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Grimma "Schuppenprojekt" in Nerchau
Region Grimma "Schuppenprojekt" in Nerchau
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19:17 18.06.2010
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. Viel bekommen die Radwanderer auf der kurzen Durchfahrt von der Gänsestadt nicht zu sehen. Doch was sie zu sehen bekommen, ist nicht schön, man kann schon sagen, es ist häßlich.

 

Am Wegesrand steht die von einer Grottewitzer Firma genutzte Lagerhalle. Die ist tiptop in Ordnung. Sie ist aber beschmiert, beschriftet, bekrakelt. Das darf so nicht bleiben, das steht der Stadt nicht gut zu Gesicht. Das muss man ändern. So dachte der Nerchauer Pfarrer Arno Leye und er hatte eine Idee. Seit Montag ist der Schuppen in festen Händen. In den Händen der Jungen Gemeinde.

Knapp zwanzig Mädchen und Jungen greifen zu Farbe, Pinsel und Walze, stehen auf Leitern und Gerüsten, manchmal bis abends halb neun. Einer von ihnen ist Sven Rößler. Er zeigt Fotos, die den Schuppen so zeigen, wie er noch zu Wochenanfang Antiwerbung für die Stadt machte und als Radfahrerschreck galt. Beim Blick auf die Fotos wird bewusst, welche Arbeit die jungen Leute geleistet haben. „Die Wände mussten abgekehrt werden, dann wurden sie gründlich grundiert, damit die alten Schmierereien verschwinden", erzählt Sven Rößler. Der junge Mann ist zur Zeit Zivildienstleistender bei der Kirchgemeinde in Grimma, er ist zuzusagen für einige Tage ausgeliehen, um das „Schuppenprojekt" – so wird es von allen genannt – zu koordinieren. Am heutigen Sonnabend sind die Arbeiten fertig. Zwei Seiten sind kunterbunt, die anderen gelb. Die Quadratmeter auf der dem Radweg zugewandten Seite wurden an Gruppen vergeben, die ihren künstlerischen Intuitionen folgend, Farbe auf die Wand brachten. Da steigen Menschen eine Treppe hinauf, einer steht gar Kopf, ein anderer reißt die Arme hoch, zwei Engel begegnen sich.

Finanziert wird die Verschönerung zu einem Teil von der Kirchgemeinde, die Farben stiftete eine Malerfirma. „Es haben schon eine Menge Radfahrer angehalten, mit uns gesprochen und gesagt, dass sie es ganz toll finden, was wir hier machen.", antwortet Sven Rößler auf die Frage, welche Resonanz die Aktion der Jungen Gemeinde findet.

Nun ist dem Schandfleck von Nerchau der Garaus gemacht. Eine Jahreszahl am Gebäude kündet davon, wann dies geschah. Wer es vollbrachte, die Junge Gemeinde, davon kann man nichts lesen. Das ist den jungen Leuten auch egal. Wichtig für sie ist, dass sie sich bei der Arbeit auch besser kennengelernt haben.

Klaus Peschel

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