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Grimma Schrauben für mehr Zuversicht - Grimmaer Langzeitarbeitslose reparieren Räder
Region Grimma Schrauben für mehr Zuversicht - Grimmaer Langzeitarbeitslose reparieren Räder
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05:00 30.06.2010
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Morgens dem Ruf des Weckers zu folgen, falle ihnen nicht schwer. Die Aussicht auf einen Tag unter Leuten und mit einer Aufgabe, die erledigt werden muss, ist größer, erzählen sie. Sie alle sind im Alter ab 35 und seit längerer Zeit ohne Arbeitsplatz. Die Fahrrad Company, ein Projekt der Dekra Akademie GmbH Grimma und gefördert durch den Betrieb für Grundsicherung und Arbeitsförderung (BGA), soll ihnen den Weg zurück ins Berufsleben erleichtern. Denn die fünf Stunden täglich von montags bis freitags auf dem Gelände in der Lausicker Straße 8 bedeuten mehr, als einfach nur alte Fahrräder wieder auf Vordermann zu bringen – auch sie selbst sollen wieder fit für den Job werden. Dazu gibt es von Sozialpädagogen Hilfe beim Bewerbungsschreiben oder auch Unterstützung bei der Auswahl an Kursen für Zusatzqualifikationen. Auch hier wird mit dem BGA zusammengearbeitet. „Einige der Teilnehmer wussten zuvor gar nicht, was es bedeutet, im Team zu arbeiten, solche Fähigkeiten lernen sie hier quasi nebenher", sagt Kathrin Tischer von der Dekra. Allein durch die Tatsache, wieder beschäftigt zu sein, Engagement zu zeigen und die Bereitschaft, neue Fertigkeiten zu lernen, würden die Chancen zur Vermittlung steigen.

Und ganz nebenbei unterstützen sie Menschen, die ebenfalls nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen – die Fahrräder werden kostenfrei an soziale Einrichtungen abgegeben. Auch der Kopf und Anleiter der Truppe, Bernd Thalmann, weiß, in welcher Situation sich seine Schützlinge befinden: „Ich selbst war jahrelang arbeitslos und habe mich an mehreren Projekten wie diesem beteiligt. Letztendlich wurde ich gefragt, ob ich mir es vorstellen könne, nun selbst die Leitung der Werkstatt zu übernehmen", sagt er. Thalmann ist stolz auf seine Leute. Probleme mit Unpünktlichkeit und Unlust würden nicht vorkommen. Und auch die Teilnehmer bestätigen das gute Klima in den Werkstatträumen und den neuen Lebensmut, den sie hier geschöpft haben. „Es tut allein schon gut, einen Grund zu haben das Haus zu verlassen", erzählt einer. Ein weiterer sagt: „Wenn ich mich in einer Sache gebraucht fühle, steigert das auch meine Motivation für alles andere."

Das Einzige, was die Männer jetzt noch brauchen, sind noch mehr alte Fahrräder. Diese können kostenlos auf dem Gelände in der Lausicker Straße 8 (beim Wasserwerksweg) abgegeben werden. Auch eine Abholung der Räder sei möglich.

Magdalena Fröhlich

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