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Solarpark-Pläne für Albrechtshain müssen warten

Solarpark-Pläne für Albrechtshain müssen warten

Einen weiteren Solarpark in der Region möchte die Leipziger Enerpark AG in Albrechtshain errichten. Vorgestern Abend versuchte Architekt Daniel Dechmann-Annus den Ortschaftsrat für das Projekt zu begeistern.

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Vorplanung: Auf den rot gekennzeichneten Flächen links der Autobahn 38 würde die Leipziger Enerparc AG gern eine Photovoltaik-Anlage mit drei Meter hohen Modulen errichten. Nach Firmenangaben wäre sie vom rund 830 Meter entfernten Albrechtshain aus nicht einsehbar.

Quelle: Google Maps

Naunhof/Albrechtshain. Doch das Gremium will sich nach kontroverser Diskussion erst noch einmal Gedanken über das Thema machen und dann in seiner März-Sitzung entscheiden.

Eine Anlage, die in Spitzenzeiten 8,4 Megawatt erzeugt, soll - von Albrechtshain aus gesehen - jenseits der Autobahn 38 entstehen. Dieser Wert gilt aber nur, wenn auf den zwölf Hektar, die der Stromproduzent ins Auge fasst, Photovoltaik-Module aufgestellt werden können. Ob das gelingt, erscheint fraglich. "Wir haben Schreiben an die Grundeigentümer verschickt. Einige haben uns ihren Zuspruch signalisiert, andere Absagen. Manche haben sich bis jetzt nicht gemeldet", so Dechmann-Annus. Würden weniger Flächen bereitgestellt, sei auch eine kleiner Anlage mit entsprechend geringerer Leistung denkbar.

Bernd Schubert von der Wählervereinigung Erdmannshain (WVE) bat das Unternehmen, zunächst mit den Bauern zu sprechen. "Das wäre eine Grundvoraussetzung. Es ist noch nicht lange her, dass die Leute enteignet worden sind, als die A 38 gebaut wurde." Dechmann-Annus erwiderte, ihm sei zunächst das Okay der Gemeinde wichtig. Sollte dies nicht gegeben werden, wolle er ganz von dem Projekt lassen. Stimme die Kommune hingegen zu, werde er sich intensiv mit Eigentümern und Pächtern in Verbindung setzen. "Ohne deren Einverständnis läuft nichts", versprach er. Für sein Unternehmen sei es denkbar, das Land zu erwerben oder zu pachten. Ein Eigentümer, der im Publikum saß, meldete sich daraufhin zu Wort und stellte klar, für ihn käme nur ein Verkauf in Frage. "Und dann ist alles lediglich eine Sache des Preises", erklärte er.

Als Dechmann-Annus blühende Landschaften von Blumen und weidenden Schafen zwischen den drei Meter hohen Modulen malte, hakte Jan-Walter Heikes (WVE) ein. "Das ist jetzt aber Stimmungsmache, um bauen zu können", meinte er. "Wenn ich mir die andere Anlage von Albrechtshain anschaue, dann sehe ich dort keine bunte Wiese, sondern nur vertrocknetes Gras." Laut Architekt kann aber im Vorfeld festgelegt werden, wie sich die Fläche nutzen lässt. Und überhaupt könne der Landwirt nach Ablauf der Vertragszeit einen besseren, gesünderen Boden zurückerhalten, auf dem 20 Jahre lang nichts gespritzt wurde.

Nicht nur für die Bauern, die ihr Land zur Verfügung stellen, sondern auch für die Stadt Naunhof würde laut Dechmann-Annus etwas herausspringen. "Bei Anlagen, die seit dem 30. Juni 2013 ans Netz gehen, sind wir gesetzlich verpflichtet, 70 Prozent der Gewerbesteuer an die Gemeinde zu zahlen, in der die Anlage steht", erläuterte er. Bei älteren Solarparks sei das Geld hingegen meistens zu 100 Prozent in die Orte des jeweiligen Unternehmenssitzes abgeflossen. Bauamtsleiter Thomas Hertel mutmaßte, dass dies beim schon bestehenden Albrechtshainer Park und jenem auf der Fläche des ehemaligen Betonwerks der Fall sein könnte. Sicher war er sich aber nicht.

Ob von Albrechtshain aus die neue Anlage zu sehen sei, wollte Jürgen Leutbecher (FDP) wissen. "Wir möchten nicht, dass jemand bereut, bei uns gebaut zu haben", hielt er fest. Dechmann-Annus, dessen Firma bereits in Panitzsch und Althen Anlagen errichtete und betreibt, verneinte. Lediglich von der Autobahn aus wären die Module sichtbar.

"Wenn wir die Energiewende wollen, müssen wir weitermachen." Als der Architekt mit diesen Worten aufs Gaspedal drückte, um zu einem Resultat zu kommen, blockte Ortsvorsteherin Michaela Vogelsang (FDP) ab: "Wenn Druck auf mich ausgeübt wird, mache ich zu." Ihren Antrag, per Schriftverkehr eventuell offene Fragen mit Enerparc abzuklären und dann erst im März zu entscheiden, nahm das Gremium einstimmig an. So wird das Vorhaben auch in der kommenden Stadtratssitzung noch nicht behandelt werden können. Ob eine Entscheidung vor der Sommerpause fällt, ist damit unsicher. Frank Pfeifer

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.02.2014
Pfeifer, Frank

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