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Grimma Seelingstädterin hilft in Afrika
Region Grimma Seelingstädterin hilft in Afrika
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05:00 17.07.2010
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. „Aber nicht in die USA. Das wäre viel zu langweilig. Mich interessiert Afrika! Ich mag eben nicht, was alle mögen." Maria stutzt: „Naja, irgendwie schaute die ganze Welt ja gerade wochenlang nach Afrika. Stimmt. Aber in den Medien drehte sich vieles um das touristische Afrika. Kommerz statt Herz! Dabei wäre es eine Chance gewesen, das wahre Leben zu zeigen – mit der ganzen Vielfalt der Kulturen, aber auch Problemen wie Aids, Bildung, Ernährung."

Stephan? Seelingstädt? Da war doch was? – Maria hilft dem Rätselnden auf die Sprünge. „Sie meinen Yvonne Stephan. Die im iranischen Bam beim Erdbeben verschüttet wurde und seitdem als Entwicklungshelferin in der ganzen Welt unterwegs ist – das ist die Cousine meiner Mama." Als kleines Mädchen habe sie die Yvonne immer mal gesehen. „Aber sie ist ja nie daheim, immer auf Achse", lacht Maria. Der Wunsch, raus in die weite Welt zu gehen und zu helfen – der steckt ihr also schon in den Genen. Als sie voriges Jahr im Rahmen ihres Sozialpädagogik-Studiums durch Namibia und Südafrika reiste, wollten ihre Kommilitonen nach dem einen Monat wieder heim: „Ich wäre am liebsten dageblieben." Wale beobachten, Geparde streicheln, auf Elefantensafari gehen – alles mag ganz nett sein. Spannend seien für sie aber die sozialen Projekte, so Maria: „Es ist bewundernswert, wie Kindern im Waisenhaus mit geringsten Mitteln eine Perspektive geboten wird. In der Tagesgruppe für Behinderte müssen Mitarbeiter nach wie vor gegen bestehende Vorurteile in der Gesellschaft ankämpfen: Kinder mit Handicap seien von Gott nicht gewollt – diese Meinung hält sich hartnäckig." Auf dem Programm stand auch der Besuch einer Aidsklinik sowie eines Seniorenheimes.

„Am 15. August geht‘s los!" Wenn Maria über ihr bevorstehendes Jahr in Südafrika erzählt, spürt man ihr Herz höher schlagen. Es scheint, als werde sie an jenem Tag ein zweites Mal geboren. Das Licht der Welt erblickt sie im Auftrag des Deutsch-Südafrikanischen Jugendwerkes. Die Entsendeorganisation hat vor Ort zahlreiche lokale Partner, kann dadurch das Projekt „weltwärts" des Bundesministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) nach Kräften unterstützen. „Ich hatte mich beworben und bestand das ziemlich strenge Auswahlverfahren", sagt Maria und kann es kaum noch erwarten, ihre Arbeit im Armenviertel zu beginnen. In jenem Township wird Maria als Kindergärtnerin arbeiten, Schulkindern Nachhilfe geben sowie Senioren und Behinderte betreuen. Ihr Einsatzort befindet sich in der Nähe einer Stadt, die wiederum 30 Kilometer von Rustenburg entfernt ist. „Rustenburg war WM-Austragungsort. Vielleicht gelingt es sogar, die derzeitige Euphorie für das runde Leder zu nutzen und ein Fußballprojekt auf die Beine zu stellen." Nein, ein Fan sei sie nicht gerade, gesteht Maria. Aber während eines Praxissemesters engagierte sie sich sogar als Übungsleiterin für das Fußballprojekt „Erfurt kickt".

Um ihre ehrgeizigen Ziele in Südafrika zu erreichen, bittet Maria Stephan (Tel. 0162/ 8 70 67 34) um Spenden. Einige Seelingstädter steckten ihr bereits was zu. Apropos Seelingstädt: Schon vor vier Jahren zur WM in Deutschland präsentierte sich der Ort betont weltoffen. Damals verkörperten die Dorfbewohner auf dem Festplatz sämtliche teilnehmenden Nationen. Und als was trat Maria einst auf? Als Angolanerin? Oder Frau von der Elfenbeinküste? Sie schmunzelt: „Als Sängerin Nena aus Deutschland." Wie bitte?

Haig Latchinian

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