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Grimma Seelingstädter wollen mitreden
Region Grimma Seelingstädter wollen mitreden
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05:00 13.03.2010
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. Die Bürger sollen ankreuzen, ob sie mit Grimma oder Bennewitz zusammen gehen möchten, oder ob sie noch unentschieden sind.

Ortsvorsteherin Susann Schumann entschuldigte sich auf der kurzfristig anberaumten Einwohnerversammlung für die fast beispiellose Eile: „Aber wir dürfen keine Zeit verlieren. Die Trebsener Arbeitsgruppe Kommunalreform kündigte an, dem Stadtrat bereits im April einen entsprechenden Fusionspartner vorzuschlagen.“ Gleich nach der sehr gut besuchten Sitzung am Donnerstag Abend wurde der Stimmzettel erarbeitet, der seit gestern in die Briefkästen wandert. Schumann: „Wir bitten die Seelingstädter, uns die Zettel entweder gleich wieder mitzugeben oder sie bis spätestens Montag, 18 Uhr, in den grauen Briefkasten vor dem Altersheim beziehungsweise direkt bei den Ortschaftsräten einzuwerfen. Bitte beteiligen Sie sich an der Befragung. 300 Stimmabgaben sind unser Minimalziel. Am Montag, 19 Uhr, ist Auszählung im Rittergut. Am 22. März wollen wir das Votum der Bürger den Stadträten übergeben. Ich hoffe, möglichst viele Seelingstädter werden dabei sein.“ Die auf der Einwohnerversammlung ebenfalls anwesenden Ortschaftsräte Karolin Schmidt, Doris Galle und Annett Jäger betonten, mit der Bürgerbefragung nicht etwa Druck auf die Stadträte ausüben zu wollen: „Aber wir möchten an deren Gewissen appellieren!“

Dieter Grobe, selber Stadtrat in Trebsen, kritisierte die Fragestellung: „Meiner Meinung nach geht es nicht darum, ob wir Seelingstädter nach Grimma oder Bennewitz gehen wollen, sondern ob wir Trebsener bleiben möchten! Ich jedenfalls möchte es bleiben. 2011 feiert Trebsen seine 850-Jahrfeier ...“ – „Dieter, das interessiert doch niemanden!“, unterbrach ihn ein Bürger barsch. Und Gerhard Schäfer sagte klipp und klar: „Wenn ich nach Grimma will, dann deshalb, weil ich hoffe, dass Grimma mehr für Seelingstädt tut als Trebsen. Die Dörfer um Grimma sehen tip-top aus. Und Seelingstädt? Seit mehr als 20 Jahren wird über unsere Straße geredet. Aber es passiert nichts. Stattdessen soll Geld in Größenordnungen in die Gestaltung des Trebsener Marktes gesteckt werden.“ Donnernder Applaus.

Der Seelingstädter Stadtrat Joachim Richter würdigte die Initiative des Ortschaftrates und des Heimatvereines für mehr Bürgerbeteiligung: „Damit helft Ihr, Demokratie durchzusetzen. Die Befürworter einer Fusion mit Bennewitz argumentieren immer mit einer Begegnung auf Augenhöhe. Wir warten seit zehn Jahren auf einen Fahrradweg – vielleicht ist es ja besser, zu einem Partner aufschauen zu können!“ Wieder Beifall. Eine Frau stimmte zu: „Ich war noch nie in Bennewitz. Grimma ist doch unser aller Heimat!“

Dorfbewohner René Müller konterte: „Grimma will auch mit Nerchau fusionieren. Womöglich übernimmt sich die Stadt ja.“ In die gleiche Kerbe schlug auch ein Seelingstädter, der seinen Namen „aus beruflichen Gründen“ nicht nennen wollte: „Bennewitz ist eine Gemeinde, die am meisten für ihre Ortsteile tut.“ – „Aber wielange noch?“, warf Katrin Kamm, eine der vielen Besucher aus Altenhain in die Debatte: „Bennewitz klärt sein Abwasser selber, hat moderate Kindergartengebühren und erhebt keine Straßenausbaubeiträge. Diesen Luxus wird sich die Kommune nicht mehr lange leisten können. Das wissen wir aus berufenem Munde.“

Heimatvereinsvorsitzender Manfred Müller, einer der Initiatoren der Versammlung: „Ich bin stolz auf die Seelingstädter. Wir können eben nicht nur gemeinsam feiern, sondern auch demokratische Prozesse in Gang bringen. Das ist auch notwendig, da es unserer Meinung nach ein Unding ist, wenn der Vorsitzende der Trebsener Arbeitsgruppe bei der Ergebnisfindung voreingenommen ist. Die Initiative von Altenhain und Seelingstädt zeigt erste Erfolge: So öffnet sich die Arbeitsgruppe inzwischen auch für kritischer Geister aus der Bevölkerung.“

 

Haig Latchinian

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