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Simple Dinge helfen Barrieren zu überwinden

Simple Dinge helfen Barrieren zu überwinden

Barrieren zu überwinden, ist seit 25 Jahren das Ziel der Interessenvereinigung (IV) für Körperbehinderte des Muldentals. So werden die Mitglieder gefragt, wenn Umbauten oder Neubauten entstehen.

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Mit Spaß bei der Sache: Jens Merkel (l., Pressesprecher), Peggy Giehle (Kulturbeauftragte) und Jörg Schirdewahn (Vorsitzender).

Quelle: Thomas Kube

"Wir haben uns zum Beispiel daran beteiligt, als die Planung für das neue Stadion in Grimma oder die Oberschule in Böhlen begannen", erzählt der Vereinsvorsitzende Jörg Schirdewahn (48). Dabei geht es nicht nur um barrierefreie Sanitäreinrichtungen oder behindertengerechte Parkplätze, sondern auch um so simple Dinge, dass Infotafeln so hängen, dass sie für Rollstuhlfahrer einsehbar sind. "Wir haben auch darauf eingewirkt, dass Lichtschalter und Türgriffe, so angebracht werden, dass sie aus dem Rollstuhl heraus bedient werden können."

Am 22. März 1990 wurde die Interessenvereinigung für Körperbehinderte des Muldentals in Grimma gegründet. Sie wuchs von 25 auf 55 Mitglieder. Am Sonnabend werden die Vereinsmitglieder mit vielen Verbündeten das Jubiläum in der Höfgener Schiffmühle feiern und die 25 Jahre Revue passieren lassen. "So konnte im Juli 1991 eine Beratungsstelle mit Hilfe des Arbeitsamtes Grimma eröffnet werden", erinnert Schirdewahn. "Die Interessenvereinigung entstand aus einer Schwimmgruppe", ergänzt Peggy Giehle (45) vom Vorstand. In den ersten Jahren ging es vor allem darum, die Mitglieder bei der Bewältigung von Anträgen zu unterstützen. "Erst später gab es eine Reihe von Veranstaltungen", sagt Giehle, die 1994 Mitglied der IV wurde, da sie selber schwerbeschädigt ist. "Zu Beginn meiner Mitgliedschaft habe ich die Jugendgruppe mit aufgebaut", sagt Giehle, die nun seit fünf Jahren für die Kultur im Verein zuständig ist. Zunächst waren die Mitarbeiter im ehemaligen Forstamt in der Käthe-Kollwitz-Straße untergebracht, Anfang des Jahres 2006 zog die gut besuchte Beratungsstelle in das Gebäude des Stadtarchivs in der August-Bebel-Straße 10 um. "Ende der 90er-Jahre waren in der Interessenvereinigung über 100 Mitglieder", sagt Jens Merkel (47), der als Pressesprecher im Verein agiert.

1994 entstand die Idee einer Vereinszeitung. Mittlerweile informiert der "Dialog" sowohl die Mitglieder der IV als auch die Bürger des Landkreises und Einrichtungen regelmäßig über die Aktivitäten des Vereins. "Etwa vier bis fünf Vereinsmitglieder erarbeiten die Zeitung", sagt der Vorsitzende.

Vielfältig ist auch das Gruppenleben, das in den 25 Jahren aufgebaut wurde. Zu den Aktivitäten gehören unter anderem Begegnungs- und Spielenachmittage. An ersteren laden sich die Vereinsmitglieder beispielsweise kompetente Gesprächspartner ein, die unter anderem über die Rentenreform, das Erbrecht oder die Patientenverfügung referieren. "Doch auch Schwimmen wie in der Gründungszeit ist nach wie vor möglich", erklärt der Vereinsvorsitzende. Beliebt seien aber auch traditionsreiche Veranstaltungen wie das Herbst-, Schlacht- und Weinfest sowie die Weihnachtsfeier. Die Aktivitäten finden oft in der Schiffmühle statt. "Wir werden hier immer hervorragend unterstützt und finden barrierefreie Räume und Sanitäreinrichtungen vor", lobt Peggy Giehle. "Unsere Arbeit wird jedoch vor allem dadurch erschwert, dass die Zuschüsse für die Beförderung unserer Mitglieder sehr gering sind und sie auf Transportmittel angewiesen sind", meint Jens Merkel, der sich deshalb als Behindertenbeauftragter des Landkreises Leipzig für höhere Zuschüsse stark machen will.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.09.2015

Cornelia Braun

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