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Grimma Schülerband rockt Trebsen
Region Grimma Schülerband rockt Trebsen
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05:00 27.05.2011
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. Bei „Children of the Revolution" von T-Rex wurde der laufende Meter Fritz Kurmann beinahe zu Billy Elliot, jenem alles andere als seidenweichen Ballettjungen aus dem gleichnamigen britischen Kinofilm, der sogar die Wände hoch ging. Fritzchen, darüber schienen sich die Trebsener Fans einig, war das beste Jubiläumsgeschenk, das ihnen die Wurzener machen konnten.

 

Im Wurzener Lichtwer-Gymnasium fing vor gut zwei Jahren alles an. Im Ostflügel der Schule trafen sich „East Wing" regelmäßig zu Proben. Kein Geringerer als Muldental-Elvis Frank Janosch, Frontmann der Neichener „Barracudas", ist der Bandleiter. Er machte aus den Jungs beinharte Männer. Der 14-jährige Langhaar-E-Gitarrist Markus Flinzberger feixte: „Bei Satisfaction von den Stones rasten wir vier regelmäßig aus. Auch bei der Probe in der Schule. Weil es damals so heiß war, machte Frank Janosch das Fenster auf und stellte ein Mineralwasser hin. Ich war total ausgeflippt und latschte voll gegen die Flasche. Die flog genau durch das offene Fenster. Zum Glück wurde kein Passant erschlagen."

Als Moderator Silvio Gasch nach der ersten Runde fragt, ob die Jungs denn noch genug Titel hätten, kann Fritz nur müde lächeln. Für den 1,50-Riesen gibt‘s bei Satisfaction kein Halten mehr, er springt von der Bühne und rudert mit den Armen.

Hinter der Bühne plauderte der 15-jährige Bassist Franz Zieger aus dem Nähkästchen: „Markus und ich stehen gern mal Bein an Bein. Fritz klettert drauf und fertig ist die Pyramide. Als wir die Vorband von Riff-Raff waren, sprang Fritz schwungvoll nach unten. Dummerweise stand Markus noch auf dem Mikrokabel. Das war natürlich sofort futsch und Fritz musste kurzzeitig ganz ohne Mikrofon auskommen."

Elvis, AC/DC, Chuck Berry – der 14-jährige Schlagzeuger Felix Bohne klatscht mit den Stöcken in die Luft und fordert die kurzzeitig schwächelnden Trebsener heraus. Fritzchen umfasst das Mikro mit beiden Händen, singt und lacht. Nein, er äfft die Stars nicht nach, er performt die Nummern wie ihm der Schnabel gewachsen ist.

Fritz, ganz Mann: „Die richtig hohen Töne kriege ich nicht mehr hin." – „Er muss ja auch keine Oper singen", verteidigte ihn Drummer Felix. Felix ist zudem Mitglied im Wurzener Spielmannszug, während Franz und Fritz Fußballer sind. Markus ist leidenschaftlicher Radfahrer, versucht sich aber auch schon mal als Triathlet. Alle Vier sind gute Freunde, gehen gern mal ins Kino oder zum Pizzabäcker. Sie hoffen, noch lange zusammen zu bleiben. Selbstverständlich sei das nicht. Markus denke über ein Auslandsjahr in Amerika nach, Franz mache in zwei Jahren sein Abi: „Dann müssen wir eben noch schnell berühmt werden, um sofort auf Tournee gehen zu können", witzelte Markus.

Die Trebsener sind ganz aus dem Häuschen. Riesenbeifall. Einige bitten um Autogramme. Und DJ Silvio Gasch schwärmt: „Zwar sind heute ausnahmsweise mal keine Schlüpfer und BH‘s geflogen, aber ihr ward wirklich klasse." Auch Bandleiter Frank Janosch, der als Neichener ja auch Trebsener ist, gratuliert seinen Jungs.

Auftritte bei Stadtfesten, Abibällen, und Hochzeiten – „East Wing" sind gut gebucht. Zur 1050-Jahrfeier von Wurzen werden sie im September sogar auf der großen Open-Air-Bühne stehen. Die ersten Verehrerinnen meldeten sich bereits über SMS und Internet: „Wir finden euch nett, wann habt ihr euren nächsten Auftritt?" So etwas kennt Frank Janosch von der Gruppe Barracuda zur Genüge. Er freute sich für seine Schützlinge. Von Barracuda zu Barack Obama: Als die LVZ ein Foto der Band „East Wing" genau neben dem Präsidentenbild platzierte, sei er, Obama, vor Neid erblasst, frotzelten die Jungs.

Haig Latchinian

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