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Schaller will Bürgerinitiative Naunhof ins Leben rufen

Schaller will Bürgerinitiative Naunhof ins Leben rufen

Eine neue politische Kraft formiert sich in Naunhof. Gestern rief Mario Schaller, der als unabhängiger Kandidat zu den Bürgermeisterwahlen im Februar angetreten war, dazu auf, eine Bürgerinitiative Naunhof (BiN) zu gründen.

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Initiator der Bürgerinitiative: Mario Schaller

Quelle: Bodo Tiedemann

Naunhof. Stadträte der anderen Fraktionen reagierten in ersten spontanen Stellungnahmen unterschiedlich darauf.

In der BiN, so Schaller, "sollen sich kommunalpolitisch interessierte Bürgerinnen und Bürger, die sich dem Wohl unserer Stadt verbunden fühlen, zusammenschließen und damit deren Entwicklung positiv vorantreiben." Es werde sich um eine unabhängig von Parteien und Vereinigungen agierende Interessengemeinschaft handeln, die die aktive Teilnahme an der kommunalen Mitarbeit stärke. Der politische Kurswechsel im Rathaus solle durch sie in der Breite vertreten sein. "Die BiN steht für Offenheit, Transparenz und Glaubwürdigkeit", so Schaller. "Verstehen Sie die Bürgerinitiative als: Ich BiN aus Naunhof, ich BiN dabei!" Das sei nicht nur ein Slogan, sondern ein Aufruf zum Mitmachen. Ziel solle es sein, zur Kommunalwahl im kommenden Jahr anzutreten und in den Stadtrat einzuziehen. Unter der neuen E-Mail-Adresse kontakt@bin-waehlen.de können Interessenten Schaller kontaktieren.

"Ich finde die Gründung einer solchen Bürgerinitiative als sehr kontraproduktiv", sagte Frank Schneider von der Unabhängigen Wählervereinigung (UWV), der Mehrheitsfraktion im Stadtrat. "Begrüßen würde ich vielmehr, wenn der Initiator das Gespräch mit uns sucht." Je mehr Meinungen in die UWV hineingetragen würden, um so besser könne sie arbeiten. "Bei uns herrscht ein harmonisches Gefüge."

Ute Punar, Stadträtin der CDU, hält die Gründung einer Bürgerinitiative "für eine richtig tolle Sache, wenn sie funktioniert". Sie sagte: "Persönlich meine ich, es kann Naunhof nur gut tun, aktive Menschen in der Politik zu haben." Sie müssten sich allerdings im Klaren darüber sein, dass das Engagement mit einer Menge Arbeit in der Freizeit verbunden ist.

Walter Fritzsche (FDP) hält es für das demokratische Recht eines jeden, eine Bürgerinitiative zu gründen. "Ich würde aber erst einmal das Gespräch mit anderen Parteien oder Gruppierungen suchen", riet er. "Je mehr Parteien und Vereinigungen im Stadtrat vertreten sind, um so schwieriger wird das Regieren für den Bürgermeister."

Harry Eichhorn (Die Linke) sieht die Sache nach eigenem Bekunden ganz locker. "Ich bin erfreut, dass sich eine weitere, hoffentlich positive kommunale Kraft entwickelt", erklärte er. Bereit sei er gern, mit ihr zusammenzuarbeiten. "Dazu muss die Bürgerinitiative aber erst einmal ein Programm zu kommunalen Themen vorlegen und ordentliche Lösungsvorschläge für Probleme aufzeigen."

Im Interview mit der LVZ hatte sich Bürgermeister Volker Zocher (parteilos) kurz nach seinem Amtsantritt Anfang April für die Gründung einer neuen Bürgerbewegung ausgesprochen. Eine Art Allianz für Naunhof, so sagte er damals, sei in Umbruchzeiten etwas sehr kreatives, auch hinsichtlich der Gestaltungsmöglichkeiten im Stadtrat.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.05.2013

Pfeifer, Frank

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