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Grimma Schwimmhalle: Putzkolonne übernimmt im Sommer das Kommando
Region Grimma Schwimmhalle: Putzkolonne übernimmt im Sommer das Kommando
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00:19 13.07.2017
Grimmas Schwimmhallenleiter Holger Myland säubert am Boden des leeren Beckens eine Durchströmungsrinne. Quelle: F
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Grimma

Kein Wasserrauschen, kein Kinderjauchzen, kein Türengeklapper. In der Grimmaer Schwimmhalle herrscht dieser Tage gespenstische Ruhe. Seit dem ersten Ferienmontag ist die Tür der kleinen Freizeitoase verschlossen. Die siebenköpfige Mannschaft nutzt die Sommerferien wie gewohnt, um Hallenbad und Sauna gründlich zu reinigen und zu warten. Mit Pinsel, Edelstahlschwamm, Wischer, Kärcher und Chemikalien rücken die Mitarbeiter bis in die letzten Ritzen hartnäckigem Dreck zu Leibe und wehren rostenden Anfängen. Ein Prozedere, das einmal im Jahr vorgeschrieben ist. Das Gesundheitsamt kontrolliert.

In der ersten Ferienwoche wird kräftig gewienert, nachdem das 25 mal 12,50 Meter große und 12,50 mal 6,10 Meter kleine Edelstahlbecken geleert sind. Einen vollen Tag dauert es, ehe die insgesamt 568 Kubikmeter Badewasser in der Kanalisation verschwunden sind, weiß Schwimmhallenleiter Holger Myland. „Wenn wir früh den Ablauf öffnen, sind die Becken abends leer“, so der 51-Jährige. Danach hat das Personal freie Hand in der lichtdurchfluteten Halle. Becken und Überlaufrinne werden mit einem Derustit genannten Spezialreiniger eingepinselt und abgespült. „Den unsichtbaren Schmutz, der sich über die Saison anlagert, bekommt man damit runter“, weiß Myland, der eine Ausbildung als Fachangestellter für Bäderbetriebe genossen hat. Rostige Stellen werden mit einem Stahlschwamm nachgearbeitet. Schmutz und Rost müssen seinen Worten zufolge weg, sonst würden sie sich in den Edelstahl fressen. Die Durchströmungsrinnen am Beckenboden, aus denen im Betrieb das angenehm temperierte Wasser einfließt, werden ebenso gründlich gesäubert wie die Überlaufrinnen und Gitterroste.

Ebenfalls in der ersten Ferienwoche werden die Heiligtümer im Keller geöffnet. Hier stehen Schwallwasser-, Schmutzwasser- und Spülwasserbehälter, in die Mitarbeiter nach der Leerung hinein kriechen. Mit einem Gel-Reiniger namens Alkades werden Wände und Boden von Fett und Mikroorganismen befreit. Aus dem Schlammwassertank saugt eine Firma den zur Badesaison herausgefilterten Schlick ab. Die Plasterohre müssen laut Myland nicht gesäubert werden. Dafür die finnische 90-Grad-Sauna und das 60-Grad-Saunarium. Die Bänke kommen raus und werden desinfiziert. So gelangen die Schwimmhallen-Mitarbeiter auch in alle Ecken beider Saunen.

In der zweiten bis vierten Ferienwoche herrscht dann weitgehend Ruhe in der Schwimmhalle – Zeit für den Urlaub. Allerdings rücken dieses Mal Fliesenleger an. Erstmals seit dem aufwendigen Umbau der Halle und der Wiedereröffnung im Jahr 2008 sind etwa 40 schadhafte Fliesen auszutauschen und die Silikonfugen an den Becken, in den Duschen und Toiletten zu erneuern. Auch eine Pumpe muss repariert werden, erzählt der Hallenchef. Die Dichtung war defekt. Ein undichter Wärmetauscher wird ebenso ausgewechselt wie die in die Jahre gekommenen Rechner. Die blaue Decke über den Bassins wird übrigens alle fünf Jahre gereinigt. Sie ist 2018 wieder an der Reihe.

In der fünften Ferienwoche wird es wieder betriebsam. „Dann füllen wir die Becken und nehmen die Technik in Betrieb“, erläutert Myland. Es braucht eine volle Woche, bis im großen Becken randvoll das Wasser gluckst. Und in der letzten Ferienwoche geht die Putzkolonne noch einmal durch Halle und Räume. Dann werden auch Wasserhähne und Duschköpfe entkalkt. Dieses Mal werden zudem die Tische im Eingangsbereich frisch lackiert, erzählt Myland. Zum Standard gehört die Wartung von Garderobenschränken.

Wie gewohnt, können Besucher das Hallenbad am Tag der Einschulung wieder stürmen. In diesem Jahr ist das der 5. August. Sieben Tage die Woche steht die Freizeitstätte den Badelustigen dann wieder zur Verfügung. Im ersten Halbjahr zählte Myland 38 400 Besucher. Und er freut sich, wenn sich seine Gäste in der Halle wohl fühlen.

Von Frank Prenzel

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