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Schöner Wohnen für Senioren in Wurzen: Auf Wunsch kommt das Essen ins Haus

Schöner Wohnen für Senioren in Wurzen: Auf Wunsch kommt das Essen ins Haus

Die Stadt ist um eine sanierte Immobilie reicher. 1,3 Millionen Euro, davon 1,2 Millionen aus dem Programm der Kreditanstalt für Wiederaufbau, investierte die Wurzener Gebäude- und Wohnungsgesellschaft mbH (WGW) in das Objekt Marienstraße 43, um ein Gemeinschaftsprojekt zum Leben zu erwecken.

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Von 24-Stunden-Notdienst bis Haushaltshilfen: Den Bewohnern in der Marienstraße 43 soll es an nichts fehlen.

Quelle: Thomas Kube

Wurzen. Als Partner fungierte hierbei der Regionalverband der Volkssolidarität (VS), berichtet WGW-Geschäftsführerin Heike Pönicke nicht ohne Stolz. Aus gutem Grund. Denn das Objekt firmiert nach Fertigstellung offiziell unter der Bezeichnung "Wohnen mit Betreuung".

"Die Erfahrungen haben uns gezeigt, dass ältere Menschen ihren Lebensabend möglichst in vertrauter Umgebung verbringen und das Zusammensein mit anderen älteren Menschen nicht missen möchten", erläutert VS-Chefin Ingeburg Fahl den Hintergrund des aktuellen Vorhabens. Die Diplombauingenieurin übernahm im November 2011 den Wurzener Wohlfahrtsverein in der Straße des Friedens 18, kennt sich bestens in der Gebäudewirtschaft aus, da sie bis 2010 die kommunale Wohnungsgesellschaft in Oschatz leitete. "Wir sind uns also keineswegs fremd", fügt Pönicke an und kehrt zurück zu den Fakten. Demnach befinde sich die Marienstraße 43 - Ende der 70er-Jahre errichtet - seit 1994 im Besitz der WGW. Das sogenannte "Haus für ältere Bürger" mit seinerzeit 55 Wohnungen erhielt bereits 1999 eine Verschönerungskur - "neue Fenster, Dach und Fassade". Mit dem Ausheben der Schächte für die Balkone begann dann im November 2013 die zweite Modernisierungsphase. Dabei, so Pönicke, wurde zum Beispiel der frühere Grundriss verändert. "Wir reduzierten damit die Anzahl der Wohnungen von 55 auf jetzt 35 zuzüglich eines Büros für die Volkssolidarität, ließen außerdem einen Aufzug installieren." Jedoch zogen sich die Arbeiten hin. Ursache der Probleme seien vor allem Mängel an der Bausubstanz gewesen. Pönicke dazu: "Das Gebäude aus DDR-Zeiten errichteten Lehrlinge." Eben deswegen erfolgte erst Anfang Februar 2015 die Vermietung der 25 Zweiraumwohnungen (41 bis 56 Quadratmeter) und zehn Einraumwohnungen (29 Quadratmeter). Drei Zweiraum- und sieben Einraumwohnungen stehen noch leer.

Welche Rolle die Volkssolidarität bei der Kooperation spielt, erläutert Fahl. "Wir möchten, dass die Mieter hier selbstbestimmt sowie barrierearm wohnen und eine Betreuung nach Bedarf erhalten." Folglich biete die VS unter dem Stichwort Grundleistungen ein Basispaket an. Hierzu zählen unter anderem ein 24-Stunden-Notrufsystem, das Nutzen des Gemeinschaftsraumes oder das Vermitteln von Haushaltshilfen. Je nach Wunsch könne dieser Service durch Wahlleistungen, wie Grund- und Behandlungspflege nach ärztlicher Verordnung, Fahr- und Begleitdienst oder Essensversorgung, komplettiert werden. Den Start in die neue Zukunft will das Duo übrigens am 29. April mit einem Tag der offenen Tür von 10 bis 12 Uhr begehen - ausschließlich mit geladenen Gästen.

Zum Schluss erwähnte Pönicke noch, dass die WGW mit 13 Beschäftigten und Sitz in der Lichtwerstraße 2 seit 1994 etwa 42 Millionen Euro in ihren Gebäudebestand investierte. Hierzu gehören 1600 Wohnungen sowie 400, die verwaltet werden. Der VS-Regionalverband Wurzen, so Fahl, ist Arbeitgeber von 85 Personen in folgenden Einrichtungen: Mahlzeitdienst "Hohburger Schweiz", Ambulanter Pflegedienst/Soziale Dienste, die Erziehungs- und Familienberatungsstelle sowie die Beuchaer Kita "Zum Knirpsentreff" und den Hort "Klex-Mex" in Beucha.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 23.04.2015
Kai-Uwe Brandt

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