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Grimma Schottische Muskelspiele begeistern
Region Grimma Schottische Muskelspiele begeistern
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05:00 20.09.2010
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„Los, Männer, ihr packt das!", feuerte Moderator Roman Knoblauch die Kilt-Kämpfer an. In 13 kraftraubenden Disziplinen wetteiferten am Samstag 26 Teams um vordere Plätze bei der Flachland-Version der Schottenspiele. Riesige Stämme wurden im Sprinttempo über den Parcours geschleift, 100-Kilo-Steinkugeln auf ein Podest gewuchtet, 200 Kilo schwere Whisky-Fässer gerollt. Nicht nur die Zuschauer, die in Scharen das Areal säumten, hatten ihren Spaß. „Es immer wieder ein Erlebnis, in Machern dabei zu sein", berichtete Anna Kenzig, wieder zu Atem gekommen. Ihre Teamgefährten von den Mandragora Celtic Warriors ließen allerdings auch keinen Zweifel an der inneren Einstellung. „Nur die B-Note zählt", war in großen Lettern auf ihren T-Shirts zu lesen. Gefürchtete Disziplin bei den meisten: das Baumstammwerfen. „Hier ist nicht die Weite entscheidend", klärte Moderator Andreas Mierisch auf. „Der sechs Meter lange Stamm muss sich einmal in der Luft drehen und dann möglichst gerade in Wurfrichtung niederplumpsen." Letzte Anweisungen gab Carsten Hennig seinen Fitstone Ladys. „Ihr müsst hier anfassen und dann in die Hocke gehen", demonstrierte der Teamchef der Lokalmatadoren die richtige Technik. „Im Mai fangen wir an, für die Highland Games zu trainieren", offenbarte er eine durchaus ernsthafte Vorbereitungsphase. Über die Jahre hätten sich die meisten Teams die speziellen Wurfgeräte zugelegt.

In die Rolle eines Highlanders schlüpfte auch wieder Sandra Lachmann, Vorjahressiegerin bei den Amateuren. „Es macht einfach Spaß", erklärte die 27-Jährige, bevor sie mit ihren Blackhart Ladys noch mal die Taktik beim Baumstammslalom besprach. Sonst steht der Assistentin der Geschäftsleitung in der Gerichshainer Firma Meibes eher der Sinn nach Leichtathletik. „Bei den schottischen Disziplinen reizt mich einfach die Abwechslung."

Sogar aus Kiel, Berlin und dem Spreewald waren die gälischen Hexen angereist. „Ich war vor Jahren als Zuschauerin in Machern und hab‘ meine Freundinnen überzeugt, einfach mal mitzumachen", erklärte Katharina Borowski, von Beruf Geologin. „Erst haben sie mir einen Vogel gezeigt." Am Samstag allerdings wuchteten die schmächtigen Damen mit schmerzverzerrter Mine kiloschwere Gewichte durch die Gegend – und verknusten dabei sogar Blessuren. Schotten müssen hart im nehmen sein – davon kann auch Monika MacGregor ein Lied singen. „Frühere Clan-Mitglieder waren in Schottland fast zwei Jahrhunderte vogelfrei. Mit dem Kopf eines MacGregor konnte man seine Schulden bezahlen", berichtete die Clan-Vertreterin aus der dunklen Vergangenheit. Aus dieser Zeit rühre der Zusammenhalt her, der sich auch heute noch bei Familientreffen zeige.

Von der Festwiese wehten derweil Dudelsackklänge herüber. Tausende ließen sich vom Können der angereisten Pipe-Bands verzaubern. „Unser Auftritt war zwar nicht ganz optimal", übte Robin Davies Manöverkritik. Als Pipe Major ist der 42-Jährige musikalischer Chef der Bremer Formation „Crest of Cordon." In der ersten Reihe rechtsaußen stehend gibt er den Ton an. „Seit zehn Jahren kommen wir nach Machern. Und ich muss sagen, die Spiele haben sich wirklich fantastisch entwickelt", so der gebürtige Waliser, der sonst als Englischlehrer sein Geld verdient. Die Atmosphäre rund ums Schloss sei einzigartig. Wo die Piper auf der Bildfläche erschienen, waren sie beliebte Fotomotive. Besonders schön anzuschauen: die Drum Major, bei deren Bewertung selbst der korrekte Sitz des Kniestrumpfs zählte. Seine Fangemeinde hat sich auch Jürgen Uhrig, Moderator der Pipe-Competitions, erworben. Noch vor wenigen Tagen erlebte er die Spasskaja Baschnja, eine Militärmusik-Parade auf dem Roten Platz in Moskau, mit. „Und hier in Machern ist es mindestens genau so schön", schmeichelte er Veranstaltern und Publikum.

Simone Prenzel

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