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Sicherheit vor Ort ist wichtiger Standortfaktor

Sicherheit vor Ort ist wichtiger Standortfaktor

In Wurzen trauen sich selbst Dauermieter nicht mehr, ihr Auto im städtischen Parkhaus abzustellen, weil die Fahrzeuge serienweise aufgebrochen werden. In Grimma brennen Mülltonnen, Reifenstapel und manchmal Autohäuser.

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Quelle: Andreas Röse

Muldental. In Borsdorf fliegt der Fahrkartenautomat am Bahnhof mehrmals in die Luft. Täter? Fehlanzeige. Diesen Zustand gibt es jedoch nicht nur im Muldental. Deshalb ist die Forderung nach stärkerer Videoüberwachung und einem "Bündnis für Sicherheit" laut geworden.

Sicherheit vor Ort sei inzwischen ein wichtiger Standortfaktor geworden, erklärte Städtetagshauptgeschäftsführer Gerd Landsberg. Deshalb forderte der Deutsche Städte- und Gemeindebund mehr Videoüberwachung und regte gemeinsam mit der Gewerkschaft der Polizei ein "Bündnis für Sicherheit" an, an dem neben Polizei und Behördern auch Vereine, Verbände, Wirtschaft und Bürger beteiligt werden sollten. Frank Gurke, Leiter des fürs Muldental zuständigen Polizeireviers in Grimma, sieht die Situation differenziert. Einen Schritt in Richtung Zusammenarbeit gehe sein Revier bereits, zum Beispiel bei der Kooperation von Bürgerpolizisten und Ordnungsämtern oder bei der gemeinsamen Begehung, die mit Kleingärtnern abgesprochen würden. Videoüberwachung führe oft nur zu Verdrängung, so der Polizeioberrat. Besser sei es, möglichst wenig dunkle Ecken zuzulassen und das Entdeckungsrisiko hochzuhalten. Städtische Mitarbeiter müssten nicht nur tagsüber Falschparker notieren.

"In Naunhof praktizieren wir bereits eine enge Zusammenarbeit mit den Bürgerpolizisten vor Ort", sagt der dortige Bürgermeister Volker Zocher (parteilos). Insoweit sei ein Bündnis für Sicherheit wie auch eine verstärkte Videoüberwachung für ihn kein Tabu. "Ich denke jedoch, dass die Kommunen hier für eine schiefgelaufene Polizeireform einstehen müssen. Es gibt bei der Polizei einfach zu wenig Personal mit immer mehr Aufgaben, das kann man nicht alles mit Kreativität wettmachen", so Zocher. Zum Beispiel könnten Vereine keine Polizeiarbeit übernehmen. Darüber sollte sich der sächsische Innenminister Gedanken machen.

In Wurzen gebe es im Grunde Zustimmung für die Videoüberwachung an öffentlichen Plätzen, teilte Stadtsprecherin Cornelia Hanspach mit. Immerhin könne dies ein probates Mittel sein, um Gewalttäter abzuschrecken. "Konkret wird das Parkhaus als Ort eingestuft, in dem eine solche präventive Maßnahme angebracht wäre." Nach den Vorkommnissen der jüngsten Zeit, so Hanspach weiter, prüfen momentan die Fachbereiche der Verwaltung, welche Voraussetzungen an eine Überwachung geknüpft sind. Ebenso sehe Wurzen im Bündnis für Sicherheit einen nachvollziehbaren Lösungsansatz. "Wenn das Bündnis sozusagen als Arbeitskreis agiert, durch den die Beteiligten einen kurzen Draht zueinander haben, spricht nichts dagegen." Ein Allheilmittel gegen steigende Straftaten und Delikte sei eine solche Allianz aus Sicht des Wurzener Stadthauses aber nicht, sagte Hanspach.

Für Grimma ist eine verstärkte Videoüberwachung kein probates Mittel. Den Angaben von Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) mag das in Großstädten Wirkung zeigen, im ländlichen Raum sei es übertrieben. "Für die brennenden Mülltonnen gibt es klare Verdachtsmomente", so Berger. Die Lage der Muldestadt an der Autobahn A 14 bringe zwar eine erhöhte Kriminalität mit sich. Diese werde jedoch mit der hohen Polizeipräsenz durch das Revier und die Hundertschaft vor Ort kompensiert. Zwischen Kommune und Polizei herrsche ein enger Kontakt und ein gutes Miteinander.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.03.2014
LVZ

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