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Grimma Schlossmühle blüht wieder auf
Region Grimma Schlossmühle blüht wieder auf
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05:00 13.08.2011
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. Lange Zeit standen die Gebäude leer und schienen dem Verfall preisgegeben. Mittlerweile aber erlebt der historische Fünfseithof eine neue Blüte. In fünf Jahren wollen hier Martin Enderlein und dessen Lebensgefährtin Aniko Heydrich in der komplett restaurierten Schlossmühle den 500. Jahrestag der Mühlen-Ersterwähnung feiern.

Enderlein, der das Anwesen 2005 erworben hat, will sich hier mit Partnerin und Sohn Georg einen Lebenstraum erfüllen. Mit dem Einzug in die Schlossmühle wollen er und seine Partnerin allerdings nicht erst bis 2015 warten. „Wenn Georg 2012 in die Schule kommt, wollen wir den Schulanfang schon im historischen Ambiente der Schlossmühle feiern" sagt Aniko Heydrich und lässt gemeinsam mit Martin Enderlein die Gedanken schon mal vorauseilen.

2012 will sich die Familie zunächst im Obergeschoss des Mühlen-Wohnhauses einrichten, das zurzeit restauriert wird. Nachdem das Fachwerk nach alten Vorlagen komplett im Originalzustand erneuert worden ist, wird gegenwärtig der Dachstuhl aufgearbeitet. „Wir führen das Gebäude auf seinen Urzustand zurück", erläutert Enderlein und verweist darauf, dass damit auch das vor rund 120 Jahren errichtete Mauerwerk an der Westseite des Wohnhauses zurückgebaut und durch Fachwerk wie in Jahrhunderten zuvor ersetzt worden ist. Alte Fotografien und Zeichnungen bildeten dafür die Vorlage.

Als besondere Herausforderung hält das Wohnhaus darüber hinaus die Restaurierung von Wandbildmotiven auf holzvertäfelten Wänden bereit, auf die Bauherr und Bauleute im Zuge der Restaurierung gestoßen sind. Dabei handelt es sich unter anderem um Motive aus der griechischen Mythologie. Experten gehen davon aus, dass die Malereien Ende des 17./Anfang des 18. Jahrhunderts entstanden sein müssen.

Wie Stall und Torhaus, die in den vergangenen Jahren bereits in neuem Glanz wiedererstanden sind, stellt sich so erst recht die Restaurierung des Wohnhauses als eine Aufgabe dar, die nur mit Geduld, Fingerspitzengefühl, einer großen Portion Idealismus und mit großer finanzieller Belastung zu lösen ist. „Eine Lebensaufgabe", sagt Enderlein, der das Vorhaben bisher ohne einen Euro Förderung schultern musste. „Irgendwas läuft schief in der Förderpolitik", sagt er. „Bloß weil die Schlossmühle auf städtischem Gebiet liegt, bleibt uns eine Förderung, wie sie sonst alten Gemäuern auf dem Lande zum Beispiel zuteil wird, verwehrt. Wir erhalten mit der Restaurierung der Schlossmühle denkmalgerecht eine der ältesten Gebäudeanlagen der Region, aber förderungswürdig ist das nach Maßstäben der Politik offensichtlich nicht", kritisiert der Tierarzt. Er weiß nur eines: „Wenn wir spätestens vielleicht in vier Jahren alle Gebäude wieder restauriert und saniert nutzen können, dann wird das für alle Anstrengungen, Sorgen und Entbehrungen entschädigen, die wir jetzt in Kauf nehmen müssen."

Andreas Läbe

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