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Grimma Seelingstädter Gerätehaus wird notsaniert – Ringanker soll Haus zehn Jahre halten
Region Grimma Seelingstädter Gerätehaus wird notsaniert – Ringanker soll Haus zehn Jahre halten
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16:39 06.06.2017
Wehrleiter Tony Bechler zeigt auf Risse in den Wänden der Seelingstädter Fahrzeughalle. Sie wurden schon einmal verschmiert, platzen aber immer wieder auf. Quelle: Thomas Kube
Trebsen/Seelingstädt

Notsaniert werden soll das Feuerwehrgerätehaus Seelingstädt. Der Stadtrat folgte jetzt einer Empfehlung des Technischen Ausschusses und entschied, das Gebäude im kommenden Jahr so weit zu sichern, dass es nicht einstürzen kann. Zur Sitzung waren die Parlamentarier extra ins Depot gekommen, um sich von der heiklen Situation selbst ein Bild machen zu können.

Das Gerätehaus entstand zu DDR-Zeiten in Eigenleistung auf dem Gelände eines ehemaligen Teiches. „In der Mitte steht es fest. Je weiter man sich von dort entfernt, umso mehr sackt es ab“, erläuterte Thomas Schubach vom gleichnamigen Ingenieurbüro aus Großpösna, der auf enorme Risse in der Bodenplatte verwies.

Verstärkt wird das Phänomen durch einen Fehler in der Konstruktion. Beim Bau wurde kein Ringanker eingezogen, so dass die Wände nach oben hin zunehmend auseinanderklaffen. „Vor ein paar Jahren wurden die Risse schon mal verschlossen, doch sie öffnen sich immer wieder“, erklärte Wehrleiter Tony Bechler der LVZ. Jedes Mal, wenn der Grundwasserspiegel steigt und danach absinkt, setzt sich laut Schubach das Depot ein Stück mehr. „Wird nichts getan“, so Bauamtsleiterin Marika Haupt, „laufen wir Gefahr, dass das Gebäude irgendwann wie ein Kartenhaus auseinanderklappt.“

Das will Wehrleiter Bechler verhindert wissen. „Ich bin dafür verantwortlich, dass unsere Kameraden sicher hier herkommen und ausrücken können“, betonte der Chef der 31 Mitglieder starken Truppe, von der 21 Mann aktiv im Einsatz sind und die mit 14 Kindern und Jugendlichen einen beachtlichen potenziellen Nachwuchs vorweisen kann. „An unserem Gebäude darf es nicht scheitern, dass wir anderen Menschen helfen können, die in Not geraten sind“, sagte der 27-Jährige.

Aber wo ansetzen? „Eine Instandsetzung des Baugrunds würde 60 000 Euro kosten, da ist noch nichts mit dem Gebäude passiert“, verdeutlichte Bauingenieur Schubach. „Angesichts der Kosten ist eine grundhafte Sanierung nicht sinnvoll.“ Eine vernünftige Kompromisslösung sei es, unter der Decke im Inneren einen Ringanker aus Holz einzuziehen, der ein weiteres Abtriften der Wände verhindert. Die Risse würden dadurch allerdings nicht verschwinden. Beobachtet werden müsse mittels Gipsmarken, ob sie stabil bleiben.

43 300 Euro soll die Notsanierung, die eine Dachinstandsetzung des Sanitäranbaus einschließt, kosten. Haupt hofft, damit „für die nächsten zehn Jahre, vielleicht auch länger“ für Stabilität sorgen zu können. Einstimmig befürworteten die Räte das Vorhaben, das angesichts der momentan vollen Auftragsbücher der Handwerksfirmen und der daraus resultierenden höheren Ausgaben erst im Herbst ausgeschrieben und im nächsten Frühjahr angegangen werden soll.

„Über kurz oder lang muss aber ein neues Gerätehaus gebaut werden“, forderte Wehrleiter Bechler. Auch Steffen Slowik (CDU) mahnte: „Der Stadtrat muss sich in diesen zehn Jahren umschauen, wo dieses Haus hingesetzt wird.“ Allen ist klar, es handelt sich jetzt nur um eine Übergangslösung; die Feuerwehr braucht einen dauerhaft sicheren Standort.

Von Frank Pfeifer

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