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Schloss Podelwitz wieder gut bewacht

Schloss Podelwitz wieder gut bewacht


Zschadraß/Podelwitz. 20 Meter mit dem Hubgerüst hinauf ging es in dieser Woche an den Giebeln des Podelwitzer Schlosses.

. 20 Ritterfiguren fanden hier, hoch droben auf den Simsen, nach Jahren wieder ihren Platz und bewachen, ausgestattet mit Schwert, Schild und Lanze, das historische Gemäuer.

 

Obgleich der Wind am Hubgerüst sanft rüttelte, beruhigte René Lange von der gleichnamigen Hausdorfer Dachdeckerfirma. „Da passiert nichts, die Automatik schaltet rechtzeitig ab, wenn etwas nicht stimmt." Für die schöne Aussicht ins Muldenland blieb ihm und seinen Kollegen dennoch nur ein kurzer Blick. Das Aufstellen der etwa 80 Zentimeter großen und über 40 Kilogramm schweren Figuren forderte ihre ganze Aufmerksamkeit. „Wir befestigen sie zur Sicherheit doppelt", betonte Lange. Zum einen bietet ein Metallstab zwischen den Ritterfiguren und dem Sims Halt, und zum anderen werden sie mittels Kleber fixiert.

 

Der Zschadraßer Bauamtsleiter Jürgen Uhlig informierte sich vor Ort selbst über den Fortgang der Arbeiten. „Ich bin ganz froh, dass es der Gemeinde gelungen ist, dies alles endlich zum Abschluss zu bringen", meinte er. 1992, noch zu Zeiten von Bürgermeister Manfred Kästner, waren die Figuren im Zuge der Schlosssanierung abmontiert und im gegenüberliegenden Wirtschaftsgebäude eingelagert worden. Als beim Hochwasser 2002 die Giebelwand des Gebäudes einstürzte, wurden nahezu alle Figuren in Mitleidenschaft gezogen. „Von einigen haben wir nur noch Arme und Beine aus dem Schutt bergen können." Nur ganze fünf von insgesamt 20 Ritterfiguren hatten die Katastrophe glimpflich überlebt. Dank Fördergelder aus dem Fond zur Hochwasserschadensbeseitigung war es möglich, an Hand dieser Relikte Nachbildungen zu schaffen. Insgesamt kostete das Unterfangen 68 000 Euro, davon steuerte die Gemeinde zehn Prozent aus Spenden bei. „Die Originalfiguren bestanden aus Porphyrtuff, die Duplikate wurden aus farbiger Betonmasse gestaltet", berichtete Jürgen Uhlig. „Sie sehen aber dem Original zum Verwechseln ähnlich", lobte er die Arbeit des Trebsener Bildhauers Dirk Brüggemann.

 

Dass die seit 2003 rekonstruierten Figuren nun endlich an ihren ursprünglichen Platz zurückkehren konnten, ist der Kunst- und Kulturstiftung der Sparkasse Muldental zu danken. „Wir hatten zwar unsere Ritterfiguren, doch bisher scheiterte die Montage an den finanziellen Mitteln", berichtete Uhlig. „Sicher hätten wir das Geld dafür gehabt, doch andere kommunale Ausgaben waren wichtiger." Bürgermeister Matthias Schmiedel, zugleich Vorsitzender des Schlossvereins, beantragte deshalb eine Förderung bei der Sparkassenstiftung. Mit Erfolg. Sie stellte dem Schlossverein 5000 Euro zur Verfügung. „Insgesamt vergab die Sparkassenstiftung im vergangenem Jahr 41 000 Euro für Projekte mit dem Schwerpunkt ,Heimat und Geschichte der Region Muldental‘", berichtete Jens Weigelt von der Sparkassenstiftung. Er ließ es sich denn auch nicht nehmen, die Montage der Ritterfiguren in luftiger Höhe selber in Augenschein zu nehmen.

 

Die geborgenen Originalfiguren und verbliebenen Fragmente sollen in die Gestaltung des Schlossnebengebäudes einbezogen werden. „Vielleicht kann der eine oder andere Besucher noch etwas dazu berichten", hofft der Bauamts-Chef. Denn durch den Verlust der Originale, die sich zum Beispiel durch Schild und Schwert unterschieden, sei auch deren mögliche symbolische Bedeutung verloren gegangen.

René Beuckert

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