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Seit 5 Uhr: Notrufe aus dem Landkreis gehen jetzt in Leipzig ein

Notrufe laufen über IRLS Seit 5 Uhr: Notrufe aus dem Landkreis gehen jetzt in Leipzig ein

Gleiche Nummer, neue Leitstelle: Seit Mittwochfrüh gehen sämtliche Notrufe aus dem Landkreis Leipzig in der Integrierten Regionalleitstelle (IRLS) Leipzig ein. Der erste Anruf war ein Notfall aus Groitzsch, zu dem die Retter alarmiert wurden.

Branddirektor Peter Heitmann (v.l.n.r.), Landrat Henry Graichen und Sebastian Misch, Leiter der IRLS, haben sich in der Notrufzentrale in Leipzig-Großzschocher eingefunden, um die ersten eingehenden Notrufe aus dem Landkreis Leipzig mitzuverfolgen..

Quelle: Landratsamt

Landkreis Leipzig. Sämtliche Notrufe aus der Region gehen seit Mittwochfrüh in Leipzig ein. Punkt 5.14 Uhr war es soweit. Der erste Hilferuf aus dem Landkreis Leipzig kam aus Groitzsch. Es handelte sich um einen medizinischen Notfall. Landrat Henry Graichen war selbst vor Ort, um die Überleitung der Rettungsleitstelle Grimma auf die Integrierte Regionalleitstelle (IRLS) zu verfolgen.

Die in einem Neubau in der Leipziger Gerhard-Ellrodt-Straße untergebrachte IRLS löst die bisherige Leitstelle des Rettungszweckverbandes in Grimma ab. Auch Nils Adam, Kreisbrandmeister des Landkreises, und Peter Heitmann, Leiter der IRSL, waren in aller Herrgottsfrühe zur Stelle, um die Umschaltung zu begleiten. Nachdem auch Testanrufe aus Zwenkau, Wurzen, Grimma und Geithain problemlos verliefen, konnte Heitmann um 5.38 Uhr den erfolgreichen Vollzug bekanntgeben.

Es ist ein organisatorischer Kraftakt, der hinter den Verantwortlichen von Stadt, Landkreis und Zweckverband liegt. Landrat Graichen dankte am Mittwoch allen Beteiligten, die in die Vorbereitungen eingebunden waren.

Für alle, die auf Hilfe angewiesen sind, ändert sich weder durch die Umstellung der Technik noch die neue Leitstelle etwas. „Feuerwehr und Rettungsdienst sind wie gewohnt über die 112 zu erreichen“, erklärte Landkreissprecherin Brigitte Laux. Der einzige Unterschied besteht darin, dass die Helfer jetzt von Leipzig aus alarmiert werden. Auch an den Standorten der Rettungswachen ändere sich nicht. Von 14 Domizilen aus rücken die Rettungswagen, Notärzte und Krankentransportwagen weiterhin aus. Die Retter sind flächendeckend über den Landkreis verteilt in Bereitschaft, um kurze Hilfsfristen einzuhalten. Rettungswachen befinden sich in Wurzen, Machern, Grimma, Naunhof, Colditz, Geithain, Frohburg, Bad Lausick, Borna, Eula, Groitzsch, Markranstädt, Zwenkau sowie Wachau. Lediglich die Vorwahl für die Krankentransporte wird angepasst. Diese können künftig über die Nummer 0341/19222 angefordert werden.

Grundlage für die Neuordnung war eine 2011 abgeschlossene öffentlich-rechtliche Vereinbarung zwischen den Landkreisen Leipzig und Nordsachsen sowie der Stadt Leipzig. Der Freistaat hatte damals eine Zusammenlegung der Leitstellen für Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz verfügt. Ursprünglich bestanden 22 Notrufzentralen in Sachsen. Nach Umsetzung der neuen Struktur verbleiben außer in Leipzig noch Leitstellen in Chemnitz, Dresden, Hoyerswerda und Zwickau.

Bereits seit Mitte 2016 gehen die Notrufe aus dem Landkreis Nordsachsen in Leipzig ein. Mit der Aufschaltung des Landkreises Leipzig sei die neue Großleitstelle nun komplett, teilte die Messestadt mit. Bislang hatten die Mitarbeiter in Leipzig-Großzschocher etwa 270 000 Einsätze jährlich zu koordinieren. Eine weitaus größere Zahl von Anrufen geht allerdings ein. Etwa 800 000 jährlich. Dabei handele es sich um Dopplungen oder Mehrfachmeldungen, wenn von mehreren Personen Brände beobachtet oder Unfälle durchgesagt werden. Die Leitstelle ist seit gestern für rund eine Million Menschen zuständig. Das bedeutet, dass täglich über 2000 Anrufe angenommen werden.

Branddirektor Peter Heitmann, Leipzigs oberster Feuerwehrmann, bekräftigte, dass die Kollegen der Grimmaer Leitstelle, die am Mittwoch abgeschaltet wurde, im neuen Team gut aufgenommen worden seien. Zehn Kollegen wechseln von der Mulde nach Leipzig.

Im Gespräch zwischen Heitmann und Landrat Graichen sei es unter anderem auch um die positive Bevölkerungsentwicklung der Stadt und des Landkreises gegangen, die auch in Bezug auf die Arbeit der IRLS und der Einsatzkräfte im Auge behalten werde.

Von Simone Prenzel

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