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Schloss Podelwitz soll ein kleines Nimbschen werden

Ambitioniertes Ziel Schloss Podelwitz soll ein kleines Nimbschen werden

Einen neuen Pachtvertrag schloss die Stadt jetzt mit Pächter Ronald Till über das Gelände des Wasserschlosses Podelwitz ab. Zugleich vermachte sie ihm das bewegliche Inventar. Inzwischen, so Hauptamtsleiter Hans-Peter Kiesel, ist alles unter Dach und Fach. Aber es gibt noch finanzielle Forderungen.

Schloss Podelwitz liegt im Landkreis Leipzig nahe Colditz.

Quelle: Thomas Kube

Colditz/Podelwitz. Einen neuen Pachtvertrag schloss die Stadt jetzt mit Pächter Ronald Till über das Gelände des Wasserschlosses Podelwitz ab. Zugleich vermachte sie ihm das bewegliche Inventar. Inzwischen, so Hauptamtsleiter Hans-Peter Kiesel, ist alles unter Dach und Fach.

„Der Vertrag musste aus steuerrechtlichen Gründen neu aufgesetzt werden“, erläutert er. Till, der das Pachtverhältnis mit der Kommune 2014 vom Bildungs- und Sozialwerk Muldental übernommen hatte, brauchte zunächst für zwei Jahre nichts an die Stadt zahlen. Eine Bedingung, die dann noch einmal um zwölf Monate verlängert wurde.

Doch damit soll es nun vorbei sein. Der 39-jährige Till muss für das Wasserschloss mit Pension und Kaminzimmer für Feierlichkeiten, das Schlossgewölbe mit Restaurant und den Park mit Bistro eine Pacht entrichten. „Wir haben sie aber niedrig angesetzt“, sagt Kiesel. Damit werde dem Umstand Rechnung getragen, dass Till künftig für sämtliches bewegliches Inventar allein verantwortlich ist.

Dieses war 2004 angeschafft worden und erreichte jetzt seine Wirtschaftlichkeitsgrenze. Die Stadt wäre deshalb verpflichtet gewesen, es zu erneuern, was Investitionen in Höhe von rund 40 000 Euro bedeutet hätte. Um diese Ausgaben zu sparen, schenkte sie das Inventar dem Pächter, der damit Reparaturen und Ersatzbeschaffungen fortan aus eigener Tasche begleichen muss.

Vermutungen wurden laut, ob das der Grund für Tills Verhalten zur jüngsten Stadtratssitzung war. Als das Parlament über den neuen Vertrag beriet, meldete er sich zu Wort. Bürgermeister Matthias Schmiedel (parteilos) schnitt ihm dieses jedoch ab – mit Verwies auf die Tagesordnung, wonach der Pächter nur zur vorangegangenen Bürgerfragestunde hätten reden dürfen. Weinhändler Till verließ daraufhin protestierend den Saal und ließ verwunderte Gesichter zurück.

„Wir hatten im Vorfeld alles mit ihm abgestimmt, und er hatte die Bedingungen akzeptiert“, sagt Schmiedel im Nachhinein. An diesen Festlegungen lag’s auch nicht, wie Till gegenüber der LVZ inzwischen versichert. Er habe den Vertrag unterschrieben, der damit rückwirkend seit dem 1. Mai gültig ist.

Den Abgeordneten, so Till weiter, hätte er aber noch einmal verdeutlichen wollen, dass sich die Kommune auch in Zukunft finanziell engagieren muss. „Es handelt sich in Podelwitz um ein Einzeldenkmal, ohne öffentliche Gelder überlebt es nicht“, mahnt er. „Die Stadt muss die Infrastruktur auf den Stand der Zeit bringen. Es gibt ein Projekt für Erweiterungsbauten, außerdem soll ein Spielplatz angelegt werden.“

Für Bürgermeister Schmiedel steht es außer Frage, den Standort weiter zu entwickeln. „Wir wollen ihn am Laufen halten“, verspricht er. Seit zwei Jahren geht es nach oben mit dem Publikumsverkehr und dem Niveau, das der Pächter bietet. Unser Vorbild ist das Kloster Nimbschen von Fred Urban. Daran wollen wir anknüpfen.“

Ronald Till muss bei dem Vergleich leicht schmunzeln, gibt aber zu: „Ja, perspektivisch wollen wir ein kleines Nimbschen werden. Das ist aber ein verdammt schwieriger Weg.“ Immerhin seien in den vergangenen drei Jahren schon 14 Arbeitsplätze entstanden. Gefeilt werde weiter an den Veranstaltungen. Dieses Jahr stünden unter anderem noch die Hochzeitsmesse am 24. September, das Erntedankfest vom 30. September bis 1. Oktober und der Weihnachtsmarkt am 2. Dezember im Programm.

Von Frank Pfeifer

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