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Schlachthof Mutzschen macht dicht – 70 Mitarbeiter verlieren Jobs

Insolvenz Schlachthof Mutzschen macht dicht – 70 Mitarbeiter verlieren Jobs

Am Donnerstag gingen die Lichter aus, am Freitag stehen 70 Mitarbeiter des Schlachthofes Mutzschen auf der Straße. Der niedersächsische Stammbetrieb hatte bereits Ende 2015 einen Insolvenzantrag gestellt. Laut Insolvenzverwalter Lucas F. Flöther scheiterte die Suche nach einem Investor und damit die Rettung des Betriebes.

Geflügelschlachthof aus der Vogelperspektive: In dem Mutzschener Betrieb sind am Donnerstag die Lichter ausgegangen. 70 Mitarbeiter stehen ab Freitag auf der Straße.

Quelle: Frank Schmidt

Grimma/Mutzschen. Die Nachricht schlug wie eine Bombe ein. Im Geflügelschlachthof Mutzschen sind am Donnerstag die Lichter ausgegangen, der Betrieb wurde geschlossen. Das bestätigte Geschäftsführer Mike Sparfeld, verwies jedoch für weitere Informationen an den niedersächsischen Stammbetrieb Heidemark nordöstlich von Cloppenburg.

„Wir haben bereit im November 2015 den Insolvenzantrag gestellt“, erklärte dessen Marketingleiter, Albert Focke. Damit liege die Abwicklung in den Händen des Insolvenzverwalters Lucas F. Flöther. „Ich kann nur soviel dazu sagen“, so Focke weiter, „dass neue Investoren gesucht wurden, meines Wissens im In- und Ausland. Wir als Firma Heidemark haben so lange die Sicherung des Standortes übernommen. Aber die Entscheidung, diesen Betrieb jetzt zu schließen, kommt über den Insolvenzverwalter. Grund ist wohl die Tatsache, das der Betrieb keine Chancen hat, am Markt zu bestehen“, fügte Focke an und bestätigte, dass die Produktion in den letzten Tagen eingestellt worden sei. Damit verlieren etwa 70 Mitarbeiter am Freitag ihre Jobs.

Ursache dafür sei, „dass die beiden Hauptkunden ihre Aufträge nicht verlängert haben“, teilte der Sprecher des Insolvenzverwalters Lucas F. Flöther telefonisch mit. Die erfolglose Suche nach einem Investor begründete er mit „massiven Überkapazitäten am Markt“.

Oberbürgermeister Matthias Berger nannte das „schlichtweg Marktbereinigung“ und zeigte sich verärgert über die Entwicklung. „Ich erinnere daran, dass schon zum Zeitpunkt der Eingemeindung von Mutzschen nach Grimma der Fortbestand des Schlachthofes auf der Kippe stand. Damals haben wir als Stadt Grimma mit dem Versorgungsverband Grimma-Geithain (VVGG) dem Schlachthof ein riesengroßes Zugeständnis in Sachen Abwasser gemacht, verbunden mit der Hoffnung, dass es weitergeht.

Und mit Bekanntwerden der Insolvenz gab es Gedanken, diese mit dem jetzigen Geschäftsführer Mike Sparfeld aufzufangen. Er war bereit, eine inhabergeführte Gesellschaft daraus zu machen, um den Betrieb fortzuführen. Zwar habe man seitens der Alteigentümer Interesse daran signalisiert, letztlich aber die Preise soweit gedrückt, dass es sich ganz einfach nicht rechnet“, sprach Berger am Donnerstag Klartext. Und damit widersprach er der Darstellung des Insolvenzverwalters. „Wir können in einem Insolvenzverfahren den Geschäftsbetrieb nur erhalten, wenn wir jemanden finden, der bereit ist, den Geschäftsbetrieb zu übernehmen und fortzuführen. Das war leider nicht der Fall.“

„Die Mitarbeiter sind am Dienstag von der Schließung informiert worden“, sagte der Sprecher und ging auf das weitere Prozedere ein. Demnach sind die Betroffenen ab Freitag freigestellt. Obgleich noch keine Kündigungen ausgesprochen seien, könne Arbeitslosengeld beantragt werden. „Dafür waren sechs Mitarbeiter der Arbeitsagentur hier, um Anträgen entgegenzunehmen und Formalitäten zu erledigen“, sagte der Sprecher. Im Anschluss werde mit dem Betriebsrat ein Sozialplan ausgearbeitet.

Von Frank Schmidt

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