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Seelingstädter Feuerwehr zieht aus dem Gerätehaus aus

Umzug Seelingstädter Feuerwehr zieht aus dem Gerätehaus aus

Mit gemischten Gefühlen packen die Feuerwehrleute aus Seelingstädt gerade ihre Koffer. Sie müssen aus dem sanierungsbedürftigen Haus in eine Notunterkunft ziehen. Ob danach alles besser ist, bezweifeln viele.

Weil das marode Gerätehaus notdürftig saniert werden soll, müssen die Kameraden mit Sack und Pack ihr Domizil räumen und ziehen damit vorübergehend in die Turnhalle des Ortes ein.

Quelle: Frank Schmidt

Trebsen/Seelingstädt. Könnte das Feuerwehrgerätehaus in Seelingstädt bei Trebsen bald auf der Liste des Weltkulturerbes stehen? Zumindest wird von einzelnen Kameraden hinter vorgehaltener Hand darüber gewitzelt. Auslöser ist die Sanierung des Gebäudes, welches einen aus Holz gezimmerten Ringanker bekommen soll und danach wie ein Umgebindehaus aussehen wird, wie diese in der Region zwischen Elbsandsteingebirge und Oberlausitz vorkommen. Deshalb müssen die Kameraden für die Zeit der Bauarbeiten, die bis April dauern sollen, das komplette Gerätehaus beräumen und interimsmäßig in die Turnhalle des Ortes umziehen. Die Einsatzbereitschaft sei aber dadurch nicht beeinträchtigt, versichert Wehrleiter Toni Bechler.

Baugrund nicht mehr sicher

Zum Verständnis der laut Stadtratsbeschluss notwendig gewordenen Baumaßnahme muss erläutert werden, dass das im Jahr 1983 errichtete Gebäude beinahe mittig wie ein Buch auseinander zu klappen droht. „Der Boden, auf dem das Gerätehaus steht, war vorher ein Tümpel und gibt nun nach“, weiß Bernd Möbius, der als junger Bursche am Neubau beteiligt war. Wie der damals 23-Jährige auch, hatten etwa 15 Leute extra dafür Urlaub genommen, um das Aufbauwerk zu stemmen, was jedoch nur in der Freizeit möglich war, vor allem samstags.

„Das war damals so. Und auch, dass nur das Material von der Gemeinde Seelingstädt bezahlt wurde, alles andere war Eigenleistung der Dorfbewohner.“ An Motivation mangelte es nicht, denn das alte Domizil befand sich unter dem ehemaligen Gemeindeamt nahe der Dorfkirche und war „nur eine Grotte“, erinnert sich Möbius. „Das Gerätehaus wurde aber auch deshalb gebraucht, weil wir einen LO in Dienst gestellt haben“, weiß noch der 79-jährige Heinz Petroll, der als einer der aktivsten Haudegen in der Ortsfeuerwehr gilt und auch beim Umzug nicht fehlt.

Kritik an Maßnahme: „Haus ist nicht mehr zu retten“

So sehr sich die Kameraden über die Sanierung freuen, so kritisch wird die Maßnahme von einigen gesehen. Mit den Kosten von knapp 140 000 Euro wolle man „für die nächsten zehn Jahre nur den TÜV für das Gebäude sichern“, sagen die einen. Andere meinen, dass damit „Steuergelder verschleudert werden“. Denn, so zitiert Michael Kutscher die Aussage eines Sachverständigen, „das Haus ist nicht mehr zu retten, auch nicht mit dieser Maßnahme.“ Stattdessen versuche die Stadt das Gerätehaus „verkehrssicher zu halten.“ So jedenfalls sei die offizielle Lesart.

Lieber wäre es den Kameraden, das Geld mit in einen Neubau zu stecken, sagt Kutscher und bekommt kopfnickende Zustimmung mit der Anmerkung, „dass hört man von allen Seiten“.

Trebsener Verwaltung verwundert

Da versteht Romy Sperling im Hauptamt der Stadtverwaltung die Welt nicht mehr. Rein bautechnisch wolle sie die Diskussion den Fachleuten überlassen. „Aber das jetzige Vorgehen ist mit den Kameraden in einer Sitzung in ihrem Gerätehaus so besprochen worden“, sagt Sperling verwundert. „Natürlich hätten die Kameraden lieber ein neues Gerätehaus, aber dafür bedarf es neben dem Geld einen geeigneten Standort“, weiß Sperling. Und nicht zuletzt würde man dann auch die Notwendigkeit des Feuerwehrstandortes prüfen.

Von Frank Schmidt

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