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Sermuther Fußballer nicht zu beneiden: Wird der Kunstrasen nun in Colditz verlegt?

Hochwasserschadensbeseitigung Sermuther Fußballer nicht zu beneiden: Wird der Kunstrasen nun in Colditz verlegt?

Die Aufregung war groß: Eintracht Sermuth „verpulvert“ 100 000-Euro-Spende des DFB! Doch wie die LVZ berichtete, floss das Geld in die Planung eines hochwassersicheren Sportplatzes. Der kommt nun nicht, da nicht finanzierbar. Derweil fordern die ersten Colditzer, dass der für Sermuth gedachte Kunstrasen nicht am alten Standort, sondern in der Kernstadt verlegt wird.

Der Fußballplatz von Eintracht Sermuth wurde schon mehrfach von Hochwasser geschädigt.

Quelle: WWW.LEIPZIG-LUFTBILDER.NET

Colditz/Sermuth. Es bleibt definitiv dabei: Einen neuen, erhöht und damit flutsicher gelegenen Fußballplatz wird es in Sermuth nicht geben. Das bestätigte am Montag der Colditzer Bürgermeister Matthias Schmiedel (parteilos) auf LVZ-Nachfrage. „Die Sächsische Aufbaubank hat uns 1,45 Millionen Euro Fördergelder zugesagt. Demgegenüber stehen rund fünf Millionen Euro an zu erwartenden Kosten für die Umsiedlung. Die Differenz könnten wir als Kommune unmöglich stemmen.“

Die Stadt Colditz als Eigentümerin der Sportanlage am Muldezusammenfluss hat inzwischen sämtliche Pläne für einen hochwassersicheren Neubau ad acta gelegt. Dies sorgte nach entsprechendem LVZ-Artikel für Wirbel, da eine viel beachtete 100 000-Euro-Spende des Deutschen Fußballbundes demzufolge in Planungskosten eines Projekts versickert, das nun nicht kommt.

„Wir haben nichts verpulvert“, wehrt sich Harald Müller, Vereinsvorsitzender von Eintracht Sermuth. Er betont einmal mehr, wie kräfte- und nervenzehrend es gewesen sei, die Planungen für einen Sportplatzneubau engagiert voranzutreiben. Weder Stadt noch Verein hätten Fehler gemacht. Niemand könne grob über den Daumen peilen, was so eine Umsiedlung kostet: „Da mussten wir Spezialisten mit der Planung beauftragen. Und die kosten nun mal Geld“, verteidigt sich Ortschef Schmiedel. Nun konzentriere man sich darauf, die Schäden am alten Standort zu beheben. Wie berichtet, wurde der Komplex sowohl bei der Flut 2002 als auch beim Hochwasser 2013 arg in Mitleidenschaft gezogen.

Nach LVZ-Recherchen wird es am Mittwoch ein Gespräch bei der Sächsischen Aufbaubank (SAB) in Dresden geben, an dem auch Bürgermeister Schmiedel und seine Planer teilnehmen. Dabei soll es um die nächsten konkreten Schritte gehen. Auf LVZ-Nachfrage versicherte Beate Bartsch von der SAB, dass der Stadt Colditz eine Zuwendung in Höhe von 1,45 Millionen Euro bewilligt wird. „Dies entspricht dem für Eintracht Sermuth gemeldeten Betrag zur Beseitigung der Hochwasserschäden.“ Die Gelder hätten auch für einen Ersatzneubau an anderer, hochwassersicherer Stelle eingesetzt werden können, heißt es. „Eine höhere Förderung war aber nicht möglich, da kein amtlicher Versagungsgrund zur Weiterbetreibung der vorhandenen Sportanlage vorlag.“

Unterdessen reagierten Colditzer Bürger mit einer Petition. Sie wollen verhindern, dass Eintracht Sermuth am alten Standort – wie gewünscht – einen Kunstrasenplatz gefördert bekommt. Der solle lieber im hochwassersicheren Stadion der Kernstadt entstehen und auch für die Allgemeinheit nutzbar sein, so die Unterzeichner. „Auch darüber werden wir uns mit der SAB verständigen. Bevor wir darüber diskutieren, wissen wir, ob so etwas überhaupt theoretisch möglich wäre“, sagt Bürgermeister Schmiedel. Harald Sather, Präsident des Fußballverbandes Muldental, hätte dafür wenig Verständnis: „Die Sermuther haben versucht, hochwassersicher zu bauen. Es hat sich gezeigt, dass es nicht finanzierbar ist. Nun sollten sie wenigstens am alten Standort neu durchstarten dürfen – ein Platz in Colditz nützt ihnen nichts.“

Von Haig Latchinian

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