Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Grimma Sanierung der Sporthalle Altenhain wird zum Millionen-Projekt
Region Grimma Sanierung der Sporthalle Altenhain wird zum Millionen-Projekt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:29 11.03.2018
Alles marode: Weil die Heizung leckt, wird mit diesem Eimer Wasser aufgefangen, damit es den ohnehin desolaten Boden nicht weiter schädigt. Quelle: Thomas Kube
Anzeige
Trebsen/Altenhain

Teurer als ursprünglich gedacht wird voraussichtlich die Sanierung der Altenhainer Vereinssporthalle. Trotzdem soll das Vorhaben jetzt durchgezogen werden. Der Technische Ausschuss empfahl am Montagabend dem Ende März tagenden Stadtrat, der Entwurfsplanung zuzustimmen.

Fördermittel in Aussicht

Von einem 800 000-Euro-Projekt war bisher stets die Rede gewesen, jetzt berechnete der Colditzer Architekt Andreas Schneider knapp eine Million Euro. Bauamtsleiterin Marika Haupt betonte jedoch, dass auch diese Zahl noch nicht als der Weisheit letzter Schluss gesehen werden kann. „Alles hängt davon ab, was genau forderfähig sein wird“, erläuterte sie. Genaue Aussagen könnten erst erfolgen, wenn Informationen von der Stelle vorliegen, die die Beihilfen aus dem europäischen Förderprogramm Leader vergibt. Immerhin: Für alles, was dann gefördert wird, stehen 80 Prozent an Zuschüssen in Aussicht. Momentan sieht es so aus, als kämen rund 240 000 Euro Eigenanteil auf Trebsen zu.

Heizung stammt aus DDR-Zeiten

Viel kleinere Brötchen wolle die Stadt anfangs backen. Sie ging davon aus, es würde reichen, den Fußboden zu erneuern. Dann kam ein Problem zum nächsten. Die Heizung stammt noch aus der Anfangszeit der am 13. Dezember 1962 eröffneten Halle, sie leckt. Eine neue Anlage ist nur sinnvoll, wenn die Außenwände gedämmt werden. Zudem existiert kein Raum, um Sportgeräte zu lagern.

Pläne sehen Radikalkur vor

Schneiders Konzept sieht jetzt eine Radikalkur vor. Die Halle wird künftig mittels Wärmepumpe über Erdwärme beheizt. Der Sportboden erhält eine Fußbodenheizung. Alle Installationen, auch die elektrische, werden erneuert.

Ein größerer Anbau wird hinten an die Halle in Richtung Rodelhang angesetzt. In ihm lassen sich die Sportgeräte unterbringen. Geradeso Platz wäre laut Schneider auch für zusammenklappbare Fußballtore, die sich die SG Blau-Weiß Altenhain wünscht. Mit den Sportlern will der Architekt noch absprechen, welche Linienführungen sie auf dem Boden wollen. Auf alle Fälle wird eine Zwischendecke eingezogen und mit integrierten LED-Lichtern versehen, damit Bälle nicht mehr, wie bislang, gegen herabhängende Leuchtstoffröhren prallen.

Barrierefreier Zutritt

Am Eingang wird über eine Rampe ein barrierefreier Zutritt bis zur Halle geschaffen. Der Vereins- und Versammlungsraum im Obergeschoss soll aber weiterhin nur über eine Treppe zugänglich sein. Eine zusätzliche Stahltreppe wird als zweiter Fluchtweg linksseitig außen angesetzt. Nicht wirklich glücklich sind manche Sportler, dass sich die Fenster vom oberen Raum zur Halle nicht mehr öffnen lassen werden, um Spiele auch akustisch verfolgen zu können. Aus Gründen des Brandschutzes ist eine Festverglasung vorgesehen. Alles andere, so Schneider, käme sehr viel teurer.

Fertigstellung Ende 2019

Auch in Zukunft – die Fertigstellung erhofft sich Bauamtsleiterin Haupt für Ende 2019 – soll das Gebäude nicht nur sportlich genutzt werden. Andere Vereine, die Stadt und Privatpersonen, die dort feiern wollen, werden laut Konzept weiterhin in ihr eine Heimstatt finden. Explizit genannt ist aber nicht der Rassekaninchenzüchterverein Altenhain mit seinen Muldentalschauen.

Haupt, von der LVZ darauf angesprochen, hielt sich zum Thema bedeckt. „Das müssen wir noch prüfen“, erklärte sie. Der Verein hofft, dass diese Prüfung für ihn positiv ausfällt. „Wir sind sehr daran interessiert, in der Halle weiter unsere Kleintierschauen zu zeigen“, sagte Ausstellungsleiter Klaus Sedlaczek auf Anfrage. „Es gibt überhaupt keinen Hinderungsgrund, denn wir legen sie zum Schutz komplett mit Folie aus. In der Hausdorfer Arche, die den gleichen Fußboden hat wie den, der in Altenhain reinkommt, funktioniert das so ähnlich.“

Von Frank Pfeifer

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Technische Ausschuss von Grimma hat den ersten Auftrag zum Bau der neuen Großbardauer Kindertagesstätte „Parthenzwerge“ vergeben. Mit den Erd- und Kanalarbeiten kann bald begonnen werden. Allerdings liegen die Preise deutlich über der Planung, was im Ausschuss nicht ohne Diskussion blieb. Zudem gibt es ein Problem mit der Heizung.

07.03.2018

Neues Gesicht an der Spitze des Kulturraums Leipziger Raum: Nachdem die Stelle mehrere Monate vakant war, bestellte der Kulturkonvent am Montagabend in Zweenfurth Sebastian Miklitsch zum neuen Kultursekretär. Um den Posten hatten sich 50 Interessenten beworben.

09.03.2018

Ein Bungalow ist Dienstagnachmittag in Grimma in Flammen aufgegangen. Verletzt wurde niemand, doch der massive Bungalow war nicht mehr zu retten. Nun ermittelt die Polizei.

07.03.2018
Anzeige