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Grimma Sechsköpfige Familie kauft sich einen Kindergarten in Zschoppach
Region Grimma Sechsköpfige Familie kauft sich einen Kindergarten in Zschoppach
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00:21 10.09.2017
Spielplatz vor dem Haus: Die kinderreiche Familie Steinel freut sich über ihr neues Zuhause im ehemaligen Kindergarten und Hort von Zschoppach. Quelle: Thomas Kube
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Grimma/Zschoppach

Im ehemaligen Kindergarten in Zschoppach zieht wieder Leben ein. Wie die Orgelpfeifen sitzen Michelle (2), Florien (5), Philippe (9) und Jason (10) auf der Raupe auf dem Spielplatz. Ihre Eltern Ivette (32) und Uwe Steinel (33) freuen sich über den schmucken Spielplatz, den sie für ihre Kinder in Zschoppach geschaffen haben. Vor vier Jahren sah es auf dem Gelände noch anderes aus. Unkraut wucherte. Denn die ehemalige Kindertageseinrichtung in Zschoppach stand mehrere Jahre leer. Doch Uwe Steinel wollte unbedingt mit seiner Familie in seinem Heimatort Zschoppach wohnen. Deshalb setzte er alle Hebel in Bewegung, um für sich und seine Familie bezahlbaren Wohnraum zu bekommen.

„Bereits 2010 hatten wir uns um den ehemaligen Kindergarten bemüht“, erzählt Ivette Steinel. Mein Mann kannte die Räumlichkeiten noch, da sein Bruder Martin Hesse (23) die Einrichtung besuchte. „Doch die finanziellen Vorstellungen der Gemeinde überstiegen unsere Möglichkeiten“, sagt die gelernte Einzelhandelskauffrau, die seit diesem Jahr arbeitslos ist. Mit der Eingemeindung von Zschoppach nach Grimma unternahm Familie Steinel einen erneuten Anlauf, um das Grundstück zu erwerben. „Am 21. März 2013 hielten wir das erste Mal die Schlüssel in der Hand und stießen mit einem Glas Sekt auf unser neues Zuhause an“, erinnert sich die Mutter von vier Kindern.

Seitdem investierte die Familie viel Zeit und Geld in die 280 Quadratmeter große Wohnfläche und den 1900 Quadratmeter großen Garten. „In nur drei Monaten haben wir die Räumlichkeiten so hergerichtet, dass wir erst einmal darin wohnen konnten“, so Uwe Steinel. Doch allein hätte er diese Mammutaufgabe nicht geschafft. „Zum Glück haben die Eltern und viele Freunde dabei mitgeholfen“, so der 33-Jährige, der auch bei der Freiwilligen Feuerwehr in Zschoppach ist. Im Bad waren sechs kleine Waschbecken und Toiletten. „Das gesamte Bad haben wir umgestaltet, die Küche vergrößert und einen Schornstein im Wohnzimmer eingebaut. Außerdem mussten wir eine biologische Kläranlage errichten“, zählt der Bauherr einige Investitionen auf. Doch das meiste Geld verschluckte die Dachfläche, die erneuert werden musste.

Das Schönste ist, dass jedes Kind ein eigenes Kinderzimmer hat. Doch das weiß Florien (5) noch nicht zu schätzen. „Ich bin lieber mit im Zimmer von Philippe“, sagt er. Nur der große Bruder Jason weiß die eigenen vier Wände zu würdigen – er geht schon aufs Gymnasium St. Augustin. „Ich habe ein Zimmer auf der oberen Etage bekommen“, freut er sich. Er ist auch genauso wie seine beiden Brüder mit von der Partie, wenn der Vater zur Feuerwehr geht. Nur Michelle kann nicht mit. Denn die Jugendfeuerwehr nimmt erst Kinder ab 6 Jahre auf. Also bleibt sie bei der Mutter und den beiden Katzen Luige und Felix, die zur Großfamilie gehören.

„Ich stamme aus Leisnig, und ich kann mir nicht vorstellen, in der Großstadt zu wohnen“, meint Ivette Steinel. Sie ist stolz auf ihren Mann, wie er die ehemalige Kindereinrichtung mit Freunden umgestaltete. Doch die Familie hat noch große Pläne. „Jetzt ist das Außengelände dran. Wir wollen die Fassade noch streichen und uns noch eine hübsche Grillecke gestalten“, blickt der gelernte Bäcker und jetzige Lagerarbeiter in die Zukunft. Dabei ist er froh, dass immer mehr seiner Freunde wieder zurück nach Zschoppach kommen, die für ihn genauso wichtig sind, wie seine Familie.

Von Cornelia Braun

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