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Sonderkonjunktur nach dem Hochwasser: Grimmaer Fensterbau an der Kapazitätsgrenze

Sonderkonjunktur nach dem Hochwasser: Grimmaer Fensterbau an der Kapazitätsgrenze

Nach dem stabilen Wachstum der Türen- und Fensterbranche in den zurückliegenden zwei Jahre arbeitet der Grimma Hersteller in diesen Tagen hart an der Kapazitätsgrenze.

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Investition in die Zukunft: Patrick Jasch arbeitet an der Kunststoffschweißmaschine, die seit Anfang des Jahres bei EGE Fensterbau für Qualität sorgt.

Quelle: Andreas Röse

Wie Schuster versicherte, hätte die Belegschaft alle Kräfte konzentriert, um Hochwasserschäden wie zerbrochene Fensterscheiben vorerst notdürftig zu reparieren und Außentüren wieder verschließbar zu machen. Parallel seien zahlreiche Sonderschichten in der Produktion gefahren worden. Wie berichtet, war eine Schicht für die Hochwasseropfer von Grimma gespendet worden. "Auch Mitarbeiter unseres Unternehmens und deren Familien sind betroffen", so Schuster. Ihre Freistellung sei für das Unternehmen zur organisatorischen Herausforderung geworden.

Während der Sanierung der Grimmaer Altstadt läuft der Einbau neuer Fenster und Türen - unter anderem in den geschädigten kommunalen Gebäuden wie dem Stadthaus, dem Standesamt und dem Ordnungsamt - auf Hochtouren. "Wir haben derzeit eine sehr gute Auftragslage", so Schuster. Investitionen in die technischen Anlagen seien eine Voraussetzung dafür, dass der unerwartete Auftragsboom auch bewältigt werden könne. So habe die in Verl angesiedelte Firmengruppe in ein neues Bearbeitungszentrum für Alu-Fenster investiert. Dazu sind 450 000 Euro in das Grimmaer Werk geflossen. Zwei moderne Schweißanlagen im Kunststoffbereich - eine Investition in Höhe von 270 000 Euro - würden zur Verbesserung der Qualität beitragen. "Außerdem wurden zusätzliche Fahrzeuge angeschafft, um den Logistikbereich neu aufzustellen", sagte Schuster. Der höhere Ausstoß der Produktion müsse schließlich auch verteilt werden. "Aber wir sind nicht nur Hersteller von Fenster und Türen", so der Niederlassungs-chef. Mit dem Service von der Demontage alter Türen und Fenster über die Lieferung bis zum Einbau neuer würde das mittelständische Unternehmen ein Gesamtpaket liefern. Innovative Ideen wie eine App, über die der Katalog abgerufen und die Haustür konfiguriert werden könne, würden den Spezialisten zum Trendsetter machen. "Das unterscheidet uns von Wettbewerbern auf dem Markt", ist Schuster überzeugt.

Nachdem die technischen Voraussetzung für die Expansion bereits geschaffen wurden, treibt das Unternehmen die Sorge um qualifiziertes Personal um. "Bislang konnten wir Spitzen mit Leiharbeitern abdecken", sagte Schuster. Aber im Metallbereich stünden gut ausgebildete Fachkräfte nicht mehr ausreichend zur Verfügung. "Die Automobilindustrie in Leipzig ist eine ernsthafte Konkurrenz", so der in Trebsen beheimatete 40-Jährige. Deshalb bildet EGE an den eigenen Standorten - auch in Grimma - aus. "Wir setzen auf Mitarbeiter aus der Region", versicherte Schuster. In den zurückliegenden drei Jahren sei die Belegschaft von 150 auf 170 Mitarbeiter gewachsen. Der Umsatz des Standortes sei von 23 auf 25 Millionen Euro gesteigert worden. "Und wir könnten noch mehr machen", so die Prognose von Schuster.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 09.10.2013

Schöppenthau, Birgit

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