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Schwitzen im Eislabor: Handwerker stöhnen unter der Hitze

Schwitzen im Eislabor: Handwerker stöhnen unter der Hitze

Mit Hoch Zacharias kehrt der Sommer zurück. Während Ferienkinder und Urlauber jubeln, bringt die Hitze am Arbeitsplatz so manchen Handwerker an seine Grenzen. Sogar im Eislabor herrschen Temperaturen wie in der Großküche.

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Peter Eibeck stellt in Grimma selbst Eis her.

Quelle: Andreas Röse

Grimma. Er ist der Klassiker unter den Vertretern der Handwerkszunft, die im Hochsommer so richtig ins Schwitzen kommen. Am Backofen von Bernd Haferkorn herrschen derzeit 40 bis 45 Grad Celsius. Das ist zwar auch im Winter so, weil Brot und Brötchen natürlich immer hohe Temperaturen benötigen. „Eigentlich ist es jetzt in der Backstube so warm wie sonst auch", sagt der Konditormeister. Aber anders als sonst: Die Wärme zieht nicht ab. Geöffnete Fenster und Türen bringen nur wenig Abkühlung. Auch der nächtliche Arbeitsbeginn gegen zwei Uhr bringt mitunter wenig Erleichterung. „Wenn die Nacht lau bleibt, dann läuft man in der Backstube wie gegen eine Wand", so der 50-Jährige. Da helfe nur viel trinken. Eine Klimatisierung nachträglich in den Altbau zu installieren, sei wirtschaftlich nicht vertretbar. Die Devise ist: geduldig schwitzen. Eine Alternative dazu fehlt auch den Straßenbauern, die derzeit am Kreisverkehr August-Bebel-Straße und Friedensstraße arbeiten. Wenn mittags die Sonne auf die Straße knallt, dann überschreitet das Thermometer schnell die 30-Grad-Marke. „Wir versuchen dann, im Schatten weiter zu arbeiten", sagt Polier Frank Bloy. Aber wegen des Fertigstellungstermins in der kommenden Woche müsste auch unter sengender Hitze weitergemacht werden. „Hitzefrei gibt es bei uns nicht, wir sind schließlich nicht im öffentlichen Dienst", so Bloy scherzhaft. Unter erschwerten Bedingungen kämpfen auch die Landwirte bei ihrer Ernteschlacht. In weithin sichtbare Staubwolken hüllen sich die Mähdrescher derzeit auf dem Feld. „Das Stroh ist mürbe geworden", erklärt Wolfgang Vogel, Geschäftsführer von Bauernland Beiersdorf und Chef des Landesbauernverbandes Sachsen. Aufgrund der vielen Niederschläge habe das Getreide lange im Feld gestanden. Das trockene Stroh staube extrem beim Drusch. Gehe das Schneidwerk des Mähdreschers über liegenden Roggen, werde außerdem noch Dreck aufgewirbelt. „Dieser Staub auf schweißnasser Haut", winkt Vogel ab und jagt dem Außenstehenden Juckreiz über den Rücken. Die Parole bei den Bauern heißt durchhalten: In ein, zwei Tagen ist die diesjährige Getreideernte Geschichte. Wer denkt, dass bei sommerlicher Hitze der Arbeitsplatz im Eislabor erstrebenswert ist, der befindet sich auf dem Holzweg. Bei 40 bis 45 Grad schwitzt auch Peter Eibeck, Speiseeishersteller und Betreiber eines Cafés, in diesen Tagen. „Die Masse wird pasteurisiert", erzählt der Grimmaer. Um Mikroorganismen abzutöten werde die Menge kurz erhitzt, bevor sie in die Eismaschine einläuft. „Auch bei der Kühlung wird Wärme freigesetzt", sagt Eibeck und wischt sich den Schweiß aus der Stirn. Der Appetit auf eiskalte Kugeln beschert dem Unternehmer einen 15- bis 16-Stunden-Tag. Um die Lust auf die Schlemmerei anzukurbeln, kreiert der Unternehmer neue Sorten wie Black Mamba, ein schwarzes Eis mit aufplatzendem Knisterzucker. „Saison hat das Eisgeschäft aber im Frühjahr", so Eibeck. Nach dem langen Winter sei die Lust auf Eis am größten. Ein Sommer mit Hitze und Regen würden den Eismacher ausbremsen. „Optimales Wetter sind Temperaturen um die 25 Grad und Sonne."

Birgit Schöppenthau

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