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Grimma Schafe kommen per Flugzeug von Wales nach Trebsen
Region Grimma Schafe kommen per Flugzeug von Wales nach Trebsen
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15:00 01.11.2016
Im Privatjet waren die Bluefaced Leicester Böcke nur gute drei Stunden statt 26 auf der Straße unterwegs. Quelle: Privat
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Trebsen

Von Wales nach Deutschland – eine lange Reise, für Menschen ebenso wie für Tiere. Dies war einer der Gründe, aus dem sich Henry Seifert entschied, die in Wales gekauften Böcke der Rasse Bluefaced Leicester nicht per LKW und Fähre nach Deutschland zu holen – eine Reise von etwa 26 Stunden –, sondern per Flugzeug. 3 Stunden und 18 Minuten waren die Tiere in der Luft. Es war der erste Schafstransport durch die Luft nach Deutschland.

„Die beiden Böcke kamen entspannt in Trebsen an, sie konnten gleich zu den Schafen auf die Weide gestellt werden“, berichtet Henry Seifert vom Verein Bluefaced Leicester Sheep Breeders’ Association in Deutschland. Bis zu dem Flugtransport von Charles Lindbergh und John Stringfellow war es aber ein langer Weg. „Es dauerte über zwei Jahre, die Behörden zu überzeugen, dass es kein Verbot für den individuellen Lufttransport von Einzeltieren gibt, auch nicht von Nutztieren“, sagt Seifert. Der erste Transport 2014 von Bluefaced Leicester Schafen wurde daher noch per LKW durchgeführt. Die Tiere erlebten eine über 26 Stunden lange Fahrt, ehe sie in Trebsen ankamen.

Die beiden in diesem Jahr gekauften Böcke mussten beim Transport nur etwas über drei Stunden im Flugzeug aushalten, dazu noch der Transport hin zum Flughafen Hawarden und vom Landeflughafen Schönhagen nach Leipzig in die Tierklinik sowie von dort weiter nach Trebsen. „Die Tiere waren schön kurz unterwegs und wurden dadurch nicht in ihrem natürlichen Tagesrhythmus unterbrochen“, erklärt Seifert. Das war einer der Gründe, aus dem sie entspannt in ihrem neuen Zuhause ankamen. „Ein Flugzeug hat zudem nicht die Erschütterungen, die ein LKW auf der Straße hat. Die Tiere reisen nicht nur kürzer, sondern auch ruhiger“, so Seifert.

Geflogen wurde in einem Privatflugzeug, der kleinen, zweimotorigen Maschine T303 Crussader. In Hawarden lief alles nach einem strengen Zeitplan: Die Schafe kamen erst am Flughafen an, als der Privatjet landete. „Beim Tanken und Verladen der Tiere haben wir so wenig Zeit wie möglich verloren und dann waren wir auch schon wieder in der Luft“, erzählt Seifert.

Die Flugbedingungen auf dem Rückflug waren gut, die Tiere lagen entspannt in ihrem Verschlag. Nach der Landung ging es für die Böcke erst nach Leipzig in die Tierklinik, die beste Gesundheit feststellte. Dann durften die Schafe weiter nach Trebsen. „Mit dem LKW kostete der Transport der ersten Tiere 2014 etwa 5 000 Euro. Der Transport jetzt per Luft hat sehr viel weniger gekostet“, sagt Seifert.

Die beiden Böcke Charles Lindbergh und John Stringfellow wurden nach Deutschland geholt, damit die Zucht der Hochleistungsschafsrasse fortgeführt werden kann. 2014 wurde nur ein Bock mit den Schafen gekauft, weitere Zeugungen mit diesem würde daher auf Inzucht hinauslaufen. Die beiden neugekauften Böcke stehen mit den Schafen in keinem verwandtschaftlichen Verhältnis, untereinander sind sie sehr weitläufig verwandt. Der Verein erhofft sich dadurch eine deutliche Verbreiterung der Genbasis der in Deutschland gehaltenen Bluefaced Leicester.

Von Andrea Schulze

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