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Grimma Schreiben ist ihre Leidenschaft
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14:31 19.05.2015
Ihr erstes Buch: Annika Wiedensohler (l.) und Lucy Riedel schrieben "Das kleine Mädchen". Quelle: Cornelia Braun

Wenige Meter entfernt von der zweiten Autorin, Annika Wiedensohler, die in Zwenkau geboren ist. Beide verbindet seit neun Jahren nicht nur eine Freundschaft, sondern auch das Hobby, das Schreiben. Die Idee, ein gemeinsames Buch zu verfassen, entstand aus einer Laune heraus. "Annika hat mir ihre Aufzeichnungen über ein etwa achtjähriges kleines Kind voller philosophischer Gedanken gezeigt", erzählte Lucy. Als die 14-Jährige dieses Kapitel las, sagte sie spontan: "Das kleine Mädchen braucht eine Vergangenheit." Doch einen Namen hat es nicht, da jeder mit Namen irgendetwas verbindet. Im Laufe von zwei Jahren schrieben die Zehntklässlerinnen des Gustav-Hertz-Gymnasiums in Leipzig die Geschichte des kleinen Mädchens ohne Namen auf. Dieses lebt allein auf der Straße, bis es den ebenfalls obdachlosen Mino kennenlernt. Die beiden verstehen sich auf Anhieb gut und schließen Freundschaft. Als Mino eines Nachts verschwindet, streift sie wieder allein durch die Stadt. Dadurch trifft sie auf den gutmütigen Realisten Fynn, der sie zur Polizei bringen will...

"Ich habe mich gefreut, dass Lucy unsere erste Begegnung in Borsdorf in ihr Kapitel eingearbeitet hat", sagte Annika. In dem Buch heißt Annika allerdings Amelia. "Als ich 2005 das erste Mal bei Annika in Borsdorf übernachtete, kannten wir uns nicht. Sie nahm mich einfach an die Hand und zeigte mir ihr Zimmer", erinnerte sich Lucy. Im Buch zeigt Amelia dem kleinen Mädchen das Schulhaus. Diese spontane Handlung war der Anfang einer Freundschaft. Die schreibenden Mädchen lesen sich gegenseitig ihre Gedichte und Kurzgeschichten vor und beteiligen sich an Wettbewerben. Mit neun Jahren gewann Lucy den ersten Preis beim Schreibwettbewerb des Amtsgerichtes Leipzig. 2010 folgte der zweite Platz. Annika stand 2013 beim gleichen Wettbewerb auf dem obersten Treppchen.

Unfassbar ist noch für die in Borsdorf lebenden Mädchen, dass ihr erstes Buch im Internetverlag epubli erschien. "Zum Anfang haben wir noch Witze gemacht, wie es wäre, wenn wir unser erstes gedrucktes Werk in den Händen halten würden", erzählte Lucy. "Irgendwann kam die Idee, es über das Internet zu tun", ergänzte Annika. "Wir dachten, es ist viel zu schade, dass die Geschichte unbeachtet in einem Ordner im Computer steht", so Annika. Die Eintragungen auf der Fanseite bei Facebook geben den beiden Gymnasiastinnen recht. "Nicht nur unsere Fans, sondern auch wir selbst können noch viel von dem kleinen Mädchen lernen", meinte Lucy. Dazu gehöre zum Beispiel, Wichtiges von Unwichtigen zu trennen, die kleinen Dinge im Leben zu schätzen und deren Ursprung zu hinterfragen. So heißt es im Buch: "Du siehst die Blume, aber nicht die Wurzel". Schriftstellerinnen wollen die Zehntklässlerinnen nicht werden. Lucy sieht sich später als Ärztin und Annika als Pfarrerin. Doch eins wird bei ihnen nicht passieren - dass die Tinte austrocknet. Denn Schreiben ist ihre Leidenschaft. Weitere Anregungen dazu wollen sich die Mädchen auf der Buchmesse holen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.03.2014
Cornelia Braun

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