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Seelingstädter Tabakhallen sind Geschichte

Plattgemacht Seelingstädter Tabakhallen sind Geschichte

Schluss, aus, vorbei. Von den Tabakhallen in Trebsen ist ein großer Schutthaufen übrig geblieben, der auf dem Gelände des benachbarten Agrarunternehmens lagert. „Ihn will der Betrieb für den Wegebau verwenden“, sagt Bauamtsleiterin Marika Haupt.

Hier standen die vier großen Tabakhallen. Jetzt muss noch Muttererde aufgebracht und die Fläche angesät werden.

Quelle: Andreas Döring

Trebsen/Seelingstädt. Schluss, aus, vorbei. Von den Tabakhallen in Trebsen ist ein großer Schutthaufen übrig geblieben, der auf dem Gelände des benachbarten Agrarunternehmens lagert. „Ihn will der Betrieb für den Wegebau verwenden“, sagt Bauamtsleiterin Marika Haupt.

Nun muss in einem nächsten Schritt Mutterboden auf dem Gelände der Ex-Hallen aufgetragen werden. „Unsere Baufirma wollte damit warten, bis die Preise dafür im Frühjahr günstiger sind“, so Haupt. Zum Schuss wird eine Wiese angesät, die zweimal im Jahr gemäht werden soll.

Die vier je 52 mal zehn Meter großen und sieben Meter hohen Hallen stammten aus den 1970er-Jahren und wurden von der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft „Fortschritt“ aus dem benachbarten Beiersdorf errichtet. Gekauft hatte das Grundstück zuletzt eine Grimmaer Firma, die dort Kohlen einlagerte. Als die Genehmigung dafür nicht verlängert wurde und auch der Plan, dort ein Wohngebiet zu schaffen, scheiterte, verfielen die Hallen immer mehr, deren Wandverkleidung und Dach asbestbelastet waren und eine Umweltbelastung darstellten. Am Ende nahm sich die Stadt der Sache an.

Nach einem langen Vorlauf, in dem das Vorhaben mit anderen Behörden abzustimmen war, begann der Abriss am 6. Februar für eine Auftragssumme von 109 650 Euro. Die Hallen selbst hatte die SRK Sönitz GmbH aus Lichtenberg im Erzgebirge zwar schnell beseitigt. Doch damit war es nicht getan, denn die Fundamente und die Betonplatten mussten mit Spezialtechnik aufwendig aus dem Erdreich herausgestemmt werden.

Im Nachhinein stellte sich heraus, dass auch der Erdboden asbestverseucht war. So musste seine Oberschicht ausgesiebt werden. Außerdem hatten Gartennachbarn Asbestplatten auf das Gelände geworfen, und durch die Rodungen tauchten nördlich der Hallen Schutt und Sperrmüll auf, der beseitigt werden musste. Für all diese Arbeiten legte die Stadt noch mal 15 980 Euro oben drauf. Da anfänglich 147 745 Euro als Gesamtsumme veranschlagt und eingeplant worden waren, bestand genügend finanzielle Luft.

„Es ist es eine staatliche Vorgabe, Brachflächen zu revitalisieren“, begründete Haupt das Engagement der Kommune. Nicht zuletzt stelle die Beseitigung der Hallen aber auch eine Ausgleichsmaßnahme dar für die Erweiterung des Industriegebiets in Pauschwitz. Als sich dort die B & B Trebsener Montage- und Service GmbH ansiedelte, die beim Hochwasser 2013 im Bergelager große Schäden hinnehmen hatte müssen, wurden Flächen neu versiegelt. „Im Gegenzug werden jetzt welche in Seelingstädt der Natur zurückgegeben“, so Haupt.

Von Frank Pfeifer

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