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Grimma Schulbusverkehr zwischen Colditz und Grimma stockt
Region Grimma Schulbusverkehr zwischen Colditz und Grimma stockt
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06:59 27.09.2018
Muldental in Fahrt: Auf einigen Strecken läuft der Schülerverkehr nach Ansicht von Eltern noch nicht rund. Quelle: Frank Schmidt
Landkreis Leipzig

Es gibt weiter Kritik am ÖPNV-Vorzeigeprojekt Muldental in Fahrt. „Leider muss ich abermals auf die immer noch andauernde Problematik des Schülerverkehrs mit der Regionalbus GmbH aufmerksam machen“, beginnt Jana Haupt aus Sermuth ihre vierseitige Darstellung und fügt an, „dass ich bereits seit dem Schuljahr 2017/18 um eine Verbesserung kämpfe“. Inzwischen beschleicht sie das Gefühl gegen Windmühlen zu kämpfen, da ihre umfangreichen Bemühungen bislang „ohne Erfolg“ blieben.

Konkret beklagt die Mutter zweier schulpflichtiger Kinder (10. Klasse Gymnasium und 7. Klasse Oberschule) die ersatzlose Einstellung der Linien 618 und 620, so dass nur noch die Linie 619 zwischen Colditz und Grimma verkehrt und den Schülerverkehr auch über Sermuth mit abdeckt. Die Fahrzeiten seien jedoch so ungünstig, dass die Schüler bereits sieben Minuten nach offiziellem Schulbeginn um 7.10 Uhr in Grimma ankommen und dann noch den Weg vom Bus zur Schule unter die Füße nehmen müssen. Abgesehen davon, „dass die Pünktlichkeit der Busse zu wünschen übrig lässt“. Ähnliches gelte für das Schulende. Dann, so Haupt, müssten ihre Kinder den Unterricht fünf bis acht Minuten eher verlassen, um den Bus rechtzeitig nach Hause zu bekommen. Die Alternative in beiden Fällen wäre, eine Stunde später den nächsten Bus zu nehmen. Und das mit allen Konsequenzen, insbesondere mit besorgtem Blick auf die Aufsichtspflicht der Kinder nach Schulschluss. Freilich habe der pünktliche Schulbeginn Priorität. Aber: „Ich nahm bisher an, dass dem Busunternehmen die Schulzeiten bekannt sind.“

Mehrere Eltern sprechen Probleme an

Jana Haupt führt die Beschwerde, kenne aber weitere Eltern mit gleichen Problemen und listet einige in ihrem Beschwerdebrief auf. „Deshalb kann niemand der Verantwortlichen mit der Nullachtfünfzehn-Begründung kommen, dass man nicht auf Einzelfälle Rücksicht nehmen kann“, sagt sie. Damit hat sie sich an die Direktoren des Gymnasiums und der Oberschule gewandt, an das Landratsamt und an das Busunternehmen. Ein letztes Schreiben vom 29. August ging erneut an die Schulleitung der Oberschule. Darin wird nicht nur die Busverbindung thematisiert, sondern auch andere Unzulänglichkeiten. Diesbezüglich versichert das Busunternehmen in einer Reaktion vom 12. September, „alle eingehende Hinweise von den Nutzern und Eltern aufzunehmen.“ Für eine „detaillierte Auswertung“ benötige man aber genauere Angaben.

Berger verteidigt Konzept des Projektes

Schlussendlich konfrontiert Jana Haupt Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) mit ihren Sorgen, da die Stadt Schulträger ist. „Ich habe von Frau Haupt eine umfangreiche Zuarbeit bekommen und stricke daraus als Kreistagsmitglied nun eine Anfrage an die Landkreisverwaltung.“ Grundsätzlich ist Berger weit davon entfernt, das Projekt „Muldental in Fahrt“ zu verteufeln. „Ich halte es für einen innovativen Ansatz, vom schülerorientierten Strahlenverkehr abzukommen, um den Nahverkehr für alle Nutzer attraktiver zu machen. Natürlich bringen Veränderungen hier und da Verschlechterungen mit sich. Aber es wird leider nicht wahrgenommen, dass es auch erhebliche Verbesserungen gibt“, sagt Berger. „Fakt ist“, so das Stadtoberhaupt weiter, „wir müssen jede konstruktive Kritik aufnehmen und weiterleiten, damit nachjustiert werden kann. Deshalb bitte ich um Verständnis für die Veränderungen, weil der ÖPNV für die Zukunft ganz wichtig ist.“

Von Frank Schmidt

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