Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Grimma Schüler aus Großbardau im Gespräch mit Zeitzeugen
Region Grimma Schüler aus Großbardau im Gespräch mit Zeitzeugen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:19 14.02.2018
Die Neuntklässler der Schule in Großbardau befragte Zeitzeugen des zweiten Weltkrieges zu ihrem Alltag während dieser Zeit.  Quelle: Maria Sandig
Anzeige
Grimma/Grossbardau

Der Nationalsozialismus und der zweite Weltkrieg sind wichtige Punkte im Lehrplan deutscher Schulen. Die Jugendlichen erfahren viel über die deutsche Geschichte, häufig von Lehrern, die diese Zeit selbst nicht miterlebt haben. Die jungen Menschen können sich oft gar nicht vorstellen, unter welchen Umständen die Menschen während dieser Zeit leben mussten. Viele haben auch keine Großeltern, die über diesen Abschnitt ihres Lebens sprechen können oder wollen.

Auf der Suche nach Zeitzeugen

Aus diesem Grund führte das evangelische Schulzentrum Muldental in Großbardau in dieser Woche ein Zeitzeugenprojekt mit den Neuntklässlern der Schule durch. Darunter waren sowohl Gymnasiasten als auch Mittel- und Hauptschüler. Für das Projekt wurden Handzettel im Ort verteilt. „Leider war die Resonanz nicht sehr groß“, sagt Annegret Knorr, die an der Schule Geschichte und Deutsch unterrichtet. Durch private Kontakte konnten jedoch zwei Damen mobilisiert werden und stellten sich den Fragen der interessierten Schüler.

„Uns war es wichtig, dass die Schüler die Möglichkeit bekommen, mit Zeitzeugen zu sprechen und auch die Parallelen zur aktuellen Fluchtbewegung aufzuzeigen“, erklärt die Pädagogin. Die erste Gruppe tritt vor die Klasse. Die Schüler sind sehr aufgeregt, die Stimmen leicht zittrig. Nacheinander stellen sie ihre Erkenntnisse aus den Interviews vor.

Flucht nach Deutschland

Die Neuntklässler hatten die Aufgabe die zwei Frauen in kleinen Gruppen zu unterschiedlichen Themen wie Erziehung, Ernährung und Flucht zu befragen. Die Interviews mussten im Anschluss ausgewertet und die Themen in Form von Plakaten erarbeitet werden.

Eine Zeitzeugin, Ingeborg Kunath (82), ist bei der Präsentation der Ergebnisse anwesend: „Es hat mir viel Spaß gemacht und es war eine interessante Erfahrung. Es ist wichtig, dass auch weitere Generationen von dieser Zeit und dem Alltag erfahren, damit so etwas nie wieder passiert“, sagt die 82-Jährige. Ingeborg Kunath sprach mit den Schülern über ihre Flucht von Militsch, eine Stadt die zur damaligen preußischen Provinz Schlesien gehörte, nach Sachsen. Sie erzählte ihren Zuhörern vor der Ernährung während der Zeit, über den Alltag in der Schule und auch über Ängste.

Schüler kochen Gericht aus Kriegszeiten

Die 15-jährige Anna Kommritz gehörte zur Gruppe, die sich mit dem Thema Flucht und Vertreibung beschäftigte: „Es war wirklich interessant, darüber zu sprechen und Erfahrungen von Zeitzeugen zu hören. Es ist wichtig, die Vergangenheit zu kennen“, äußert die 15-Jährige.

Eine andere Gruppe befragte die zwei Damen zum Thema Ernährung im Zweiten Weltkrieg. Beide erzählten von der Kohlrübensuppe, die es zu Notzeiten gab. Die Präsentation nahmen die Schüler zum Anlass, um dieses Gericht zu kochen. „Sie haben sich wirklich viel Mühe gegeben“, sagt Ingeborg Kunath, während sie die Suppe löffelt.

Von Maria Sandig

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Nicht immer zahlt die Gesetzliche Unfallversicherung, wenn sich ein freiwilliger Feuerwehrmann im Einsatz verletzt. Der Naunhofer Jugendwart Michael Wurzbach hält diese Praxis für ungerecht. Er fordert die Politik zum Handlen auf, und die will liefern.

07.03.2018

Stars und Sternchen in Trebsen. Die Narren des Trebsener Carneval Club (TCC) zelebrierten Filmgeschichte – ganz großes Kino.

11.02.2018

Erhard Fischers eigenwilliges Grundstück irgendwo zwischen Grimma und Borna erinnert an eine Filmkulisse. Mammutblätter aus Beton, eine Menge Fabeltiere und nicht zuletzt die Himmelsscheibe von Otterwisch – Avatar lässt grüßen. Immer mehr Passanten erhaschen von der Straße aus einen Blick und fühlen sich wie auf einem anderen Stern.

13.02.2018
Anzeige