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Schüler des Grimmaer St. Augustin ziehen am 1. April ins Alte Seminar um

Denkmalschutz und moderne Technik Schüler des Grimmaer St. Augustin ziehen am 1. April ins Alte Seminar um

Seit 2012 wird am Alten Seminar des Gymnasiums St. Augustin gebaut. 2013 wurden die Baumaßnahmen durch die Flut unterbrochen. Hausschwamm sorgte für zusätzliche Baukosten. Am 1. April soll nun das schlossähnliche Gebäude mit moderner Technik übergeben werden.

Das Alte Seminar (rechts) mit einem Kavaliershaus. Hier wurde ein Blockheizkraftwerk installiert.

Quelle: Thomas Kube

Grimma. Die Sanierung des Alten Seminars in Grimma läuft auf Hochtouren. Ab 1. April  soll es dem  Nutzer, dem Gymnasium St. Augustin, übergeben werden.  „Im Juni ist geplant, das Gebäude feierlich zu eröffnen und auch allen am Bau Beteiligten ein Dankeschön zu sagen“, erklärt Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos).

Damit ist die Baumaßnahme  noch nicht beendet. Denn gegenwärtig wird die Hochwasserschutzmauer entlang des Alten Seminars gebaut. Erst wenn sie fertig ist, kann der Pausenhof in Angriff genommen werden. „Das Alte Seminar steckte voller Überraschungen“, sagt Ute Hoppe vom Hochbauamt. Eindringende Nässe war wohl das größte Übel, das dem Gebäudeensemble in den Jahren des Leerstandes Schaden zufügte. Die Arbeiten, die im Sommer 2012 begannen, gestalteten sich schwierig, da erst nach der Öffnung der Decken und Fußböden  das ganze Ausmaß des Sanierungsaufwandes zum Vorschein kam. Der Hausschwamm hatte sich im Gebäude ausgebreitet. Um ihn dauerhaft zu bekämpfen, wurde das Heißluftverfahren gegen den „Echten Hausschwamm“ angewandt.

„Die Technische Gebäudeausrüstung des Hauses wurde am definierten Schutzziel für die städtischen Gebäude ausgerichtet, so dass ein Überflutungsstand auf Höhe Straßenniveau keine Beeinträchtigung der technischen Anlagen mit sich bringt“, so  Ute Hoppe. Diese Festlegung trafen die Stadträte als Folge und Erkenntnis aus der Katastrophe im Juni 2013. Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) versorgt jetzt sowohl das Alte Seminar als auch das Hauptgebäude. Es befindet sich in einem der beiden  Kavaliershäuser. Das zweite Kavaliershaus wird als Fahrradraum genutzt.  Der Charakter der einem Schloss ähnelnden Anlage sorgte auch für Überraschungen.

So wurden Malereien an einer Fachwerkwand und zwei niedrige Gänge, die nach außen führen, gefunden. Gewölbe über dem Erdgeschoss konnten  freigelegt werden. Eine Holzdecke im ersten Obergeschoss wurde gesichtet. Den Bauarbeitern gelang es,  den Wendelstein frei zu legen, der heute noch vom Erdgeschoss in den Keller führt. Zwei historische Kaminnischen sind sichtbar in die Unterrichtsräume integriert. Alle denkmalpflegerisch relevanten Funde wurden dokumentiert und am Haus belassen, wenn auch nicht in jedem Fall für den Nutzer sichtbar, so doch erhalten.

„Es waren aufwendige Planungen in allen Bereichen zu leisten, um die funktionalen Anforderungen an das Haus umzusetzen und andererseits die historischen Bausubstanz des Hauses zu erhalten“, sagt die Amtsleiterin. So wurde eine Lüftungsanlage in das Haus integriert, die das Raumklima geregelt. Das Gebäude ist teilweise mit Fußbodenheizung ausgerüstet und verfügt über Akustik- und Schalldecken.  Die Baumaßnahme kostete insgesamt fast fünf Millionen Euro, die gefördert  wurde. „Vier  Klassenräume und ein Kursraum mit Sanitärräumen sind entstanden“, zählte Ute Hoppe auf. Es gibt es separate Garderobenräume und einen Aufenthaltsbereich für die Lehrer.

Für das Archiv der Fürstenschüler-Stiftung  und die Schulbibliothek entstanden Räume mit Leseecken. „Über 200 Umzugskartons und Bündel haben wir bereits gepackt. Einige Möbel  wurden aus unserem jetzigen Domizil, der einstigen Rektorenwohnung  im Hauptgebäude des St. Augustin, abgebaut und im Alten Seminar wieder aufgebaut sowie mit neuen Möbeln ergänzt. Zur Zeit sind wir beim Auspacken und Einordnen der Bestände“, erklärt  der Leiter des Archivs Volker Beyrich.  „Das Archiv wird erst in  zwei Monaten wieder  auskunftsfähig sein. Das neue Heft „Archivstäubchen“ werde es deshalb erst im September geben, sagt Beyrich.

Frei werdende Kartons würden an die Lehrer weiter gegeben. „Wir entschieden uns, den Musik- und Kunstunterricht ins Alte Seminar zu verlegen“, erklärt der Schulleiter des Gymnasiums St. Augustin, Wolf-Dieter Goecke.  „Das Alte Seminar ist ein wichtiges Denkmal, zu dem sich die Stadt bekannt hat“, betont Oberbürgermeister  Berger. Das Ensemble, dessen Geschichte bis ins 14. Jahrhundert geht,  stellt den Lückenschluss zwischen Schloss und Gymnasium St. Augustin dar.

Von Cornelia Braun

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