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Grimma Schiller in Lederjacke / Gymnasium St. Augustin lässt die Räuber durch den Jutta-Park toben
Region Grimma Schiller in Lederjacke / Gymnasium St. Augustin lässt die Räuber durch den Jutta-Park toben
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05:00 19.06.2010
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. Freilich nicht ganz ohne Hintergedanken und auch nicht wahrheitsgemäß. Die Schüler des Grimmaer Gymnasiums St. Augustin der Theatergruppe „Die Ponys" inszenierten gemeinsam mit den Tänzern von „Dazzling Flights" gestern Abend Schillers Sturm-und-Drang-Werk „Die Räuber" – stilecht unter den Bäumen des Jutta-Parks.

„Wir sind froh, dass es Theater gibt, weil Schule mehr ist als Schreiben, Lernen und Schreiben", schreibt der Regie führende Lehrer Jens Richter in das Programm. So ist es auch eine sehr persönliche Auseinandersetzung des Stücks, die es auch einem Theaterneuling leicht macht, Schillers Erstlingswerk zu verstehen.

Trotz veränderter Passagen und einiger Kürzungen, gelingt es der Gruppe doch, Schillers Wesen mit aktuellem Zeitgeist zu verbinden. Hier wird immer noch gestürmt und gedrängt und sich gegen die Obrigkeit aufgelehnt. Jugend lässt sich nicht in strenge Westen zwängen. Es lebe die Freiheit! Dies verkörpern zumindest die Räuber, die sich wie Karl Moor fernab höfischer Zwänge und gesellschaftlicher Hierarchien bewegen.

Anders als bei der Uraufführung vor 228 Jahren, tragen diese hier Lederjacken und Nietengürtel. Und heute kann auch einmal eine Frau den Anführer spielen. Im Zentrum des Dramas steht der Konflikt zweier Brüder, wie sie unterschiedlicher kaum sein können: Karl, Erstgeborener und Lieblingssohn des Vaters, will sich nicht in Konventionen pressen lassen, sondern verfolgt einen starken Drang zur Freiheit und Entfaltung, wird jedoch ein Räuber. Und Franz Moor– dieser ist geprägt von Neid und Eifersucht auf den älteren Bruder.

Zu diesem Konflikt kommt noch der zwischen Recht und Gesetz, Freiheit und Regeln. Und was wäre alles ohne die Liebe?

Die Dazzling Flights unter der Leitung von Ines Bär unterstreichen den ungezügelten Charakter des Stücks mit wilden Tanzeinlagen, die völlig ohne strenge Choreografie auskommen.

In den Rollen überzeugten Tanja Richter als Roller, Stefan Wetzig als Karl, Sandra Hammermüller als Kosinsky, Martin Wetzig als Schufterle, Julia Kleinert als Sarah, Richard Kurth als Schweizer, Nadja Lauchstädt als Razmann, Jonas Nicolaus als Hermann, Désirée Rudolph als Amalia, Maria Guthke ebenfalls als Amalia, Luise Markoff als Grimm, Johannes Herrmuth als Franz, Theresa Jentsch als Schwarz, Julien Reimer als Alter Moor, Anja Pöge als Spiegelberg und Bernd Richter als Pater.

i Auch heute gibt es 20 Uhr eine Aufführung im Jutta-Park, bei sehr schlechtem Wetter in der Klosterkirche. Es ist ratsam Taschenlampen, warme Kleidung und Decken mitzubringen.

Magdalena Fröhlich

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