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Schlagersänger Ekki Göpelt in Berlin beigesetzt

Stars und Fans trauern Schlagersänger Ekki Göpelt in Berlin beigesetzt

Zahlreiche Fans trauern um Ekki Göpelt. Der Schlagersänger wurde am Freitag in Berlin-Weißensee beerdigt. Der in Nerchau aufgewachsene und am 25. Februar im Alter von 71 Jahren in Berlin gestorbene Sänger galt als Schlager-Star ohne Allüren.

Ekki Göpelt wird am Freitag in Berlin beigesetzt.

Quelle: Farid Wendt

Berlin/Grimma/Nerchau. Eigentlich wollte Ekki Göpelt keinen Grabstein. „Mein Grabstein soll die Erinnerung sein.“ – Entsprechend verliefen zunächst auch die Planungen für die heutige Beerdigung auf dem Auferstehungsfriedhof in Berlin-Weißensee. Doch nachdem Lebensgefährte Michael Niekammer (55) weit über 600 Beileidsbekundungen von Fans aus ganz Deutschland erhalten hatte, setzte er sich „eigenmächtig“ über Göpelts letzten Willen hinweg: „Ein anonymes Grab auf der grünen Wiese können wir seinen Verehrern nicht antun. Offensichtlich hat Ekki seine Beliebtheit unterschätzt.“

Der in Nerchau aufgewachsene und am 25. Februar im Alter von 71 Jahren in Berlin gestorbene Ekki Göpelt galt als Schlager-Star ohne Allüren. Für seine Zuhörer und Zuschauer da zu sein, ihnen ein wenig Freude im beschwerlichen Alltag zu schenken – ob als Sänger oder Moderator – das war für ihn das Allerschönste.

Sein Partner, Manager und Textschreiber Niekammer erwartete zur Beisetzung am Freitag zahlreiche Trauergäste. Weil es Ekki Göpelt nie gemocht habe, wenn für Beerdigungen ausgerechnet Redner engagiert wurden, die den Verstorbenen persönlich nicht kannten, wird der Freund in der Kapelle selbst sprechen. „Ich habe einen Grabstein für uns beide in Auftrag gegeben, mit Ekkis Namenszug, Geburts- und Sterbedatum sowie einem in Porzellan gebrannten Porträt. Unten ist Platz für mich, wenn ich irgendwann nachfolge“, so Niekammer.

Zuletzt sang Ekki Göpelt auf der Weihnachtsfeier der Nerchau-Mutzschener Agrar und Service GmbH. An jenem Dezembertag musste der Entertainer wegen seines Knieleidens im Rollstuhl auf die Bühne geschoben werden. Der nach Herzoperationen geschwächte Göpelt wusste um die Risiken der bevorstehenden OP. Aber er wollte wieder laufen und vor seinem Publikum stehen. „Weil das gesamte Kniegelenk ersetzt werden musste, war die Dosis an Narkose und Schmerzmitteln erheblich“, sagt Niekammer, der im Marzahner Krankenhaus am Sterbebett saß und seinem Freund die Hand hielt. „Dabei lief Ekki nach dem erfolgreichen Eingriff schon wieder. Als die Blutwerte aber immer schlechter wurden, musste er von der Orthopädie auf die Intensivstation verlegt werden“, erinnert sich Freundin Doris Gerbinski.

Am Grab werden am Freitag ab 9 Uhr Göpelts wichtigste Titel intoniert: „Nichts ist für die Ewigkeit“, „Schönen Dank lieber Gott“ und „Ich nehme jede Stunde in die Arme“. Michael Hirte, bekannt als Dieter Bohlens „Supertalent“, wird auf der Mundharmonika das „Ave Maria“ spielen. Dem einstigen Potsdamer Straßenmusiker verhalf Ekki Göpelt damals zu ersten Auftritten. Überhaupt hatte sich der gebürtige Nerchauer immer für den Nachwuchs stark gemacht. Andrea Berg, früher noch hauptberufliche Krankenschwester, verpflichtete er 1994 für eine Gala in der Stadthalle Cottbus.

Inka Bause, Linda Feller, Cora, Michael Hansen, Isabell Varell, Gaby Albrecht, Dagmar Frederic, Achim Mentzel und Bata Illic – Göpelt war mit vielen Stars der Szene wie „Latsch und Bommel“. G. G. Anderson: „Ach, lieber Ekki, du warst so ein liebenswerter, lustiger Mensch, hast so viel für den deutschen Schlager getan.“ Frank Zander würdigte seinen Kollegen als absolut ehrlichen und treuen Menschen: „Wir werden Dich vermissen, mach’s jut, mein Freund.“

Harry Wuchtig, langjähriger Bühnenpartner, auch im Muldental, wird Göpelts Patenschaft für das Altenheim der Tiere in Berlin-Blankenburg fortsetzen. Rolf Hecht, Schulfreund aus Jugendjahren, bemüht sich derweil gemeinsam mit Stadtrat Steffen Richter um eine Erinnerungsplakette am Nerchauer Geburtshaus in der Grimmaischen Straße. Ihn tröstet, dass der Radiosender B 2 ab sofort jährlich einen Ekki-Göpelt-Preis für Nachwuchstalente stiftet und jeden Montag auch weiter „Ekkis Abend“ ausstrahlt. Lebensgefährte Niekammer wird dann jeweils von 20 bis 23 Uhr am Mikrofon sitzen.

Von Haig Latchinian

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