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Grimma Sören Müller verliert Stadtwette
Region Grimma Sören Müller verliert Stadtwette
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14:19 19.05.2015
Einer für alle: Sören Müller (r.) verliert zwar seine Stadtwette, aber damit sind die Kameraden der Feuerwehren und des THW ins Rampenlicht gerückt. Quelle: Frank Schmidt

Um das zu verstehen, muss man die ganze Story kennen. "Auslöser der Aktion waren hirnlose Brandstifter und Trittbrettfahrer, die in und um Grimma ihr Unwesen trieben", sagte Müller. Der 25-Jährige wollte mit dieser Stadtwette den Fokus auf die ehrenamtlichen Helfer richten, die zumeist nachts ausrücken mussten, um gelegten Bränden den Garaus zu machen. Deshalb hatte er die Stadt Grimma herausfordert, mindestens 126 Kisten Mineralwasser für die 21 Stützpunkte der Großen Kreisstadt aufzutreiben - sechs Kisten pro Stützpunkt. Sollte das gelingen, würde er, der nach eigener Aussage unsportlich ist, die Auslieferung auf dem Fahrrad eskortieren. Als Schiedsrichter fungierte Hanko Richter, er zählte die Kästen durch und verkündete: "Die Wette hast du verloren, Sören. Hier stehen 311 Kisten." Und die stammen von Betrieben quer Beet aus der ganzen Region. "Autohändler und -werkstätten sowie Arztpraxen, aber auch Organisationen, Vereine und Parteien haben mich die Wette verlieren lassen", sagte der dennoch nicht unglückliche Müller. Denn auch Privatpersonen wie Mandy Böhme oder Thomas Hildebrand sind dem Aufruf gefolgt. Oder auch Christian Hammer, der nicht nur Wasser brachte. "Damit sich die Kameraden nach ihrem Einsatz auch mal ein Bierchen gönnen können. Und für die Jugendfeuerwehr ist Limonade dabei." Quasi mit dem Schlusspfiff der Wette rollten noch die Jungs der Kartoffelkäferbande auf ihren heißen Öfen auf dem Markt, so dass auch ihre Wasserspende in die Wertung eingehen konnte. "Tolle Aktion - allen ein herzliches Dankeschön", gab Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) ein kurzes Statement ab. Und im Namen der Floriansjünger dankte Feuerwehrchef Thomas Knoblich für die "Wertschätzung der Einsatzkräfte", die mit der Aktion beabsichtigt war.

Nun galt es für Müller, seinen Wetteinsatz einzulösen. Und das hieß auf dem Rad alle Ortsteile abzustrampeln, um dort die Getränkekisten abzuladen - etwa 70 Kilometer. Damit Müller aber nicht den Mut verliert, haben sich mit ihm Johannes Heine, Tobias Fischer und Kai Gerhardt solidarisiert und ihn ebenfalls auf dem Rad begleitet. Zur Erwärmung ging es gleich den Hohnstädter Berg rauf, gefolgt von einem Transporter, Lkw und Feuerwehrauto. Schon jetzt steht fest, dass diese Aktion Folgen haben wird. Denn im Herbst, so kündigte Müller an, werden die leeren Kisten zurückgeholt. Und der Erlös aus dem Pfand geht als Spende an das Tierheim Schkortitz.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.04.2014
Frank Schmidt

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