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Grimma Schüler kämpfen um Katzenhaus
Region Grimma Schüler kämpfen um Katzenhaus
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05:00 29.02.2012
200 Schüler der Mittelschule demonstrieren für den Erhalt des Katzenhauses an der Denkmalschmiede Höfgen Quelle: Andreas Roese
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Grimma

Nach der überraschenden Ablehnung von Fördermitteln ist die Einrichtung derzeit geschlossen.„Das Katzenhaus bleibt", forderten trotzig die Schüler auf selbst gefertigten Transparenten. Mit „nein danke" lehnten sie weite Wege für Kulturarbeit ab.

Die Denkmalschmiede müsse gerettet werden, so das unmissverständliche Signal der Teenager während ihrer Demonstration von der Schule über den Markt und die Lange Straße. Das Pfeifkonzert ließ nicht nach, als der Demonstrationszug auf dem Schulhof endete. „Überall wird gespart, erst an den Lehrern, jetzt an der Kultur", sagte Schulsprecherin Sophia Krampitz.

Wenn die Denkmalschmiede und mit ihr das Katzenhaus schließen müssen, dann würden die Schüler einen wichtigen Anlaufpunkt nach dem Unterricht verlieren. Projekte wie die Produktion eines Filmes, künstlerische und handwerkliche Arbeiten hätten die Klassenverbände zusammengeschweißt. „Wir konnten im Katzenhaus Ideen entwickeln und umsetzen", so die 17-Jährige. Sie kritisierte die Sparmaßnahmen in der Kultur- und Jugendarbeit. „Geld ist da, es muss nur gerecht verteilt werden", sagte Krampitz selbstbewusst.

„Ihr habt ein tolles Zeichen gesetzt", sagte Andrich nach der Demo. Er bedankte sich nicht nur bei den Schülern, sondern nahm auch zur Kritik an der Denkmalschmiede und ihrem Betreiber Stellung. „Uns werden große Vorwürfe gemacht, beispielsweise dass wir nicht mit Geld umgehen können", so der Chef der Einrichtung. Er sei jedoch überzeugt, dass er jede Anschuldigung ausräumen könne. „Wir haben eine Prüfung gehabt und können alles widerlegen", so Andrich weiter. Er kritisierte, dass dem Kulturbetrieb keine Zeit eingeräumt werde, um „alles sauber auf den Tisch zu legen und zu ordnen". Seit Tagen ruht das kulturelle Leben auf dem Vierseithof in Kaditzsch.

Nach der Ablehnung des Fördermittelbescheides für 2012 durch den Kulturraum Leipziger Raum musste die Denkmalschmiede alle Veranstaltungen und Projekte vorerst absagen. Der Zweckverband hatte seine Entscheidung unter anderem mit gravierenden Verstößen gegen Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit begründet.

Wie Andrich gestern bestätigte, habe die Denkmalschmiede im Dezember die letzte Förderung bekommen. Für 2012 sei kein Geld aus Fördertöpfen mehr geflossen. Seitdem seien enorme Außenstände aufgelaufen. Unter anderem hätten die Mitarbeiter keinen Lohn erhalten. Auch Sozialversicherungsbeiträge seien offen.

Birgit Schöppenthau

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