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Grimma Silvesterwanderung durch Grimma
Region Grimma Silvesterwanderung durch Grimma
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16:07 01.01.2010

Und wenngleich das Wetter diesmal tolle Ausblicke verwehrte, gab es – wie Priemer üblich – informative und unterhaltsame Einblicke in Geschichte und Natur. Er hatte, wie immer, seine Hitsche dabei und behielt dank derer den Überblick. Aber: Auch diejenigen, die mitwanderten waren diesmal ausgerüstet. Angesichts des dichten Flockenwirbels bewahrten sich die Teilnehmer der traditionellen Silvesterwanderung mit Regenschirmen einigermaßen trockene Kleidung. So trübte nichts den Spaß am Spaziergang durch den Stadtwald. Zumal Rudolf Priemer in gewohnter Manier historische und aktuelle Informationen mitunter mit seinem unverwechselbaren Humor spickte und Wortschöpfungen mit auf den Weg gab, die hier und dort für Schmunzeln sorgten. So war ein braunes Buchenblatt, aufgehoben am Wegesrand, plötzlich nicht mehr einfach nur ein Stück Laub, sondern ein Ding aus wertvoll klingendem Material. „Das ist aus Weg-Schmeiß-it“, klärte Priemer schmunzelnd auf, nachdem der darüber aufklärte, wie die Blätter von Weiß- und Rotbuche allein durch die unterschiedliche Zackung der Ränder erkannt werden können. Bäume spielten bei der Silvesterwanderung 2009 überhaupt eine recht bedeutende Rolle. Denn was im Stadtwald zu stattlicher Größe heranwuchs, lässt durchaus Rückschlüsse auf die Entstehung des Areals zu. Nicht die gesamte Fläche sei ein Auwald, klärte Rudolf Priemer auf. Die Fläche, die sich gleich nach der Hängebrücke befindet ward von Menschenhand geschaffen. Ursprünglich floss die Mulde in diesem Bereich, machte hier einen Knick von 110 Grad. Weil indes die Mühlen die Wasserkraft nutzen wollten, wurde Schotter aus dem Erzgebirge aufgeschüttet und das Flussbett in die gewünschte Richtung verlegt. Wünsche waren ein weiteres Stichwort. Angesichts vieler umgekippter Bäume bemerkte Rudolf Priemer durchaus kritisch, dass der Wald ein wenig mehr Pflege vertragen könne. Als Perle des Muldentals dürfe Grimma auch hier den Glanz nicht verlieren. Dabei müsse nicht alles akkurat sein – auch vermeintlich totes Holz im Wald zu belassen, könne mitunter eine sehr kluge Entscheidung sein, verwies der Grimmaer auf eine Rotbuche von der lediglich noch ein Teil des Stammes in die Höhe ragte. Das sei ein Spechthochhaus, erklärte der Grimmaer und fand nicht nur hier lobende Worte. Denn dass die Stadt am Volkshausplatz eine neue Hängebuche gepflanzt hat, erfreue ihn sehr. Gleich neben der alten schlage sie Wurzeln und wird so weitere Jahrzehnte an ein Ereignis erinnern, dass den Grimmaern letztlich den Eva-Brunnen bescherte. Wobei eigentlich keine Eva den Brunnen ziert, klärte Rudolf Priemer auf. Die nun marode Hängebuche sei nämlich 1908 zu Ehren der Gewerbeausstellung gepflanzt worden. Vom Reinertrag dieser Veranstaltung wurde der Brunnen gebaut und mit Fortuna, der Göttin des Glücks, verziert, berichtet Rudolf Priemer.

Conny Hanspach

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