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Grimma Schulzentrum in Großbardau setzt auf Teamarbeit und Inklusion
Region Grimma Schulzentrum in Großbardau setzt auf Teamarbeit und Inklusion
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15:21 13.11.2016
Voller Einsatz in der Schulküche: Die Großbardauer Oberschüler und Gymnasiasten Moritz (v. l.), Ole und Tom sorgten dafür, dass die vorbereiteten Suppen stets gut temperiert serviert werden konnten. Quelle: Roger Dietze
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Grimma/Großbardau

Gemüse gehört bekanntlich nicht zu den vom Nachwuchs bevorzugten Lebensmitteln. Beim Tag der offenen Tür, zu dem das Evangelische Schulzentrum Muldental am Sonnabend nach Großbardau eingeladen hatte, konnten sich jedoch nur die allerwenigsten der angehenden Teenager der vitaminreichen Kost entziehen, die in diversen Suppenkreationen verpackt war.

Eine von diesen trug den aus der italienischen Küche bekannten Namen „Minestrone“ und war von Annett Blümel beigesteuert worden, deren Tochter Emmi die sechste Klasse der Großbardauer Gymnasialstufe besucht. Und die nach eigener Aussage zumindest einen kleinen Kochbeitrag geleistet hatte. Womit sie zugleich einen Bezug zum pädagogischen Konzept der Bildungsstätte im Grimmaer Ortsteil herstellte. „Mir gefällt, dass an dieser Schule viel Wert auf Teamarbeit gelegt wird, die ja schließlich später in der Arbeitswelt auch gefragt ist“, so Annett Blümel.

Teamarbeit war einmal mehr auch die Ausgestaltung des diesjährigen Tages der offenen Tür an der Großbardauer Bildungsstätte, dessen musikalische Eröffnung vom Lehrerchor vollzogen wurde. Die Grund-, Oberschüler und Gymnasiasten betätigten sich anschließend als Führer durch die Klassenräume und Fachkabinette, in denen ihre Mitschüler und Mitschülerinnen unter anderem mittels vorbereiteter Experimente einen kleinen Einblick in die naturwissenschaftlichen Fächer gaben.

Als Schüler-Guide unterwegs war auch Siebentklässler Nelson, der zugleich Werbung für seine Schule betrieb. „Alles hier ist ziemlich modern, wir haben viele Möglichkeiten zur Freiarbeit, und ich finde es persönlich gut, dass auch behinderte Kinder bei uns lernen“, so der fast 13-Jährige. Letzterer pädagogischer Ansatz wird mit dem aus dem Lateinischen stammenden Begriff der „Inklusion“ umschrieben.

Während die in Sachsen in der Fläche großteils noch Gegenstand bildungspolitischer Diskurse ist, wird sie am Evangelischen Schulzentrum Muldental bereits intensiv praktiziert. „Wir haben eine starke inklusive Ausrichtung“, bestätigt Friedhelm Märsch, der an der freien Bildungsstätte als einer von drei Schulleitern für die Oberstufe verantwortlich zeichnet. „Im aktuellen Schuljahr haben wir erstmals ein geistig behindertes Kind in die fünfte Klasse eingeschult“, so Märsch, in dessen Bildungsstätte allein vier Pädagoginnen und Pädagogen mit der Betreuung der Inklusionsschüler betraut sind. „Wir setzen dabei ganz bewusst auf eigene und nicht externe Kräfte“, so der Schulleiter.

Vom engen Miteinander im Evangelischen Schulzentrum weiß auch die Fachbereichsleiterin Kunst, Dorit Löffler, zu berichten, die zugleich als Mentorin einer schulartübergreifenden und aus Oberschülern und Gymnasiasten bestehenden Gruppe fungiert. „Da unsere Schule in der Oberstufe einzügig mit jeweils einer Oberschul- und einer Gymnasiumsklasse läuft, können wir Pädagogen sehr intensive persönliche Beziehungen zu den Schülerinnen und Schülern aufbauen. Wobei durch die Mischung der Klassen zugleich der Abbau von gegenseitigen Vorurteilen gefördert wird“, so die Deutsch- und Geschichtslehrerin.

Die alsbald auch Abschlussprüfungen in ihren Fächern wird abnehmen können. Denn laut Schulleiter Friedhelm Märsch befinde sich das gymnasiale Anerkennungsverfahren in der Endphase, sodass man mit Stand heute im Schuljahr 2017/18 die ersten Abiturprüfungen wird durchführen können.

Von Roger Dietze

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