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Grimma Schulzentrum muss 19 Kinder abweisen
Region Grimma Schulzentrum muss 19 Kinder abweisen
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00:33 07.04.2018
Das Evangelische Schulzentrum Großbardau hat für das Schuljahr 2018/19 zu viele Anmeldungen, so dass nicht allen Eltern der Wunsch erfüllt werden kann. Quelle: Frank Prenzel
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Grimma/Grossbardau

Das Evangelische Schulzentrum Muldental muss einigen Eltern einen Korb geben. Denn für das nächste Schuljahr wurden mehr Kinder angemeldet, als es aufnehmen kann – in allen drei Schulzweigen.

47 Eltern wollten ihren ABC-Schützen anfänglich in das Schulzentrum in freier Trägerschaft schicken, von denen schließlich 36 ins Anmeldeverfahren einsteigen konnten. „Wir haben aber nur für 28 Kinder Platz“, erläutert Geschäftsführer Niko Kleinknecht. Die Würfel sind inzwischen gefallen. Nach den Elterngesprächen Mitte März entschied das Pädagogenteam wenige Tage später, welche neuen Erstklässler ab August in Großbardau Unterricht erhalten. Acht Eltern müssen eine Ablehnung in Kauf nehmen und sich neu orientieren.

Neuer Weg für Auswahlverfahren

Im Auswahlverfahren für die Grundschule wählte das 1999 gegründete Schulzentrum erstmals einen anderen Weg. Bislang waren die angemeldeten Kinder zum Schnuppern nach Großbardau eingeladen worden, dieses Mal suchten die Lehrer und Horterzieher deren Kindertagesstätten auf und lernten die potenziellen neuen Schüler im täglichen Umfeld kennen. So sei besser sichtbar, wie sich die Kinder den Anforderungen stellen und mit Erziehern und Gleichaltrigen umgehen, erläutert Kleinknecht. „Es zeigt ein realeres Bild.“ Denn in Großbardau sollen die fünf Stammgruppen, in denen jeweils maximal 22 Erst- bis Viertklässler gemeinsam unterrichtet werden, so heterogen wie möglich zusammengesetzt sein. Begabte und weniger Begabte, Mädchen und Jungen, künstlerisch und technisch Interessierte – „es soll eine gute Mischung sein“, sagt der Geschäftsführer. Etwa jedes zehnte Kind bedarf zudem sonderpädagogischer Förderung.

Hoher Aufwand

Es sei hoher Aufwand gewesen, alle Kinder zu besuchen, die Rückmeldung der Pädagogen sei aber positiv, bilanziert Kleinknecht. Der Testballon bei der Auswahl soll nun zunächst ausgewertet werden. Aller Wahrscheinlichkeit geht das Schulzentrum, das vom gleichnamigen Elternverein getragen wird, nun aber immer so vor.

Platznot – neuer Container angedacht

Oberschule (20 Plätze) und Gymnasium (21 Plätze) sind an der freien Schule einzügig ausgelegt. Eine Beschränkung, die sich der Trägerverein selbst auferlegt hat und Teil des pädagogischen Konzeptes ist. Allerdings gibt es erste Gedankenspiele, den gymnasialen Zweig eines Tages zweizügig zu bedienen. Dann könnten in der Oberstufe die Kurse besser bestückt werden. Bis dahin ist jedoch die Platzfrage im Haus zu beantworten. Schon jetzt herrscht Platznot, so dass sich die Bildungsstätte ab neuem Schuljahr mit einem Container behelfen möchte.

Für seine Oberschule verzeichnete das Schulzentrum 26 Anmeldungen künftiger Fünftklässler, darunter zehn Kinder aus der eigenen Grundschule. Auch für das Gymnasium wurden 26 Kinder angemeldet, 13 aus den eigenen Reihen. Dass die Noch-Viertklässler aus dem eigenen Haus die weiterführenden Schulen in Großbardau besuchen dürfen, steht außer Frage. Alle anderen nahmen im März an Schnuppertagen teil – und inzwischen steht auch fest, welche elf Kinder nicht ans Evangelische Schulzentrum dürfen.

Anmeldezahlen stimmen zufrieden

Die Anmeldezahlen stimmen in Großbardau zufrieden. „Wir sind bekannt, ich mache mir weder bei Erst- noch bei Fünftklässlern Sorgen“, gibt Kleinknecht zu Protokoll. Allerdings hätte er sich mit seinem Team Einsteiger für die Oberstufen-Klassen 11 und 12 gewünscht. Die sind nach dem Start des Gymnasiums im Jahr 2007 noch recht schmal besetzt. Kleinknecht weist darauf hin, dass nach der Realschule der Wechsel auch aufs Großbardauer Gymnasium möglich ist – das Abitur dauert dann aber drei Jahre, weil in der Regel die zehnte Klasse wiederholt wird.

Nach Grund- und Oberschule war im vorigen Jahr auch der gymnasiale Zweig am Gymnasium staatlich anerkannt worden. Deshalb legen nun in den nächsten Wochen die ersten Schüler ihr Abitur in Großbardau ab. „Wir haben den kleinsten Abiturjahrgang Sachsens“, glaubt Kleinknecht. In der jetzigen 12. Klasse sitzen gerade mal vier Schüler auf den Bänken. Am 20. April schwitzen sie über der ersten Prüfung – in Englisch. Danach geht es Schlag auf Schlag.

Von Frank Prenzel

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