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Grimma Schulzentrum in Großbardau engagiert Leipziger Künstlerin für Holzkurs
Region Grimma Schulzentrum in Großbardau engagiert Leipziger Künstlerin für Holzkurs
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17:00 02.06.2017
Holzworkshop: Im Evangelischen Schulzentrum Muldental in Großbardau arbeitet Holzbildhauerin Kata Adamek.mit Schülern, von links Paul (13), Tom (12) und Niklas (11). Quelle: Andreas Döring
Grimma/Großbardau

Heft und Bleistift haben Schüler des Evangelischen Schulzentrums Muldental in Großbardau jetzt mit Schnitzeisen (Beitel) und Holzklötzen (Klüpfel) vertauscht. Für 5.- und 6.-Klässler gibt es derzeit Unterricht der etwas anderen Art. Mit der Künstlerin Kata Adamek 839) aus Leipzig gestalten 10 Schüler Skulpturen.

Das macht richtig viel Spaß“, meint der 11-jährige Niklas Dost. Er führt schon geschickt den Beitel. „Mein Onkel ist Tischler, dem habe ich schon einmal über die Schultern geschaut“, erzählt der kleine Holzgestalter. Ein paar Schritte weiter bilden Elsa Fischer (11) und Helene Müller (11) ein Team. Die elfjährige Helene freut sich, wie schnell aus einem Stück Holz ein Herz geworden ist.

Vom Fortschritt, den die Schüler machen, ist auch die Bildhauerin Kata Adamek angetan. Denn erst im März hatte sie mit der Ganztagsbetreuung am Evangelischen Schulzentrum Muldental begonnen. „Alle sind fleißig bei der Sache“, sagt sie. Sie hatte das gesamte Material besorgt und arbeitet einmal pro Woche mit den Schülern, gibt Hinweise und Hilfestellung. Auch Kata Adamek greift selbst zum Werkzeug und hilft den Schülern.

„Was die jungen Leute künstlerisch und handwerklich fordert, soll Konzentration und Selbstbewusstsein fördern, den Schülern helfen, Stärken zu entdecken, von denen sie vielleicht gar nichts ahnten“, meint die 39-Jährige, die in Opole in Polen geboren wurde. „Es war Zufall, dass ich vor 13 Jahren nach Leipzig kam“, sagte sie. „Ich sprach damals noch kein Deutsch“, erzählt sie. Sie hatte Französisch, Englisch und Russisch gelernt. Mittlerweile spricht sie sehr gut die deutsche Sprache. Das half ihr auch, sich heimisch in Leipzig zu fühlen. Seitdem wirkte die Künstlerin, die 2005 bis 2006 Gaststudentin der Klasse von Professor Astrid Klein an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig war, an vielen Projekten mit.

Auch ihr Holzkurs hat ein Projekt im Blick. „Wir wollen einen zwei Meter langen Tausendfüßer anfertigen“, erzählt die polnische Künstlerin, die ein Kunststudium im Bereich Skulptur an der Akademie der Schönen Künste in Breslau absolvierte. Die Skulptur soll jedoch nicht nur den Schulhof schmücken, sondern als Bank zum Verweilen einladen. Paul Emmler (13) ist davon begeistert. Der 6-Klässler fertigte gerade ein Relief an, auf der eine Frau zu sehen war. „Ich war bei einer Ausstellung in Taucha, da kam mir die Idee, ein Frauenbild anzufertigen“, sagte er. „Paul ist auch geschickt mit der Stichsäge“, sagt Kata Adamek, die meint, dass es auch Mädchen gut tut, einmal eine Kettensäge oder einen Bohrer in die Hand zu nehmen. Sie ist jedoch dabei, wenn sie die Geräte ausprobieren. „Wir halten die Gruppen extra klein, damit es zu keinen Verletzungen kommt“, meint sie und hält ein Stück Holz in der Hand. „Es ist ein weiches und warmes Material“, erzählt sie über ihre Liebe zu dem duftenden Material. Die Materialien für ihre Skulpturen kommen oft aus ihrem zweiten Wirkungsort, einer kleinen Waldhütte in Haczów in den Vorkarpaten.

Von Cornelia Braun

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