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Grimma Skandal in Grimmulda abgewendet
Region Grimma Skandal in Grimmulda abgewendet
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13:51 14.10.2009
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Grimma

Noch bis zum Freitag gestalten täglich um die 200 Kinder die Kinderspielstadt in der Seume-Sporthalle in Grimma.

Veranstalter ist der Verein Kinderzeit. Gestern hat es Kevin geschafft. Bei der Bürgermeisterwahl setzt er sich gegen fünf Mitbewerber durch. Sie alle mussten sich am ersten Tag vorstellen und ihre Ziele an eine Wandtafel schreiben. Gleich kurz nach der Wahl verbreitet jemand das Gerücht, Kevin habe Stimmen gekauft. Eine Bürgerversammlung wird einberufen und der frisch Gewählte zu dem angeblichen Skandal befragt. Er habe nur einigen Leuten gesagt, dass sie ihn wählen sollen. Wie man das im Wahlkampf eben so macht. Die Betreuerin des Grimmuldaer Rathauses hatte das allen Kandidaten empfohlen. Noch mal Glück gehabt.

Wahl: Gestern bestimmten die Grimmuldaer ihren Bürgermeister.

Nachher wird er gleich vom Grimmuldaer Amtsblatt interviewt. Lisa und Isabell haben sich ein paar Fragen aufgeschrieben, die sie ihm stellen wollen. Auch über Zwischenfälle wird berichtet. Denn auch in einer Spielstadt kann es mal brennen oder jemand verunglückt. Die Jobs bei der Zeitung vermittelt das Arbeitsamt. Wie auch alle anderen.

In einer großen Traube belagern schon am Morgen alle das Amt. Selbst wer am Tag zuvor einen Arbeitsplatz etwa bei der Feuerwehr oder in der Tischlerei reserviert hatte, konnte Pech haben. „Es waren eben zu viele da“, sagt Michelle vom Arbeitsamt dann ziemlich kühl. Den etwas schüchternen siebenjährigen Janek trifft es heute besonders hart. Gestern hatte er angefangen, eine Trommel zu bauen, heute sind die Plätze in dieser Werkstatt schon alle vergeben. Auch andere Arbeiten, die ihm gefielen, waren nicht mehr frei. Unentschlossen läuft Janek eine Weile durch die Stadt, ehe er doch noch etwas findet. Als Mitarbeiter des Wachdienstes bedient er die Schranke am Eingang.

In Grimmulda gibt es gut 30 Betriebe und Einrichtungen, bei denen die Kinder ihre Kruxe – so heißt hier die Währung – verdienen können. Zwölf gibt es pro Stunde. Einer geht als Bankgebühr drauf, zwei für die Steuer, bleiben neun – fast wie im richtigen Leben. Nach mindestens einer Stunde kann man den Job wechseln. Für die Kruxe können die Kinder sich das Mittagessen kaufen oder die Waren, die in den einzelnen Betrieben hergestellt werden. Oder sie können zum Beispiel den Führerschein machen. Den braucht, wer beim Taxiunternehmen arbeiten oder mit dem Tretauto der Feuerwehr fahren möchte.

Zwischenfall: Die Feuerwehr von Grimmulda rückt zum Einsatz aus.

„Die Kinder lernen hier, den Wert des Geldes einzuschätzen“, sagt Bärbel Kawalek vom Verein Kuhstall aus Großpösna, die die Kupferwerkstatt betreut. Hier können sich die Kinder Anhänger aus Kupferblech basteln. Dominik ist schon zum dritten Mal da, weil ihm die Arbeit mit Hammer und Schlagstift so gut gefällt. Arbeit gibt es auch beim Steinmetz, im Filmstudio, bei der Polizei, in der Filzwerkstatt, beim Bauhof, in der Salatküche und noch einigen anderen Einrichtungen. Wie gut sich die Stadt selbst organisiert, stellen Besucher schnell fest: Für knapp 200 Kinder ist der Lärmpegel in der Sporthalle erstaunlich gering.

André Neumann

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