sanierbar gewesen“, so Enderlein.

Auch beim Ausbau des Erdgeschosses verfolgt der Naunhofer eine behutsame, wenngleich zeitintensive Sanierungsstrategie. So tauchte während der Arbeiten im künftigen Flurbereich unter dem Estrich ein Porphyrfußboden auf, den er aufarbeiten ließ und der seine besondere Note durch ein in ihn eingearbeitetes halbes Mühlenrad erhält.

Auch die aus Porphyr gefertigten Fensterstürze und -bretter wurden, wo dies möglich war, aufgearbeitet beziehungsweise an Stellen, an denen der Stein bereits zu verwittert war, durch neuen Porphyr ersetzt. Auch im Untergeschoss sind alle Wände, analog zu den in den beiden Obergeschossen, mit Lehm geputzt.

Weil der Einzugsdruck von seinen Schultern und denen seiner Lebenspartnerin gewichen ist, kann sich der Schlossmühlen-Besitzer im Untergeschoss umso mehr den Details widmen. „Mit dem Einzug fiel eine Last ab, so dass wir danach einen Gang herunterschalten konnten“, sagt Enderlein, der dennoch ein festes Fertigstellungsziel vor Augen hat. „In einem Jahr soll die Sanierung des Mühlengebäudes inklusive des Putzes abgeschlossen sein“, erklärt der 45-Jährige. Die Sanierung muss er komplett mit Eigenmitteln und Krediten stemmen. Denn trotz intensiver Bemühungen gelangte er nicht an Fördermittel, weil die Schlossmühle auf dem Gebiet einer Stadt und nicht auf dem einer ländlichen Gemeinde steht.

Von Roger Dietze

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Seine Mission ist der Neuanfang, sagt Manuel Drechsler. Mitte November wurde der 30-Jährige in sein Amt als Pastor der Evangelisch-Lutherischen Freikirche in Nerchau eingeführt. Drechsler stammt aus Annaberg-Buchholz, lernte die Johannesgemeinde Nerchau jedoch schon zur Vikarzeit kennen.

25.11.2015

Wer zum ersten Mal hierher kommt, dem geht es nicht gut. Obwohl das nicht unbedingt zu sehen ist. In der Psycho-Sozialen Kontakt- und Beratungsstelle des Diakoniewerkes Zschadraß in der Deutzener Straße in Borna werden Leute mit psychischen Krankheiten betreut. Die Einrichtung ist eine von insgesamt drei im Landkreis Leipzig.

24.11.2015

"Der Stadtrat beschließt den Verkauf der Grundstücke Schloss Mutzschen." So lautete ein Beschlussvorschlag, den die Verwaltung dem Parlament der Großen Kreisstadt Grimma zur Abstimmung vorgelegt hat. Das Areal umfasst sechs Grundstücke mit insgesamt gut 60.000 Quadratmetern Fläche.

Anzeige