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Schulterschluss im Dreiländereck: Landräte weichen die Grenzen auf

Schulterschluss im Dreiländereck: Landräte weichen die Grenzen auf

Der Landkreis Leipzig will die Zusammenarbeit mit dem Altenburger Land und dem Burgenlandkreis verstärken. Das wurde jetzt beim Besuch des Naumburger Landrats Götz Ulrich (CDU) bei seinem Bornaer Amtskollegen Gerhard Gey (CDU) deutlich.

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Wollen stärker kooperieren, weil gemeinsame Interessen im Verbund besser zu verfolgen sind. In der Wirtschaft und im Tourismus können die Landkreise Altenburger Land (Thüringen), Burgenlandkreis (Sachsen-Anhalt) und Leipzig (Sachsen) voneinander profitieren.

Quelle: Patrick Moye

Borna/Altenburg/Naumburg. Konkretes Ergebnis der Unterredung beider Kreischefs: Der Burgenlandkreis nimmt im nächsten Jahr am gemeinsamen Wirtschaftstag teil, den der Landkreis Leipzig und das Altenburger Land bereits seit acht Jahren wechselseitig im einen oder anderen Landkreis veranstalten.

 Für Gey ist es wichtig, dass es den drei mitteldeutschen Landkreisen gelingt, die Ländergrenzen nicht zu Hemmnissen werden zu lassen. Die Grenzen würden durch die kommunale Ebene durchlässiger gemacht. Seine Altenburger Amtskollegin Michaela Sojka (Linke) drückt es selbstbewusster aus. "Wir sind der Mittelpunkt Mitteldeutschlands." Zwar sei die Entscheidung der Gremien in Altenburg vor 25 Jahren, als sich der Kreis aus dem damaligen Bezirk Leipzig gegen den erklärten Bürgerwillen für Thüringen entschied, nicht mehr rückgängig zu machen. Seit dem Machtwechsel in Erfurt im vorigen Jahr sei das Altenburger Land aber nicht mehr der vernachlässigte Osten des Landes, sondern eher das Scharnier zwischen Sachsen und Thüringen. In diesem Zusammenhang wirke es sich auch positiv aus, dass mit dem thüringischen Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD), dem langjährigen Leipziger Oberbürgermeister, und der thüringischen Sozialministerin Heike Werner (Linke), 15 Jahre Landtagsabgeordnete in Dresden mit Wohnsitz Markkleeberg, zwei Leute am Erfurter Kabinettstisch sitzen, die eine genaue Feldkenntnis haben.

 Der Naumburger Landrat Ulrich will zwar nicht gelten lassen, dass sein Landkreis, der südlichste in Sachsen-Anhalt, unter seiner Randlage leidet, aber natürlich liege es nahe, dass Landkreise besonders eng zusammenarbeiten, wenn sie recht weit von der jeweiligen Landeshauptstadt entfernt liegen. Etwa beim Tourismus. Der Burgenlandkreis stehe für Wein und bekannte historische Bauwerke, für Aktivtouristen könnten aber auch die Naherholungsmöglichkeiten im Neuseenland interessant sein. Die Altenburger Landrätin Sojka stößt dabei ins gleiche Horn. "In Mitteldeutschland gibt es so viel Kultur, da können Sie mindestens eine Woche Urlaub machen und finden viele Angebote in der Umgebung." Und Sojka fügt hinzu: "Wenn Sie dann in fünf Jahren wiederkommen, müssen Sie sich nicht wieder dasselbe anschauen" - weil es so viele touristisch interessante Ziele gebe. Gey freut sich aus diesem Grund, dass bei seinem Gespräch mit Ulrich die Schaffung einer Radverbindung vom Neuseenland ins Saale-Unstrut-Tal besprochen wurde.

 Verbindungen seien auch bei der Vermarktung der Bergbaugeschichte möglich, so Ulrich weiter. So könnten Sachzeugen der Bergbauvergangenheit im Burgenlandkreis wie die Brikettfabrik Hermannschacht in Zeitz und das Bergbaumuseum in Deuben mit vergleichbaren Industriedenkmälern in Sachsen wie etwa dem Bergbau-Technik-Park an der Autobahn 38 gemeinsam vermarktet werden. Umgekehrt könnte bei Touristen, die sich für die Überbleibsel des Bergbaus interessieren, auch Interesse am Saale-Unstrut-Gebiet geweckt werden.

 Die Bemühungen um die Ansiedlung von Unternehmen sollten keineswegs an Länder- oder auch Kreisgrenzen haltmache, ist die Altenburger Kreischefin Sojka überzeugt. "Die Unternehmen entscheiden das ohnehin selbst." Das Altenburger Land profitiere aber auch von Ansiedlungen in der Nachbarschaft, weil es genügend Aus- und Einpendler gebe, was sichtbar mache, dass es auch für ihren Landkreis positive Effekte gebe.

 Für Sojka gibt es noch andere Beispiele länderübergreifenden Zusammenwirkens. So war die Landrätin aus der Skatstadt mit gutem Grund im Mai bei der Grundsteinlegung für ein neues Gebäude der Bornaer Lebenshilfe. Dort sollen auch acht Menschen mit Behinderung aus dem thüringischen Nachbarkreis unterkommen.

 Hoffnung setzen die drei Landkreise außerdem auf die Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland, der sie angehören. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss von Unternehmen, Städten und Landkreisen sowie Kammern, Verbänden und Hochschulen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.06.2015
Nikos Natsidis

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