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Grimma Serie der Brände im Muldental reißt nicht ab
Region Grimma Serie der Brände im Muldental reißt nicht ab
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14:40 19.05.2015
Nichts zu retten: In der Nacht von Sonntag auf Montag ging ein Strohballenlager bei Deditz komplett in Flammen auf, noch am Tage zogen dichte Rauchschwaden übers südliche Muldental. Nur 24 Stunden später folgte die Attacke auf ein weiteres Lager, das sich in unmittelbarer Nähe befand. Quelle: Frank Schmidt

Brandstiftung gilt als sicher. Angst und Gerüchte breiten sich aus im Muldental.

In der Nacht zum Montag hielt ein Großfeuer in Deditz die Nerchauer Feuerwehr über zwölf Stunden in Atem. Ein etwa vier Meter breiter, 20 Meter langer und gut sieben Meter hoher Strohhaufen brannte lichterloh. Für den Nerchauer Wehrleiter Martin Heymer stand am Ort des Geschehens sofort fest: "Das war eindeutig Brandstiftung!" In der gleichen Nacht ging auch im Brandiser Ortsteil Polenz ein Objekt in Flammen auf (die LVZ berichtete). Die Folge: Es macht sich Angst breit. Dehnt sich die Brandserie, der im Dezember auch ein Autohaus in Grimma oder das Europahaus in Colditz zum Opfer fielen, noch weiter auf die ländliche Region aus? Diese Frage macht die Runde, erst recht, nachdem in der Nacht zu gestern schon wieder die Feuerwehr in Deditz eingreifen musste.

Kurz nach Mitternacht heulten erneut die Sirenen in Nerchau, Cannewitz und Fremdiswalde sowie in Dürrweitzschen und Mutzschen. Auch Steffen Richter, Chef der Nerchau-Mutzschener Agrar und Service GmbH, der die Strohballen gehören, war wieder vor Ort. Im Gegensatz zur vorherigen Nacht gelang es diesmal, mit bereitgestellter Technik den Brand unter Kontrolle zu bringen. Anschließend wurde laut Maik Hammer, Wehrleiter in Fremdiswalde, eine Tatortwache von Feuerwehr und Polizei eingerichtet. Richter zieht den Hut vor den freiwilligen Einsatzkräften. "Die meisten der Jungs müssen am nächsten Morgen wieder zur Arbeit. Viele können sich gar nicht vorstellen, welchen zusätzlichen Belastungen jeder Einzelne in solchen Situationen ausgesetzt ist." Dafür ist Richter dankbar. Doch er ist auch wütend auf jene, die für diesen Feuerirrsinn verantwortlich sind.

Nicht nur er oder die Polizei wollen wissen, wer der oder die Täter sind. Auch unter den Feuerwehrkameraden kursieren Fragen. Gibt es tatsächlich einen Zusammenhang mit der Brandserie in Grimma? Oder sind es Trittbrettfahrer? "Wir hoffen nur, dass es kein Feuerwehrmann war", sprach Wehrleiter Heymer auch diese "ganz große Sorge" offen aus, wohl wissend, dass er mit dieser Äußerung bei manchen seiner Kameraden nicht gut ankommt.

Serie hält auch Polizei in Atem

Die Brandserie reicht von Autohaus bis Müllcontainer, von Pkw bis Strohlager: Die Feuerwehren im Muldental kommen nicht zur Ruhe. Die aktuellen Fälle - die Brände der Strohballen in Deditz (siehe Text) und des mit Heu gefüllten Hangars in Polenz - sind nur Glieder einer Kette. Und weil stets von Brandstiftung die Rede ist, bereiten die Vorfälle der Polizei erhebliche Sorgen. "Wir haben eine Ermittlungsgruppe gebildet", sagt der Grimmaer Revierleiter Frank Gurke, "ermitteln in alle Richtungen."

Was Ermittlungsdruck bewirken kann, zeigte sich in der vergangenen Woche in Grimma. Am Dienstagnachmittag war ein Citroen Saxo an der Holzecke in Flammen aufgegangen. Als die Beamten vor Ort Befragungen vornahmen und die Möglichkeit der Entdeckung immer näher rückte, brachten Eltern ihre beiden Kinder aufs Revier. Sie hätten eingeräumt, das Auto angezündet zu haben, erklärte Uwe Voigt, Pressesprecher der Polizeidirektion Leipzig.

Damit ist allerdings erst einer von zahlreichen Fällen aufgeklärt. Das Autohaus in Grimma, das Europahaus in Colditz, regelmäßig Container in Grimma oder Heu und Stroh - warum diese und andere Objekte in Flammen aufgingen, konnte noch nicht ermittelt werden. Während speziell bei der Grimmaer Feuerwehr schon länger von einem Feuerteufel gesprochen wird, legt sich Gurke nicht fest. "Für einige Brandstiftungen scheint es keinen rationalen Hintergrund zu geben, einige sind atypisch." Auch Nachahmer und Trittbrettfahrer könnten eine Rolle spielen. Die Einsatzpläne habe man der Situation angepasst.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.02.2014
Frank Schmidt/Heinrich Lillie

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